Größtes Säbelrasseln seit Golfkrieg: US-Marine hält Mega-Manöver vor Iran ab

Neun Kriegsschiffe mit 17.000 Marinesoldaten

Die US-Marine hat vor der Küste des Iran ihr bisher größtes Manöver seit Beginn des Irak-Kriegs im Jahr 2003 eingeleitet. Neun Kriegsschiffe, darunter zwei Flugzeugträger, durchfuhren mit einer Besatzung von insgesamt 17.000 Mann im Morgengrauen die internationalen Gewässer der Straße von Hormuz. Anschließend sollte mit militärischen Übungen begonnen werden.

Das Manöver solle den Golfstaaten versichern, dass die USA sich für die Sicherheit in der Region einsetzten, sagte Admiral Kevin Quinn. Es bestehe immer die Gefahr, dass jemand versuche, internationale Schifffahrtskanäle zu schließen. "Und die Straße von Hormuz ist besonders gefährdet." Die Regierung in Teheran sei über das Vorgehen der USA nicht informiert worden, sagten US-Marine- Vertreter.

Die Straße von Hormuz ist eine besonders schmale Meerenge, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet. Eine Sperrung der strategisch wichtigen Schifffahrtsstraße würde auch unmittelbare Folgen für die Ölversorgung haben, da sie eine der Hauptadern ist, durch die der Rohstoff transportiert wird. Es ist ungewöhnlich, dass sich so viele Seefahrzeuge bei Tageslicht in der Gegend zeigen. Normalerweise durchqueren US-Schiffe den Kanal nachts, um wenig Aufmerksamkeit zu wecken.

Insbesondere in der Golfregion wird befürchtet, dass die USA sich auf einen Militärschlag gegen den Iran vorbereiten. Die Beziehungen der beiden Staaten sind seit Monaten unter anderem wegen des Konflikts um das iranische Atomprogramm äußerst angespannt. Die USA verdächtigen die Islamische Republik, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramm heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Zudem haben sie dem Iran vorgeworfen, schiitische Milizen im Irak zu unterstützen und so die Gewalt dort zu schüren. Die Regierung in Teheran hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Präsident Mahmoud Ahmadinejad drohte den Vereinigten Staaten zudem kürzlich mit schwerer Vergeltung, falls sie sein Land angreifen sollten. (APA/red)