Grüne Promi-Plätze wackeln: Abgeordneter Peter Pilz muss um seinen Listenplatz zittern

Die grüne Verjüngung geht auf Kosten der "Alten" NEWS: Aufdecker Peter Pilz kämpft um sein Mandat

Grüne Promi-Plätze wackeln: Abgeordneter Peter Pilz muss um seinen Listenplatz zittern

Peter Pilz hatte Grund zur Freude: Nur vier Tage nachdem der grüne Aufdecker neue Dokumente im Fall der über hundert Tage inhaftierten Tierschützer vorgelegt hatte, wurden sie aus der Untersuchungshaft entlassen. Das sind die Tage, an denen Pilz seine Arbeit besonders liebt. Doch solche Erfolge sind auch für den längstdienenden grünen Abgeordneten und ehemaligen Bundessprecher keine Gewähr auf den Wiedereinzug ins Parlament.

Denn bei den Grünen entscheidet nicht die Parteispitze über die Reihung der Kandidaten auf den Listen und damit die "sicheren" Mandate, sondern "die Basis", rund 250 Delegierte auf dem Bundeskongress. Der tagt am Sonntag. Und nicht einmal Grünenchef Alexander Van der Bellen wagt es, eine Empfehlung für einen der Kandidaten auszusprechen. So etwas könnte sich schnell gegen den Empfohlenen wenden.

Das Rittern um die sicheren Plätze
Auf Platz 1 und 2 der grünen Bundesliste werden Alexander Van der Bellen und seine Stellvertreterin Eva Glawischnig gereiht. Für Platz 3 kandidieren voraussichtlich - bei den Grünen kann jede/r bis zuletzt eine Kandidatur abgeben - Beatrice Achaleke und Alev Korun, Migrantinnen aus Kamerun beziehungsweise der Türkei. Und für Platz 4 sind eben Peter Pilz, der in Wien nur auf dem wackeligen sechsten Platz gereihte Sozialsprecher Karl Öllinger und Finanzsprecher Bruno Rossmann angestellt. Gewinnen sie in Wien auch nur leicht hinzu, bekäme Öllinger ein Wiener Mandat, und es ginge sich, bei etwas Glück, sowohl für Pilz als auch für Rossmann aus. Parteigeschäftsführerin Michaela Sburny wird voraussichtlich Platz 5 ergattern.

Dritter Platz weg?
Der dritte Platz, so analysiert der Innsbrucker Politikwissenschaftler Fritz Plasser die vorliegenden Daten, dürfte außer Reichweite liegen: "Derzeit sehe ich keine Steigerung für die Grünen. Und selbst wenn sie noch viel in Bewegung setzen, so geht das sicher nicht in Richtung 17 oder 18 Prozent." Noch dazu, da die Partei unter dem neuerlichen Antreten des Liberalen Forums leidet.

Doch die grüne Hoffnung lebt: "Ganz schwierig ist es mit guten Umfrageergebnissen", tröstet sich der Bundesparteisekretär Lothar Lockl. Zu oft schon wurden hohe Erwartungen dann nicht erfüllt. Angesichts der vielen Unentschlossenen setzt man die ganze Kraft auf die letzten Wahlkampfwochen: den Großteil des Drei-Millionen-Budgets und die Parteispitze, die ab 11. September in Mehrtagestouren durch die Landeshauptstädte reisen wird. Und dann, dann will man endlich mitregieren. Wenn es sich dann ausgeht.

Den gesamten Bericht lesen Sie im aktuellen NEWS 36/2008