"Größer als Olympia-Gold": Svindal fühlt sich bereit für den Weltcup-Gesamtsieg!

Norweger verschwendet aber wenig Gedanken daran MITSTIMMEN: Wer holt 2006/2007 die Große Kugel

"Größer als Olympia-Gold": Svindal fühlt sich bereit für den Weltcup-Gesamtsieg!

"Aksel Lund Svindal" - die Antwort auf die Frage nach dem Topfavoriten im laufenden Gesamt-Weltcup ist im Ski-Zirkus eindeutig. Der Norweger erreichte auch die Station Wengen als Gesamt-Leader, will selbst so wenig wie möglich über die "Große Kristallkugel" sprechen, gestand jedoch: "Der Gesamt-Weltcup ist die größte Sache, die es für einen Skifahrer zu gewinnen gibt. Größer als Olympia-Gold."

Der 24-Jährige aus der Nähe von Oslo führte weiter aus: "Der Moment bei Olympia-Gold ist sicher eindrucksvoller. Aber punkto Wertigkeit steht der Gesamt-Weltcup eine Stufe darüber."

"Karriereziel von mir"
"Wenn ich sagen würde, dass ich nicht daran denke, würde ich lügen. Es ist ein Karriereziel von mir", so Svindal (derzeit 639 Zähler), der damit rechnet, dass er zwischen 1.200 und 1.400 Punkte für den Gesamtsieg brauchen wird. Einer der vielen wertvollen Tipps seines großen Landsmannes Kjetil Andre Aamodt lautete: "Denk nicht zu viel nach. Zu viel denken ist schlecht für dich. Schau einfach, dass du Spaß hast."

Vergangene Saison hatte der seit Jahren als Megatalent gefeierte Svindal, dessen Mutter vor 16 Jahren gestorben ist, bis Weihnachten im Weltcup die Nase vorne gehabt. Dennoch hatte er weiter nur als Außenseiter gegolten und im Endeffekt mehr als 400 Punkte Rückstand auf Sieger Benni Raich aufgewiesen. Das ist diesmal ganz anders, denn Svindals Konstanz und Stärke ist eindrucksvoll. "Diesmal gehen die Leute davon aus, dass ich es nach Hause bringe, aber das interessiert mich nicht. Je öfter ich es höre, umso mehr egal ist es mir", so Svindal mit einem breiten Grinsen.

Wird Aare-WM zur Svindal-WM?
Bei der WM in Aare ist Svindal eigentlich in jedem Rennen ein heißer Medaillentipp, obwohl er etwa bei Olympia 2006 ohne Medaille abgereist war. Seine bis dato vier Weltcup-Erfolge hat Svindal auf die vier Disziplinen Super G, Abfahrt (2006 in Aare), Kombi und RTL verteilt. Lediglich im Slalom fehlt dem "Jung-Elch" noch ein Podestplatz. Svindal freut sich bereits aufs Saison-Highlight: "Aare ist fast ein Heimrennen für mich, es werden jede Menge Norweger kommen. Und der Schnee in Aare ist dem US-Schnee sehr ähnlich: griffig, man kann in den Kurven Speed machen. Das liegt mir."

Die Fragen nach seinen zwei großen Vorbildern Aamodt und Lasse Kjus, deren Poster einst Aksels Kinderzimmer zugepflastert hatten, hat Svindal sichtlich langsam, aber sicher satt. "Ich kann mich noch ans erste Trainingscamp erinnern, als ich mit Lasse und Kjetil Abendessen durfte. Das war großartig. Aber ich kann nichts dagegen tun, dass sie nicht mehr fahren. Und im Endeffekt ist Skifahren ein Einzelsport."

Dass nach Kjus nun auch Aamodt zurückgetreten ist, kann Svindal nachvollziehen. "Er will seine Zeit mit der Familie genießen und nicht in Kitzbühel sein Leben riskieren." Warum Norwegen scheinbar Super-Allrounder am Fließband produziert, weiß Svindal nicht: "Keine Ahnung, geboren werden wir auf jeden Fall nicht so."

Keine Freundin in Sicht
Der Modellathlet aus dem hohen Norden hat nicht nur in Österreich jede Menge weibliche Verehrer, das kostet den bescheidenen Svindal jedoch nur ein Lachen. "Ich hätte Zeit und Interesse. Aber ich habe keine Freundin und es ist derzeit auch keine in Sicht." (apa/red)