"Größte Demonstration aller Zeiten": Hunderttausende Italiener auf der Straße

Veranstalter sprechen sogar von 2,7 Mio. Menschen Proteste gegen Berlusconis Mitte-Rechts-Regierung

"Größte Demonstration aller Zeiten": Hunderttausende Italiener auf der Straße

Fünf Demonstrationszüge zogen durch die Innenstadt und strömten zu einer Kundgebung im Circus Maximus. "Es handelt sich um eine der größten Demonstrationen aller Zeiten in Italien", erklärte Gewerkschaftschef Guglielmo Epifani. In seiner Rede vor den Demonstranten, die rote Fahnen schwenkten, forderte Epifani einen runden Tisch im Kampf gegen die Wirtschaftskrise. "Wir dürfen in dieser Krise niemanden zurück lassen. Wir müssen gegen die Resignation und für die Rechte der Arbeitnehmer kämpfen", sagte der Gewerkschaftführer.

Der CGIL-Chef kritisierte, dass Top-Manager, die für die Finanzkrise verantwortlich seien, bis zu 2.000 Mal das Gehalt eines Arbeitnehmers verdienten. "Arbeitnehmer, Familien und Rentner dürfen nicht die Kosten dieser Krise zahlen", betonte Epifani.

Hunderttausende Jobs gestrichen
Italien ist von der globalen Wirtschaftskrise hart getroffen. Prognosen gehen von einem Rückgang der Konjunktur in diesem Jahr um mehr als fünf Prozent aus. Im dritten Quartal 2008 rutschte das Land in die Rezession. In der Industrie gingen allein in den ersten zwei Monaten des neuen Jahres mehr als 370.000 Jobs verloren, ein Anstieg von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Berlusconi steht seit längerem wegen seiner nach Ansicht der Kritiker zu zögerlichen Maßnahmen gegen die Finanzkrise in der Kritik. "Berlusconi hat bisher nur an die Rettung der Banken und der Autoindustrie gedacht, hat aber die Nöte der Arbeitnehmer und der Rentner voll kommen ignoriert", sagte Epifani. Die Gewerkschaft CGIL kündigte weitere Proteste an.

(apa/red)