Großer Frust bei Renault: Vom Weltmeister-
Team zum grauen Mitläufer in der Formel 1

Franzosen fahren bis dato Konkurrenz hinterher Pilot Fisichella resigniert: "Auto schlecht geboren"

Großer Frust bei Renault: Vom Weltmeister-
Team zum grauen Mitläufer in der Formel 1

Die Zeit der Triumphe scheint vorbei, bei Renault regiert nach zwei Fahrer- und Konstrukteurs-WM-Titeln in Folge nun 2007 der große Frust. Trotz des Abgangs von Superstar Fernando Alonso (ESP) zu McLaren hatte man sich die Latte neuerlich hoch gelegt, doch dem neuen Teamleader Giancarlo Fisichella (ITA) und dem Rookie Heikki Kovalainen (FIN) sind Alonsos Fußstapfen bis dato viel zu groß. Man darf gespannt sein, ob sich Renault in den Wochen zwischen Bahrain und Spanien wieder ein wenig Richtung Spitze herangetastet hat.

Fisichella, der kein gutes Haar am neuen Boliden lässt, startete mit den Rängen 5, 6 und 8 in die Saison, Kovalainen mit den Plätzen 10, 8 und 9. In der Teamwertung liegt man bereits 35 Punkte hinter Alonsos neuem Arbeitgeber McLaren-Mercedes. Fisichella, der die Nachfolge von Alonso als Weltmeister antreten wollte, scheint auf jeden Fall langsam der Kragen zu platzen, den neuen R27 bezeichnete der 34-jährige Italiener als "schlecht geboren".

"In der Formel 1 kann man nie etwas ausschließen. Aber ich glaube nicht, dass ich es 2007 aufs Podium schaffe. Ich sehe keine Chance, ein Rennen zu gewinnen", meinte Fisichella vor dem Spanien-Grand-Prix, wo er 2006 Dritter war. Die neuerlichen Titelträume hat man im Lager des französischen Teams längst ad acta gelegt.

Vielmehr sollte man sich nach Ansicht von "Fisico" bereits auf 2008 konzentrieren, denn zu große Unterschiede zwischen den Windkanal- und Rennstrecken-Ergebnissen hätten Renault auf den Holzweg geführt. "Die ganze Aerodynamik ist falsch. Es ist besser gleich für 2008 zu arbeiten, anstatt für ein schlecht geborenes Auto Zeit zu verschwenden. Mit so einem Saisonstart hat wirklich niemand gerechnet."

Bis vor einem Monat hatte Renault laut Fisichella keine Ahnung, wo man zu suchen beginnen soll. "Jetzt haben wir zumindest eine Idee. Die Flügel funktionieren nicht."

Renaults Technikdirektor Pat Symonds denkt hingegen weiter positiv: "Seit Bahrain haben wir extrem viel analysiert und simuliert, um die Gründe für unser schwaches Abschneiden zu finden. Eine aufreibende Arbeit, aber wir haben seit Bahrain Fortschritte gemacht.

(apa/red)