Großdemonstration in New York: Tausende forden von Bush Truppenabzug aus dem Irak

Susan Sarandon & Jesse Jackson unter Teilnehmern Aktivistin: "Sind in Amerika keine Minderheit mehr "

Großdemonstration in New York: Tausende forden von Bush Truppenabzug aus dem Irak

Bei einer Großdemonstration in New York haben zehntausende Menschen einen sofortigen Abzug der US-Truppen aus dem Irak gefordert. Unter den Kriegs-Gegnern waren Prominente wie Bürgerrechtler Jesse Jackson und Oscar-Preisträgerin Susan Sarandon. Auch die auch die als "Peace Mom" bekannte Friedensaktivistin Cindy Sheehan nahm an dem Marsch durch die Straßen von Manhattan teil.

Zu dem Protest aufgerufen hatte ein Bündnis von Veteranen, Bürgerrechtlern, Gewerkschaften, Angehörigen von Soldaten und Umweltschützern. Die Kundgebung richtete sich zudem gegen jegliche Pläne für einen Militäreinsatz im Iran.

Die Botschaft der Demonstranten an das Weiße Haus und den Kongress laute, "dass wir diesen Krieg jetzt beenden, unsere Soldaten nach Hause bringen und auch die Angriffe auf die Bürgerrechte im eigenen Land beenden müssen", sagte Organisator Leslie Cagan vom Anti-Kriegs-Bündnis United for Peace and Justice. Die Organisatoren sprachen von 300.000 Teilnehmern. Die Polizei wollte hierzu keine Angaben machen. Die Demonstration sollte mit Blick auf die Teilwahlen zum Kongress im November auch ein innenpolitisches Zeichen setzen.

Am Freitag hatte das US-Verteidigungsministerium bekannt gegeben, dass im April 69 US-Soldaten im Irak getötet wurden. Viele Teilnehmer des Protestmarsches trugen Fotos von im Irak umgekommenen Familienmitgliedern mit sich. "Wir müssen die Soldaten zurückholen", sagte Sarandon vor den Demonstranten. "Und wir müssen damit aufhören, all dieses Geld in dieses schreckliche Verbrechen von einem Krieg zu pumpen, damit es zu Hause eingesetzt werden kann, wo es so dringend gebraucht wird."

Nach dem Marsch hielten die Demonstranten ein fünfstündiges Festival ab. Während dieser Zeit verpflichteten sich die Teilnehmer mit Unterschriften, bei den Wahlen im November niemanden zu wählen, der nicht für einen sofortigen Abzug der Truppen aus dem Irak eintritt.

Unter den Demonstranten war auch die prominente Friedensaktivistin Cindy Sheehan. Sheehan, deren Sohn 2004 in Bagdad bei einem Rebellenangriff getötet worden war, hatte aus Protest gegen den Irakkrieg im Sommer vergangenen Jahres vor der Ranch von Präsident George W. Bush in Texas campiert und dadurch internationale Berühmtheit erlangt. Sie betonte am Samstag, die hohe Teilnehmerzahl bei dem Protestmarsch zeige, dass sich die allgemeine Stimmung in den USA immer mehr gegen den Militäreinsatz im Irak wende: "Wir sind keine Randgruppe mehr. Wir sind das Mainstream-Amerika", sagte Sheehan. (apa/Red)