Große Feierlaune am Pariser Autosalon: Highlights von der französischen Autoshow

Zeichen in der Autobranche stehen auf Wachstum DURCHKLICKEN: Neuvorstellungen der Autobauer

Neue Modelle, ein kräftiger Aufschwung und viel Zuversicht: Die Autobranche feiert sich in Paris selbst und blickt zuversichtlich auf die kommenden Jahre. Wer bereits ein Elektrofahrzeug im Angebot hat, präsentiert es stolz. Nur den Preis nennt man besser nicht laut.

Die internationale Automobilbranche zeigt sich in Feierlaune. Die Hersteller haben nach der schweren Branchenkrise schneller wieder Fahrt aufgenommen als erwartet und rechnen mit einer glänzenden Zukunft. Ob Volkswagen, BMW oder Daimler - die Zeichen stehen auf Wachstum. Vor allem Dank der kräftigen Nachfrage aus Asien.

So gab VW für die ersten neun Monate einen neuen Absatzrekord bekannt. "Der Volkswagen-Konzern wird von Januar bis September 2010 erstmals deutlich über fünf Millionen Fahrzeuge weltweit ausliefern", sagte VW-Chef Martin Winterkorn in Paris. Damit habe sich der Konzern mit seinen bald zehn Marken besser entwickelt als der Weltmarkt.

Absatzsteigerungen
Bis einschließlich August hatte VW 4,7 Millionen Wagen verkauft und damit den Absatz um mehr als 13 Prozent gesteigert. Die Wolfsburger kommen damit ihrem Ziel, Toyota bis 2018 als weltgrößten Hersteller abzulösen, einen großen Schritt näher. "Derzeit sind wir etwas schneller unterwegs als ursprünglich geplant", sagte Vertriebsvorstand Christian Klingler.

Die gejagten Japaner blicken dagegen eher verhalten in die Zukunft. Von der Zeit vor der Wirtschaftskrise ist die Branche nach Einschätzung von Toyota-Europa-Chef Didier Leroy noch ein gutes Stück weit entfernt. "Die Welt hat sich verändert seit 2008. Die Wirtschafts- und Finanzkrise hatte einen starken Einfluss auf die Automobilindustrie", sagte der Franzose. "Und wir erwarten, dass es einige weitere Jahre dauern wird, bis sich der Markt wieder völlig erholt." 2011 will Toyota mehr Autos als in diesem Jahr verkaufen - allerdings gilt diese Prognose nicht für Westeuropa. Dort geht man davon aus, dass sich der Markt leicht abwärts entwickeln wird, bevor er sich von 2012 an erholt.

Beste Ergebnisse
BMW bekräftigte unterdessen sein Absatzziel für 2010. "Weltweit wollen wir bis Ende des Jahres mehr als 1,4 Millionen Fahrzeuge ausliefern - zehn Prozent mehr als 2009", sagte Vertriebsvorstand Ian Robertson. Ziel sei es, auch in diesem Jahr beim Absatz die Nummer 1 der Premiumhersteller zu werden. "Der September entwickelt sich positiv und beschert uns erneut Wachstum im zweistelligen Prozentbereich." Bis Ende August sei der weltweite Absatz bei BMW, Mini und Rolls-Royce im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,5 Prozent auf mehr als 920 000 Fahrzeuge gestiegen.

Auch bei Daimler geht es wieder steil bergauf. "Wir erwarten für diesen September das beste Septemberergebnis der Geschichte", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche mit Blick auf die Kernmarke Mercedes-Benz. "Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung." Die Stuttgarter waren von der Krise besonders hart getroffen worden und hatten 2009 konzernweit einen Milliarden-Verlust verbuchen müssen.

Schlechte Zeiten vorbei?
Die Zeit der schlechten Nachrichten soll auch bei Opel vorbei sein. Bei der Sanierung des Unternehmens sieht sich Chef Nick Reilly auf einem guten Weg. Der Verlust 2010 könnte geringer ausfallen als geplant. Die Restrukturierungskosten herausgerechnet soll Opel eventuell bereits 2011 wieder profitabel arbeiten - spätestens aber 2012.

Herstellerübergreifend beschäftigt die Branche das Thema Elektroauto. Wer bereits eines im Angebot hat, präsentiert es stolz. Die anderen entwickeln und testen fleißig weiter, warnen aber vor allzu großen Erwartungen. Die erste Bewährungsprobe für europäische Hersteller steht kurz bevor: Noch in diesem Jahr bringt PSA mit Hilfe von Mitsubishi zwei E-Modelle auf den Markt. Sie gelten als die ersten Großserien-Elektroautos vom alten Kontinent.

(apa/red)