Großkampftag in der WM-Qualifikation: Vier direkte Duelle von Startern der EURO 2008

Deutsche wollen vs. Russen Weichen für Sieg stellen Ronaldo bei Portugal gegen Schweden mit Comeback

Großkampftag in der WM-Qualifikation: Vier direkte Duelle von Startern der EURO 2008 © Bild: Reuters

Deutschlands Nationalteam will heute mit einem Erfolg gegen Russland in der WM-Qualifikation die Weichen für den Sieg in der Gruppe 4 stellen. Neben dem Duell des Vize-Europameisters gegen den EM-Halbfinalisten kommt es in den Spielen Schweden - Portugal (Gruppe 1), Polen - Tschechien (Gruppe 3) und Rumänien - Frankreich (Österreich-Gruppe 7) zu weiteren direkten Begegnungen von EURO-Teilnehmern.

Die Russen haben nach einem Spiel das Punktemaximum (2:1 gegen Wales), die nach zwei Partien erstplatzierten Deutschen (4 Punkte) demgegenüber mit dem 3:3 in Finnland bereits die ersten Zähler liegengelassen. "Sbornaja"-Coach Guus Hiddink vertraut zum Großteil auf die EM-Helden, muss aber auf die drei Stützen Pawljutschenko, Kolodin und Torbinski verzichten. "Pawljutschenkos Verletzung ist genauso wie jene von Kolodin ein großer Rückschlag für uns", sagte Hiddink.

Der niederländische Coach kämpft auch gegen eine persönliche Pechserie an. Zweimal trat Hiddink gegen die deutsche Nationalmannschaft an, beide Male zog er den Kürzeren: Als Trainer von Südkorea (WM-Halbfinale 2002) sowie den Niederlanden (1996) verlor der 61-Jährige jeweils 0:1. Als einziger Akteur stand Oliver Bierhoff beide Male im DFB-Team. Heute, wenn Hiddink mit Russland das dritte Mal gegen Deutschland spielt, wird auch Bierhoff neuerlich dabei sein, diesmal als DFB-Teammanager.

Hiddink wäre mit Punkt zufrieden
Hiddink wäre jedenfalls bereits mit einem Remis in Dortmund sehr zufrieden. "Meine Spieler haben keine Angst vor irgendeinem Gegner", so der Niederländer, der vor allem auf die Künste von Andrej Arschawin setzt. Der 27-jährige Mittelfeldregisseur hatte erst am Sonntag beim 8:1-Kantersieg von Zenit St. Petersburg in der russischen Meisterschaft gegen Wladiwostok mit einem Tor und zahlreichen Assists geglänzt. "Fast immer, wenn Andrej den Ball erhält, wird eine Torchance daraus", lobte auch Zenit-Coach Dick Advocaat seinen Star. Der Hiddink-Landsmann hält eine Überraschung für möglich. "Wenn Russland so spielt wie bei der EURO gegen die Niederlande, kann es für Deutschland gefährlich werden", wies der Betreuer des UEFA-Cup-Siegers hin. Bei den Deutschen kehren die Stützen Mertesacker, Friedrich, Frings und Ballack in die Mannschaft zurück, dafür steht nach dem Ausfall von Robert Enke (Kahnbeinbruch) mit Rene Adler oder Tim Wiese ein Debütant im Tor. "Ich mache mir deshalb aber keine Sorgen", betonte Bierhoff.

Die DFB-Elf setzt auch auf die mit 65.607 Zuschauern ausverkaufte Festung Dortmund. Nur beim 0:2 im WM-Halbfinale 2006 gegen Italien gab es dort eine Niederlage. "Wir haben bewusst Dortmund genommen", berichtete Bierhoff und verwies auf das WM-Relegationsspiel in November 2001. Damals wurde in Dortmund die Ukraine mit 4:1 geradezu überrannt. Auf eine ähnliche Überrumpelungstaktik könnte Löw auch gegen die Russen setzen, um eine erneute nervenzehrende Relegation auf dem Weg nach Südafrika zu vermeiden. Bierhoff gab sich schon zwei Tage vor dem Anpfiff kämpferisch: "Wir wollen klarstellen, dass wir Gruppenerster werden wollen."

Comeback von Ronaldo
Das selbe Ziel verfolgen auch die Schweden (4) und Portugiesen (3) in der Gruppe 1. Beim Topspiel in Stockholm sind die Blicke auf Cristiano Ronaldo gerichtet, der aufseiten der von Carlos Queiroz betreuten Gäste nach seiner Fußgelenksoperation ein Team-Comeback gibt. "Es ist großartig, zurück zu sein. Ich werde hart für den Erfolg der Mannschaft arbeiten", versicherte der Manchester-United-Star.

Aufgrund der bitteren 2:3-Last-Minute-Heimschlappe gegen Dänemark (genauso wie Albanien und Schweden 4/in Kopenhagen gegen Schlusslicht Malta) sei alles schwieriger geworden. "Wir können es uns nicht mehr leisten zu verlieren, ich hoffe, dass es für uns jetzt wieder besser läuft", so Ronaldo. Die Schweden gehen jedenfalls stark dezimiert in die Partie, neben Linderoth, Mellberg, Edman, Svensson und Wilhelmson fällt auch der etatmäßige Kapitän Henrik Larsson, Teamkollege von ÖFB-Teamstürmer Roman Kienast bei Helsingborg, wegen einer Oberschenkelverletzung in den nächsten Wochen aus. "Ich glaube nicht, dass ich in meiner Amtszeit schon einmal so viele Ausfälle hatte", wies Coach Lars Lagerbäck auf die prekäre Situation hin.

Für die Tschechen steht im Auswärtsspiel bei den mit vier Punkten aus zwei Spielen erstplatzierten Polen nach einem mäßigen Start (0:0 in Nordirland) genauso wie für Frankreich (1:3 in Österreich/2:1 gegen Serbien) bei den ebenfalls schwächelnden Rumänen (0:3 gegen Litauen/1:0 auf Färöer) schon viel auf dem Spiel. Rumänien und Frankreich hatten sich bei der EURO in einer schwachen Partie der Gruppe C in Zürich torlos getrennt, beide Teams waren daraufhin bereits in der Gruppenphase ausgeschieden.

(apa/red)