Grüne Hoffnung in 13. Minute zunichte: 3:1-Rapidsieg reicht nicht für CL-Quali-Aufstieg

0:3 im Hinspiel vs. Famagusta zu schwere Hypothek Zyprioten treffen in 3. Runde auf Olympiakos Piräus

Grüne Hoffnung in 13. Minute zunichte: 3:1-Rapidsieg reicht nicht für CL-Quali-Aufstieg © Bild: APA/Pfarrhofer

Österreichs Fußball-Meister Rapid hat sich bereits in der zweiten Runde der Champions-League-Qualifiktion von der internationalen Bühne verabschiedet. Mit einem 3:1-Heimerfolg über den zypriotischen Meister Anorthosis Famagusta rehabilitierten sich die engagierten Wiener zwar für die 0:3-Schlappe im Hinspiel, zwei Tore fehlten Grün-Weiß schließlich aber zum Aufstieg. Aufgrund des frühen Ausscheidens sind die Hütteldorfer auch nicht im UEFA-Cup startberechtigt.

Vor den Augen von Neo-ÖFB-Teamchef Karel Brückner, der gemeinsam mit seinen Assistenten Jan Kocian und Andreas Herzog das erste Spiel einer heimischen Clubmannschaft im Stadion verfolgte, bereitete Labans früher Treffer den grün-weißen Hoffnungen schon in der 13. Minute ein Ende. Hoffer erzielte zwar schon wenig später den Ausgleich (22.), ein Maierhofer-Doppelpack (63., 67.) ließ die Fans noch bangen. Dennoch wurde es nach 90 Minuten zur bitteren Gewissheit: Erstmals scheiterte ein österreichischer Club bereits in der zweiten Qualifikationsrunde zur europäischen Königsklasse. Für Rapid bedeutet das Aus zudem auch einen kleinen finanziellen Rückschlag. Das im laufenden Budget eingeplante Ziel, im Europacup 500.000 Euro zu lukrieren, ist nun nicht mehr zu erreichen.

Druck von Beginn an
Der unmittelbare Beginn der Partie ließ die Gastgeber freilich noch hoffen. Rapid entwickelte im Gegensatz zum Hinspiel von Beginn an mehr Druck, dominierte die Partie klar, fand aber kaum zwingende Chancen vor. In der zweiten Minute kam Hoffer bei einer scharfen Flanke etwas zu kurz, erst 22. Minuten später traf der ÖFB-Teamspieler dann tatsächlich: Nach einer Kavlak-Ecke hatten Maierhofer und Tokic auf den kleinen Stürmer weitergeleitet, der aus der ersten echten Möglichkeit aus wenigen Metern das Tor machte.

Den ersten Treffer hatten davor bereits die Zyprioten erzielt, für die Laban nach einer Leiwakabessy-Hereingabe zur zwischenzeitlichen Führung eingenetzt hatte (14.). Keine gute Figur machte dabei Rapid-Goalie Koch, der beim Kopfball aus rund zehn Metern zwar am falschen Fuß erwischt wurde, sich aber scheinbar zu früh geschlagen gab.

Zyprioten routiniert
Die Zyprioten, die vor der Viererkette im defensiven Mittelfeld Dobrasinovic und den prominenten Debütanten Dellas postiert hatten, präsentierten sich als routinierte, abgeklärte und ballsichere Truppe, die sich von der herrlichen Kulisse von 17.000 Zuschauern keineswegs beeindruckt zeigte. Rapid, das nach dem Ausgleich weitere vier Tore für den Aufstieg benötigt hätte, setzte zwar energisch nach, konnte aber gegen die massierte Abwehr der Kezbaja-Truppe nur wenig ausrichten. Auch der Tausch von Thonhofer gegen Dober, mit dem Trainer Pacult nicht zufrieden war, änderte daran nichts. Zweimal scheiterte Hofmann (31., 35.), in der 45. Minute köpfelte Maierhofer über das Tor.

Auch nach dem Seitenwechsel fand Österreichs Rekordmeister, der auf eine Dreierkette umgestellt hatte, trotz forcierten Flankenspiels vorerst kein adäquates Mittel gegen die zypriotische Menschenmauer. Erst die Einwechslung des 17-jährigen Christopher Drazan (57.), der am vergangenen Samstag in der Bundesliga gegen Kapfenberg debütiert hatte, brachte die Hütteldorfer auf die Siegerstraße.

Ausgerechnet der Nachwuchs-Kicker, der Boskovic ersetzte, leistete auf der linken Seite die Vorarbeit zu jenen beiden Treffern, mit denen Hofmann und Co. noch einmal für Spannung sorgten: Nach seinem maßgenauen Stanglpass war Maierhofer in der 63. Minute per Fuß, nach seiner langgezogenen Flanke in der 67. Minute per Kopf zur Stelle. Die ersten Europacuptore für den baumlangen Stürmer verliehen den Gastgebern noch einmal Flügel.

Hoffer scheiterte aus 15 Metern an Goalie Begaj (71.), kurz darauf erkannte der dänische Schiedsrichter Rasmussen einen Jelavic-Treffer (74.) wegen Abseits' zurecht ab. Famagusta schien unter dem grün-weißen Ansturm zu kapitulieren, rettete sich schließlich aber über die Zeit. In der Schlussphase fanden noch Patocka (74.), Hoffer (79.), Hofmann (80.) und Thonhofer (90.) gute Einschussmöglichkeiten vor.

Torfolge:
0:1 (13.) Laban
1:1 (22.) Hoffer
2:1 (63.) Maierhofer
3:1 (67.) Maierhofer

Rapid: Koch - Dober (33. Thonhofer), Tokic, Patocka, Katzer -
Hofmann, Heikkinen, Boskovic (57. Drazan), Kavlak (66. Jelavic) - Maierhofer, Hoffer

Anorthosis: Begaj - Ocokoljic, Katsavakis, Constantinou,
Leiwakabessy (46. Nikolaou) - Dellas (59. Tiquinho), Dobrasinovic -
Skopelitis, Laban, Bardon (46. Samaras) -
Sosin

Gelbe Karten: Hofmann bzw. Dobrasinovic

Die Besten: Boskovic, Maierhofer, Drazan, Hofmann bzw. Laban
(apa/red)