Großer Aufruhr in heimischer Sportszene: Totschnig und auch Hoffmann wehren sich

PLUS: Matschiners Blutzentrifuge schon im Ausland? IHRE MEINUNG: Ist Österreich ein Doping-Sumpf?

Großer Aufruhr in heimischer Sportszene: Totschnig und auch Hoffmann wehren sich © Bild: APA/Gindl

Nach den Doping-Geständnissen der Triathletin Lisa Hütthaler und des Radprofis Bernhard Kohl, der seinen verhafteten Ex-Manager Stefan Matschiner massiv der Weitergabe von verbotenen Substanzen und des Blutdopings belastet hat, befindet sich die heimische Sport-Szene in Aufruhr.

Es werden zahlreiche Namen von teils höchst prominenten Sportlern mit Doping in Verbindung gebracht. Diese sollen über Matschiner, den bereits in U-Haft sitzenden Ex-ÖSV-Trainer Walter Mayer oder den Wiener Kinderkrebsarzt Andreas Zoubek Doping-Mittel bezogen haben sollen.

In Medien als angeblicher Abnehmer genannt wurde zuletzt der im Herbst 2006 zurückgetretene Radprofi Georg Totschnig. Eine Behauptung, der Gerald Tatzgern, der Sprecher des Bundeskriminalamts, entschieden entgegentrat: "Es gibt derzeit keine Ermittlungsakte Totschnig." Auch Totschnig selbst dementierte gegenüber dem ORF-Radio Ö3: "Ich habe Matschiner nie persönlich getroffen. Ich weiß gar nichts davon", erklärte der 37-jährige Etappen-Sieger der Tour de France 2005.

Tatzgern wandte sich im Gespräch mit der APA generell gegen das "Vernadern" von Prominenten: "Leute, gegen die nichts vorliegt, haben sich das einfach nicht verdient."

Hoffmann wehrt sich
In mehreren Medien ist auch der Name des Skilangläufers Christian Hoffmann, Olympiasieger über 30 km in Salt Lake City 2002, genannt worden. Hoffmann wies die Vorwürfe ebenfalls gegenüber Ö3 entschieden zurück. "Ich habe Kontakt mit Matschiner gehabt. Ich habe vor Jahren einen Sponsor gesucht und Matschiner kontaktiert, das war's. Ich habe nie Dopingmittel bekommen, davon distanziere ich mich", erklärte der 34-jährige Oberösterreicher.

Blutzentrifuge im Ausland
Laut Angaben von Anwalt Franz Essl soll sich die Blutzentrifuge, deren Erwerb neben Bernhard Kohl auch dessen Radsport-Kollege Michael Rasmussen mitfinanziert haben soll, bereits im Ausland befinden. "Matschiner hat nach Einführung des neuen Anti-Doping-Gesetzes dieses Gerät ins Ausland weggeschafft", sagte Rechtsanwalt Essl.

Der verhaftete Sportmanager Stefan Matschiner soll laut Behauptungen von Kohl in Oberösterreich Bluttransfusionen durchgeführt und dafür erforderliche Geräte von "Humanplasma" angekauft haben.

(apa/red)

Kommentare

Kohl ! Zuerst weis wer von gar nichts, jetzt auf einmal packt er aus. Recht viel mehr als Radfahren kann der gute Kohl glaube ich nicht. Recht viel dümmer geht es einfach nicht mehr.

peppinator melden

Alle sind schuld nur ich bin arm Ich weiß nicht ob es euch auch so geht, ich kann das Gejammer nicht mehr hören. "Radprofi" Kohl hat Doppingmittel genommen. Er ist erwachsen und hat gewußt, dass es verboten, ungesund und unsportlich ist. Und jetzt steht er als Opfer vor der Presse da? Ich versteh das nicht.

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Re: Alle sind schuld nur ich bin arm ich stimme dem artikel zu. jeder sportler weiß, was er tut. allerdings gibt es in den anderen ländern auch genug gedopte sportler. da gibt es kein öffentliches gejammere wie bei uns. man hört nichts vom aufdecken und strafrechtlichen verfolgungen. sind wir wieder einmal päpstlicher als der papst?

Bananenbiager melden

Re: Alle sind schuld nur ich bin arm Richtig. Ich kann den Typen nicht mal mehr ansehen. So ein richtiges rosa Stalltier....

Klar ist er ein Opfer, ein einfältiger Bauernbub und eher ein KOHLKopf der sich wie andere selbstgefällig darstellt.

Leider wird er noch zu Interviews auch noch eingeladen. Aber das ist auch vielleicht der Bildungsauftrag des ORF.

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