Grün-Weiße Negativserie setzt sich auch im
Cup fort: Mattersburg wirft Rapid aus Bewerb

Austria Wien nur durch Kapfenberger Eigentor weiter Gratkorn - Ried 1:2, Altach - Superfund 2:3 n. V.

Österreichs Fußball-Meister Rapid steckt weiterhin tief in der sportlichen Krise. Die Wiener sind nach sechs Ligaspielen ohne Sieg auch im Stiegl-Cup ausgeschieden. Rapid musste sich im Viertelfinal-Schlager dem SV Mattersburg auswärts nach einem späten Tor von Thomas Wagner (90.) 0:1 (0:0) geschlagen geben. Der Rekordmeister traf durch Martinez (20.) und Bazina (78.) je einmal Stange bzw. Latte. In der vergangenen Meistersaison hatte Rapid im Viertelfinale in Mattersburg noch sicher 3:1 gewonnen. Aber auch Austria, Ried und Pasching hatten so ihre Probleme mit dem Aufstieg.

Die Neuauflage des "Bruderduells" dominierten jedoch die Burgenländer - vor allem in numerischer Überlegenheit, nachdem der Rapidler Garics in der 72. Minute wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz gestellt worden war. Als die 12.000 Zuschauer im Pappelstadion aber bereits mit einer Verlängerung rechneten, erlöste Wagner die Burgenländer. Der Stürmer verwertete einen Abpraller nach einem Schuss von Mörz, den Rapid-Goalie Payer nur kurz abgewehrt hatte.

Rapid hatte zuvor in der 78. Minute die Riesenchance auf eine - allerdings unverdiente - Führung vergeben. Nach Fehler von Patocka überspielte Akagündüz Mattersburg-Keeper Borenitsch, doch Libero Mravac rettete noch vor der Linie. Den Nachschuss von der Strafraumgrenze setzte Rapid-Regisseur Bazina an die Latte. Davor hatte der enttäuschende (noch) amtierende Meister in der zweiten Spielhälfte nicht einen ernst zu nehmenden Torschuss abgegeben.

Die Mattersburger diktierten bereits vor der Pause über weite Strecken das Tempo. Rapid gelang trotz Bazina, den Trainer Georg Zellhofer als Freigeist hinter Solostürmer Akagündüz aufbot, nur wenig Konstruktives. Die Burgenländer präsentierten sich nicht als ernsthafter Abstiegskandidat, sondern erarbeiteten sich eine leichte Feldüberlegenheit, die sich in Chancen durch einen Volley von Geburtstagskind Kühbauer (7./seit Dienstag 35 Jahre alt) und Naumoski manifestierte, der den Ball aus spitzem Winkel knapp am langen Eck vorbeischob (44.).

Noch bevor die Mattersburger nach Burgstaller-Foul an Naumoski Elfmeter reklamierten (40.), hatte Martinez für Rapid per Freistoß aus 20 Metern nur die Stange getroffen (17.). Katzer scheiterte im Nachschuss an Borenitsch. Die überlegenen Gastgeber spielten aber ebenfalls kaum zwingende Torchancen heraus, bis Wagner den Vorletzten der Bundesliga zum zweiten Mal nach 2003 ins Cup-Semifinale schoss. Als Tabellenfünfter droht Rapid hingegen immer mehr, kommende Saison nicht einmal im UEFA-Cup zu spielen.

Kapfenberg - Austria
Die Wiener Austria hat die Chance auf das Double gewahrt. Der Tabellenführer der T-Mobile Fußball-Bundesliga setzte sich im Viertelfinale des Stiegl-Cups bei Zweitligist SV Kapfenberg mit 1:0 (0:0) durch und steht im Halbfinale (18. April). Kapfenberg-Verteidiger Mark Prettenthaler erzielte in der 59. Minute per Eigentor den einzigen Treffer der Partie für den Rekord-Sieger, der seinen 25. Cup-Triumph anstrebt.

Der Titelverteidiger aus Wien war trotz sechs Umstellungen gegenüber dem 4:4 gegen die Admira am Samstag die kompaktere Mannschaft und stellte mit Rushfeldt, Wallner und Janocko die Kapfenberger Defensive vor einige Probleme. Doch das Team von Hans-Peter Schaller hielt zunächst stand und war durch Konter gefährlicher. Liendl (12.), Petrovic (26.) und Radovic in der Nachspielzeit der ersten Hälfte prüften Austria-Torhüter Didulica, der teils mit Problemen parierte.

Auf der Gegenseite vergab Rushfeldt per Kopf die größte Chance der Austria vor der Pause (29.), ehe die favorisierten Gäste nach dem Wechsel einen Gang zulegten. Das Team von Peter Stöger und Frenkie Schinkels war klar überlegen und erspielte sich auch einige gute Chancen. Nachdem Wallner (51.) und Troyansky (55.) vergaben, wurde wenig später Prettenthaler zum Pechvogel. Der Verteidiger traf einen Stanglpass von Rushfeldt im Zweikampf mit dem für Kiesenebner eingewechselte dos Santos ins eigene Tor.

