Grüne Ergebnisse und Umfragen: Partei liegt bei Wahlen oft hinter Umfragen zurück

Spitze sieht in Prognosen "nur Momentaufnahmen"

Grüne Ergebnisse und Umfragen: Partei liegt bei Wahlen oft hinter Umfragen zurück

Die Grünen hinken in ihren Ergebnissen bei diversen Wahlen öfter hinter den ihnen zugeschriebenen Umfragewerten zurück. Bundesgeschäftsführerin Michaela Sburny will sich von derartigen Umfragedaten nicht unter Druck setzen lassen. "Wir wollen natürlich immer das beste Ergebnis haben, aber man muss das andererseits als das nehmen, was es ist. Ich sehe das als Orientierung, aber sicher nicht mehr."

Außerdem seien Umfragen nur "eine Momentaufnahme", die möglicherweise auch noch gesteuert seien. Auf der anderen Seite könne es auch schlechte Rahmenbedingungen geben, die zu nicht so guten Ergebnissen wie prophezeit führen und schließlich könne man selbst Erwartungen "sehr viel höher ansetzen" und letzteres sei "natürlich nicht angenehm". Befragt, ob das Ziel, bei den Landtagswahlen in Wien zweite zu werden - tatsächlich gab es dann stimmenmäßig den vierten Platz hinter SPÖ, ÖVP und FPÖ - eine solche zu hohe Latte gewesen sei, merkte Sburny an, dies sei im Nachhinein schwer zu sagen. Damals habe es sehr wohl auch eine Dynamik gegeben, die dafür (zweiter Platz, Anm.) gesprochen habe.

Ein Vergleich der Umfragen des Gallup-Instituts von Fritz Karmasin zeigt, dass bei neun Wahlgängen seit 2002 den Grünen sechs Mal ein besseres Ergebnis vorausgesagt wurde als dann tatsächlich eingetreten ist. Bei drei Urnengängen war es umgekehrt - es lagen die Ergebnisse über den prophezeiten Werten. Konkret lauten die Zahlen: NR-Wahl 2002 (Hochrechnung 11 - Ergebnis 9,5 Prozent), EU-Parlament 2004 (12 : 12,9), LT-Wien 2005 (17 : 14,6), LT-Steiermark 2005 (6 : 4,7), LT-Kärnten 2004 (7 : 6,7), LT-Salzburg 2004 (10 : 8,0), LT-Niederösterreich 2003 (8 : 7,2), LT-Oberösterreich 2003 (9 : 9,1) und LT-Tirol 2003 (12 : 15,6).

Beim OGM-Institut gab es vier Mal höhere Umfragewerte, aber auch vier Mal niedrigere. Bessere Umfragen gab es bei den LT-Wahlen in Wien 2005 (16 : 14,6), den LT-Steiermark 2005 (5 : 4,7), den LT-Vorarlberg (11 : 10,2) und der Nationalratswahl 2002 (11 : 9,5). Unter dem Ergebnis lagen die Umfragen von OGM bei den Landtagswahlen im Burgenland 2005 (5 : 5,2), der LT-Kärnten 2004 (6 : 6,7), der LT-Niederösterreich (7 : 7,2) und der EU-Wahl 2004 (11 : 12,9).

Ein anderes Bild liefert market. Bei sechs Wahlgängen hatte es nur einmal eine "Überbewertung" der Grünen gegeben, drei Mal wurde ein schlechteres Ergebnis vorausgesagt und zwei Mal gab es praktisch kaum eine Abweichung zwischen Vorhersage und Wahlausgang. Über dem Ergebnis war man bei der LT-Kärnten 2004 (8 : 6,7) gelegen. Unter dem Ergebnis lag market beim LT-Tirol 2003 (10 : 15,6), der Europawahl 2004 (12 : 12,9) und den LT-Oberösterreich (8-9 : 9,1). Zwei Mal war man praktisch am Ergebnis - und zwar bei der NR-Wahl 2002 (9-10 : 9,5) und der LT-Salzurg (8 : 8).

(apa/red)