Große Begeisterung in Argentinien über
die "Dakar": Die Rallye bewegt die Massen

Alphand: Stimmung wie bei der Tour-de-France Fahrer bahnten sich Weg durch Spalier von Fans

Große Begeisterung in Argentinien über
die "Dakar": Die Rallye bewegt die Massen

Die Fahrer fasziniert, die Zuschauer begeistert: Eine halbe Million Fans hat dem Dakar-Debüt in Südamerika einen rauschenden Start beschert. Der ehemalige Ski-Weltmeister Luc Alphand verglich die Atmosphäre mit dem legendären Aufstieg bei der Tour de France nach Alpe d'Huez.

Sein französischer Landsmann und Motorradpilot Cyril Joannin meinte: "Da kamen einem ja fast schon die Tränen, so überwältigend war das. Schon bei der Ausfahrt aus dem Parc Fermé waren wir schon nach zwanzig Sekunden von Wahnsinn umgeben."

Kein Wunder, dass auch die Organisatoren, die mit einem solchen Massenandrang wohl auch nicht gerechnet hatten, ins Schwärmen gerieten. "Die Rallye ist wirklich eine großartige Ausgabe der Dakar, allerdings mit noch schwierigeren, noch härteren Strecken als in Afrika", sagte Dakar-Direktor Etienne Lavigne.

Ein Spalier von Menschen
Etwa 500.000 Schaulustige jubelten nach offiziellen Angaben in der Hauptstadt Buenos Aires den Teilnehmern der erstmals in Argentinien und Chile stattfindenden Rallye Dakar zu, die am 18. Jänner endet. Durch ein Spalier von Menschen mussten sich Motorradfahrer, Piloten von Geländewagen, Quads und Lastwagen teilweise ihren Weg bahnen auf der rund 15 Kilometer langen Rundtour durch die Millionen-Metropole.

Mitunter drängten sich die PS-Fans so nah an und vor die Autos, dass es weder vor noch zurückging. "Die Begeisterung der Zuschauer ist wirklich großartig, sie stehen entlang der Route und feiern die Teilnehmer", meinte VW-Motorsportdirektor Kris Nissen, der am ersten Wettkampftag mit seinen Schützlingen den Etappensieg dem vermeintlichen Außenseiter Nasser Al-Attiyah im BMW X 3 des hessischen X-Raid-Teams überlassen musste.

Auch für die Porteños, wie die Bewohner der 14-Millionen-Stadt Buenos Aires heißen, ist Autofahren ein Wettkampf. Stoßstange an Stoßstange, Rückspiegel an Rückspiegel kämpfen sie um jeden Meter. Und wer so Auto fährt, für den gibt es angesichts von Rennautos wie VW-Race Touareg, Mitsubishi-Lancer oder einem Hummer kein Halten mehr.

Große Begeisterung
"Ich werde Rennfahrer", prophezeite bei der Präsentation ein Junge und durfte schon mal Probesitzen in einem BMW. Insgesamt waren schon vor dem Start 60.000 Menschen auf das zentrale Messegelände La Rural gekommen, um die Rennmaschinen aus nächster Nähe zu bestaunen. "So etwas bekommt man hier sonst nie zu sehen", freute sich ein Mann, der privat ein Familienauto japanischer Herkunft pilotiert.

Im Landesinnern, auf dem 9.600 Kilometer langen Rundkurs durch die Pampa, Patagonien, die Anden, entlang der chilenischen Pazifikküste, durch die Atacama-Wüste in Norden Chiles und den steppenartigen Nordwesten Argentiniens, werden die Fahrer auf eine Bevölkerung treffen, für die das Fahren auf Staub- und Schotterpisten völlig normal ist.

(apa/red)