Grosser Zapfenstreich von

Vuvuzelas zum Wulff-Abschied

Deutscher Ex-Präsident wurde in den Ruhestand verabschiedet - draußen Proteste

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    Großer Zapfenstreich für Wulff

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    Großer Zapfenstreich für Wulff

    Interims-Bundespräsident Horst Seehofer, Wulff, Verteidigungsminister Thomas de Maiziere und der Generalinspektor der Bundeswehr, Volker Wieker (v.l.)

Mit einem Großen Zapfenstreich hat sich der bisherige deutsche Bundespräsident Christian Wulff endgültig in den Ruhestand verabschiedet. Drei Wochen nach dem Rücktritt äußerte der 52-Jährige am Donnerstagabend "Bedauern" darüber, dass er seine Amtszeit nicht zu Ende bringen konnte. Auf die näheren Umstände ging er jedoch nicht ein. Auch der Abschied war überschattet von Protesten und Kritik.

Auf dem Zapfenstreich - wie er zu Ehren von scheidenden Staatsoberhäuptern üblich ist - hatte Wulff bestanden. Auf persönlichen Wunsch des Ex-Präsidenten hatte die Bundeswehr vier Musikstücke im Programm, darunter auch die Europa-Hymne und den Song-Klassiker "Over the Rainbow".

Wulff hat sich anlässlich seiner Verabschiedung für eine Gesellschaft ausgesprochen, in der auch Platz für andere Kulturen ist. "Vielfalt, Weltoffenheit, Freiheit und sozialer Ausgleich - das macht unser Land aus und stark", sagte Wulff. Der "Dialog der Kulturen" sei dabei von entscheidender Bedeutung.

Wilhelm Busch zum Abschied
Zu seiner persönlichen Zukunft sagte Wulff nur: "Ich gehe mit dem Gefühl der Neugier und der Vorfreude auf das, was kommt." In 37 Jahren politischer Tätigkeit habe er "Höhen und Tiefen" erlebt. Vor allem habe er aber die Erfahrung gemacht, "dass es wichtig und letztlich erfüllend ist, sich politisch zu engagieren". "Ich ermutige gerade junge Menschen, sich auf das Wagnis Politik einzulassen." Auf die Umstände seines Rücktritts vor drei Wochen ging der zehnte Präsident der Bundesrepublik Deutschland laut Redemanuskript nicht ein. Auch zu der Kritik an seinem künftigen "Ehrensold" von annähernd 200.000 Euro pro Jahr äußerte sich das bisherige Staatsoberhaupt nicht. Gegen Wulff ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover wegen des Verdachts, dass er in seiner Zeit als niedersächsischer CDU-Ministerpräsident von einem befreundeten Unternehmer geldwerte Vorteile in Anspruch nahm.

Wulff äußerte Bedauern, dass er seine Amtszeit von fünf Jahren nicht zu Ende bringen konnte. Wörtlich sagte er: "Diesen Anlass hatte ich mir für das Jahr 2015 vorstellen können. Nun ist es anders gekommen." Er erinnerte an einen Spruch des Dichters Wilhelm Busch: "Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt." Seinem Nachfolger wünsche er "eine glückliche Hand für Deutschland und breite Unterstützung".

Unterdessen machten vor dem Schloss machten einige hundert Wulff-Gegner ihrem Ärger mit Triller-Pfeifen und Vuvuzela-Tröten Luft. Der ohrenbetäubende Lärm war auch im Garten des Präsidialamtes laut zu hören - solche Proteste gab es bei Politiker-Abschieden in der jüngeren Geschichte noch nie.

Kein Vorgänger mit dabei
An der Zeremonie nahmen zwar Bundesratspräsident Horst Seehofer (CSU) als amtierendes Staatsoberhaupt, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und mehrere Minister teil. Von Wulffs vier noch lebenden Vorgängern war jedoch kein einziger dabei. Auch die Opposition fehlte praktisch komplett. Nach einer Umfrage für die Nachrichtenagentur dpa erwarten drei Viertel der Deutschen (73 Prozent), dass Wulff für immer der Politik fern bleibt.

Kommentare

wheeler1

Wulff - good bye !!! for ever Ja, schön langsam erwacht im deutschen Volk der Wiederstand gegen Korruption. Schön langsam sehen auch die Deutschen ein, dass sie sich nicht alles gefaqllen lassen müssen. Vorallem von den Politikern, die ihr Amt dazu benützen um ihre GIER zu befriedigen.Mehr, mehr,mehr und noch mehr Macht und Geld.Das ist für diese scheinheiligen Volksvertreter eine Krankheit, die nicht mehr zu heilen ist.Auch in Österreich ist das nicht viel anders; doch was macht die Justiz??Sie schützt diese A.löcher noch und tut nichts um der Wahrheit auf die Sprünge zu helfen. Kaum sitzt ein Politiker im Amt, verwendet er dieses sich selbst zu bereichern. Er genehmigt sich quasi selbst die "Marie" die er dann verdient. Naaa, danke, sowas brauchen wir nicht.q Ich werde bald dieses Land verlassen.Ich halts nimmer aus.

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