Große Enttäuschung bei österreichischen Herren: Nur sechster Platz bei Heim-WM

Zum Abschluss 2:6 in Platzierungsspiel gegen Russen

Vor der Hallen-Hockey-WM in der Wiener Stadthalle hatte das Herren-Team von einer Medaille geträumt, geworden ist es nach der 2:6 (1:3)-Niederlage gegen Russland im Platzierungsspiel Rang sechs. "Die Enttäuschung ist sehr groß", bestätigte Coach Markus Felheim nach der Partie. Verantwortlich dafür war allerdings weniger die Abschluss-Niederlage als die vergebene Chance, mit einem Sieg über Polen ins Halbfinale einzuziehen.

"Das letzte Siel war einfach eine mentale Geschichte. Die Partie gegen Polen steckt bei den meisten Spielern einfach im Hinterkopf und wir haben es nicht geschafft, das wegzustecken", erkläre Felheim. Österreich hatte beim Stand von 4:4 im Gruppenspiel gegen Polen zwei große Chancen vergeben, den Siegestreffer zu erzielen, der den Halbfinaleinzug bedeutet hätte. Gegen Russland sei das Team zwar motiviert gewesen, habe nach einem Tag Pause jedoch nicht in den Spielrhythmus gefunden.

Dies äußerte sich vor allem durch etliche Fehlpässe in der Anfangsphase, die durch das Führungstor durch Dimitri Azaorv (5.) bestraft wurden. In der ersten Hälfte verhinderte nur ein Tor von Michael Körper einen lupenreinen Hattrick von Azarov, sodass Österreich mit einem 1:3-Rückstand in die Pause ging. Der Treffer des angeschlagenen Peter Proksch in der 22. Minute ließ das Team hoffen, sollte schließelich aber der Letzte für Österreich bleiben. Die Russen spielten weiter offensiv und fixierten nach drei weiteren Treffern den 6:2-Erfolg und den fünften WM-Platz.

Zu den mentalen Problemen im ÖHV-Team kam auch, dass U21-Europameister Benjamin Stanzl in der 14. Minute im Gesicht getroffen wurde und einen Nasenbeinbruch erlitt. Da auch Goalgetter Proksch mit einem durch eine Bänderdehnung angeschwollenem Sprunggelenk antrat, war die Sturmreihe stark geschwächt. "Es ist fürchterlich, so ein Turnier vor eigenem Publikum mit einer Niederlage abzuschließen", meinte Teamkollege Patrick Fischer sichtlich niedergeschlagen.

Für die Zukunft habe man laut Felheim den Schluss gezogen, "dass wir nach Höherem streben müssen. Wir waren knapp dran, unter die besten Vier zu kommen." Die vielversprechenden Vorstellung der U21-Spieler Stanzl, Körper und Mateusz Szymczyk lässt auf weitere Erfolge des ÖHV-Herrenteams in der Zukunft hoffen. Nächstes Ziel ist es, die Olympia-Qualifikationsturniere zu erreichen. Dazu muss das ÖHV-Team bei der B-Europameisterschaft auf dem Feld im September in Lissabon das Halbfinale erreichen.

(apa/red)