Großes Aufatmen nach dem Schneechaos: 2.000 Haushalte in Kärnten ohne Strom

Verkehrsbehinderungen und Lawinengefahr bleiben<br><b>Bayern:</b> Chaos in München entspannt sich langsam <b>PLUS:</b> BILDER und die aktuelle Wetterprognose!

Am Tag nach dem Schneechaos ist die Welt in Kärnten wieder weitgehend heil, der Sonnenschein in vielen Landesteilen bescherte dem südlichsten Bundesland einen prächtigen Wintertag - das allerdings am 6. März. Die Hauptverkehrswege waren frei, mehrere Landes- und Gemeindestraßen mussten aber wegen Lawinenabgängen beziehungsweise Lawinengefahr gesperrt werden. Auf der ÖBB-Südbahn zwischen Klagenfurt und Villach gab es noch Verspätungen und auch mehrere hundert Haushalte waren vorerst noch ohne Strom.

In Kärnten hatte es innerhalb weniger Stunden bis zu 70 Zentimeter geschneit. Dadurch kam es auf vielen Straßen zeitweise zum Erliegen des Verkehrs, auch die Bahnstrecken entlang des Wörthersees sowie zwischen Spittal/Drau und Villach waren eine Zeit lang unpassierbar, da Züge in den Schneemassen stecken blieben. Gegen Abend waren bis zu 20.000 Haushalte vorübergehend ohne Strom.

Hunderte Mitarbeiter der Straßenmeistereien, der ÖBB sowie des Energieversorgers Kelag und der Feuerwehren waren im Einsatz, um Straßen und Bahnlinien wieder passierbar zu machen und Schäden zu beseitigen. Die Feuerwehren hatten Hunderte Einsätze zu verzeichnen, weil zahllose Bäume umgestürzt und etliche Straßen und Bäche verlegt waren.

In der Nacht gab es noch weitere Störungen in der Stromversorgung, weshalb Montag früh noch immer rund 2.000 Haushalte ohne Elektrizität auskommen mussten.

Große Lawinengefahr in den Hohen Tauern
Im Süden des Landes Salzburg herrscht in den Hohen Tauern große Lawinengefahr (Stufe 4 der fünfteiligen Skala), in den übrigen Landesteilen war sie erheblich (Stufe 3). Schneebretter können teilweise schon auf Steilhängen ab 30 Grad und geringer Zusatzbelastung ausgelöst werden. Auch spontane Abgänge sind möglich.

Bis zu 40 Zentimeter wuchs die Schneedecke in den vergangenen 24 Stunden nochmals an, wobei der Schwerpunkt ganz klar im Süden des Landes lag. Auf dem Sonnblick wurden 40 Zentimeter Neuschnee gemessen, in St. Michael im Lungau waren es 39, in Bad Gastein 35 und in St. Johann immerhin 25 Zentimeter. Aus der Landeshauptstadt wurden zehn Zentimeter Neuschnee vermeldet.

Auch im Straßenverkehr kam es am Montag weiterhin zu Behinderungen. So war die Felbertal-Bundesstraße wegen Lawinengefahr total gesperrt, und das zumindest bis 14.00 Uhr. Auf etlichen Straßen herrschte Kettenpflicht, so etwa auf der Katschberg Bundesstraße oder der Gerlos Bundesstraße.

Bessere Straßenverhältnisse in Niederösterreich
Bessere Straßenverhältnisse als am Wochenende haben Niederösterreichs Autolenker vorgefunden. "Es hat zu Schneien aufgehört, die Lage ist entspannter", meldete der ÖAMTC. Kettenpflicht bestand dennoch für alle Fahrzeuge auf der Zellerain (B71) sowie abschnittsweise auf der Mariazeller Bundesstraße (B20). Der Raum Lilienfeld gelte generell noch als "größtes bestehendes Sorgenkind."

Angesichts der auch im März vorherrschenden tiefen Temperaturen und Schneemengen warnte der ÖAMTC davor, Sommerreifen zu früh anzubringen: "Von O bis O - Oktober bis Ostern - sollten Lenker mit Winterreifen unterwegs sein."

Zwei tödliche Verkehrsunfälle
Zwei tödliche Verkehrsunfälle haben sich auf Niederösterreichs Straßen ereignet. Der ÖAMTC-Hubschrauber Christophorus 9 war beide Male zur Bergung von Schwerverletzten im Einsatz.

In der Früh kam es zwischen Eggendorf und Ebenfurth (Bezirk Wiener Neustadt) aus bisher unbekannter Ursache zu einem Frontalzusammenstoß zweier Pkw. Die traurige Bilanz: Ein Todesopfer und zwei Verletzte, die mit dem Hubschrauber bzw. Notarztwagen ins Krankenhaus gebracht wurden.

Auf der B10 kollidierten gegen Mittag zwischen Schwechat und Schwadorf ebenfalls zwei Autos. Laut ÖAMTC starb eine Person, drei weitere wurden verletzt.

Situation in Tirol normalisiert sich
In Tirol hat sich die Verkehrssituation weitgehend normalisiert. Lediglich auf höher gelegenen Straßenverbindungen bestand Kettenpflicht. Auf der fünfteiligen Lawinenskala wurde der Wert "3" erreicht.

Während der vergangenen 24 Stunden hatte es in Tirol verbreitet zwischen zehn und 20 Zentimeter, im südlichen Osttirol bis zu 35 Zentimeter Neuschneezuwachs gegeben.

Lawinengefahr in Vorarlberg zurückgestuft
Trotz weiterer Schneefälle konnte die Lawinengefahr in Vorarlberg zurückgestuft werden. Am Montag wurde sie von der Landeswarnzentrale als "erheblich" (Stufe 3) ausgewiesen, nachdem am Sonntag noch die Stufe 4 (große Lawinengefahr) ausgerufen worden war. Die Landeswarnzentrale appellierte dennoch an unerfahrene Wintersportler, die gesicherten Pisten nicht zu verlassen.

Gefahrenstellen befanden sich in den nördlichen Regionen oberhalb von etwa 1.600 Meter, südlich des Klostertals und Walgaus oberhalb von 1.800 Meter.

(apa/red)