Mit der Hereinnahme von Routinier Wieger kam ein bisschen Wind in die Kapfenberger Bemühungen, die Austria kam allerdings nicht mehr in Bedrängnis.

Gratkorn - Ried
Ried hat seinen aktuellen Erfolgsrun auch im Viertelfinale des österreichischen Fußball-Cups prolongiert. Die Innviertler, in der T-Mobile-Bundesliga derzeit auf Rang vier, nahmen die Hürde Gratkorn auswärts mit Mühe 2:1 (1:1), den entscheidenden Treffer markierte der eingewechselte Brunmayr in der 72. Minute.

Für die Truppe von Heinz Hochhauser war es nach dem 5:0 gegen die Austria Amateure im Cup-Achtelfinale sowie den Liga-Erfolgen gegen Sturm Graz (2:0), den GAK (2:1) sowie Wacker Tirol (1:0) der fünfte Pflichtspielerfolg in Serie.

Die Steirer hielten auf ihrem heimischen Kunstrasen vom Anpfiff weg voll mit dem Cupsieger 1998 mit, Brauneis (34.) und Lukic (35.) fanden Chancen auf die Führung vor. Diese gelang jedoch den Gästen, T-Mobile-Torschützenleader Kuljic nützte einen Schnitzer des indisponierten Goalies Schwarz (38.). Gratkorn glich noch vor dem Wechsel aus, nach Vorarbeit von Wawra und Brauneis zog Panagiotopoulos von der Strafraumgrenze unhaltbar ab (42.).

Nach der Pause hatte Gratkorn weiter mehr vom Spiel, doch der ausgezeichnete Ried-Schlussmann Berger parierte bei Chancen von Wemmer (48.), Mitteregger (61.) und Hofer (92.). Ried war da weitaus effizienter. Nach einem Corner schob der eben eingewechselte und sträflich vernachlässigte Brunmayr mit seiner ersten Ballberührung aus fünf Metern ein (72.).

Altach - Pasching
FC Superfund Pasching hat im Viertelfinale des Fußball-Stiegl-Cups nach einem sehr guten Spiel das glücklichere Ende für sich gehabt. Die Elf von Didi Constantini setzte den Erfolgsrun fort und blieb auch in der sechsten Partie unter dem Neo-Trainer ungeschlagen, die Paschinger siegten beim Erstligisten Altach nach Verlängerung mit 3:2, den Siegestreffer erzielte Milojevic (118.). Nach 90 Minuten stand es 1:1 (1:1).

Über 30 Minuten lang war Pasching die klar bessere Mannschaft, und erst ein Handspiel von Chaile erweckte die anfangs sehr zurückhaltenden Altacher zum Leben. Die Vorarlberger hatte ihre liebe Not mit Chiquinho, schon in der 5. Minute rettete Tormann Krassnitzer die Heim-Elf mit einer Parade vor dem frühen Rückstand. Zudem hatte Pichlmann zwei gute Möglichkeiten.

Kabat brachte das Constantini-Team dann in der 23. Minute mit einem Freistoßtreffer in Führung, zwölf Minuten später verwertet Jagne den durch Chaile verschuldeten Handelfmeter zum Ausgleich. Danach entwickelte sich ein offenes Match und der Klassenunterschied war nicht ersichtlich.

An Chancen mangelte es nicht, auf Seiten der Hausherren verbuchten Zinna (50.), der einen Freistoß aus 18 Metern an die rechten Pfosten knallte, und Jagne (56./linker Pfosten, 57./7 m vor Tor drüber geschossen) die besten Gelegenheiten. Das machte den Bundesligisten munter, die Oberösterreicher gingen konzentrierter ans Werk und verzeichneten durch Kabat (61./Freistoß) und Pichlmann (63./Kopf, 83.) ebenfalls drei starke Möglichkeiten.

Die Verlängerung entwickelte sich dramatisch, beide Teams gingen offensiv ans Werk und suchten die schnelle Entscheidung. Und wieder war es Kabat, der Pasching in Führung brachte (93.), jedoch legte nur zwei Minuten später auf Seiten der Altacher Sara mit einem Treffer ins lange Eck nach. In Folge standen immer wieder die Torhüter im Mittelpunkt des Geschehens. Ein Konter brachte die Entscheidung: Drei Paschinger liefen aufs gegnerische Tor, Milojevic stand beim finalen Pass goldrichtig, umspielte noch Schmid und netzte zum siegbringenden 3:2 ein.

ÖFB-Cup-Viertelfinale:
SCR Altach - FC Superfund Pasching 2:3 (1:1,1:1) n.V.
FC Gratkorn - SV Josko Ried 1:2 (1:1)
SV Stadtwerke Kapfenberg - FK Austria Magna 0:1 (0:0)
SV Mattersburg - SK Rapid Wien 1:0 (0:0)

(apa/red)