Grönholm nimmt sich Beispiel an Formel 1:
Muss im letzten Rennen 6 Punkte aufholen

Loeb kann mit Mäkinen und Kankkunen gleichziehen Manfred Stohl nimmt vorerst Abschied von der WM

Grönholm nimmt sich Beispiel an Formel 1:
Muss im letzten Rennen 6 Punkte aufholen

Der Rallye-WM-Titel 2007 wird beim Saisonkehraus in Wales vergeben. Der dreifache, französische Weltmeister Sebastien Loeb (Citroen C4) geht mit einem Vorsprung von sechs Punkten auf Marcus Grönholm (Ford Focus) in die auf Schotter ausgetragene "Rally GB". Der Finne beendet mit dem 150-WRC-Start seine Karriere. Abschiednehmen heißt es zumindest vorerst auch für Manfred Stohl/Ilka Minor, die nach dem Ausstieg ihres langjährigen Sponsorpartners OMV einer ungewissen Zukunft in der WM entgegensehen.

Der 39-jährige Grönholm hat vor zwei Wochen in Irland nach einem Unfall auf der vierten Sonderprüfung die WM-Führung an den siegreichen Loeb abgeben müssen. "Es wird schwierig werden, den Titel zu gewinnen, aber ich habe eine Chance. Ich nehme mir ein Beispiel an der Formel 1", sagte der zweifache Weltmeister Grönholm (2000 und 2002), der liebend gerne mit Titel Nummer drei in Pension gehen würde.

Für Finnland wäre es etwas Besonderes, wenn die Titel in Formel 1 (Kimi Räikkönen) und Rallye ins Land kämen, meinte Grönholm. Da es aber nicht mehr allein in seiner Hand liege, spüre er auch keinen Druck: "Alles, was ich tun kann, ist versuchen, die Rallye zu gewinnen und zu hoffen, dass Seb Probleme hat", meinte der Vorjahressieger. Mit dem vierten Titel würde Loeb mit den Finnen Tommi Mäkinen (1996/1997/1998/1999) und Juha Kankkunen (1986/1987/1991/1993) gleichziehen, die Rekord-Weltmeister sind. "Das letzte Rennen der Saison, und ich liebe diese Rallye, man kann auf den weiten Straßen gut gleiten. Ich habe hier immer am meisten Spaß", gibt sich Loeb selbstbewusst.

Stohl um ersten Stockerlplatz
Die Österreicher Stohl/Minor wollen nach einem mittelmäßigen Jahr in guter Erinnerung behalten werden, in Wales hoffen sie nach den Rängen sieben, acht, fünf und zwei zum fünften Mal infolge zu punkten. Der 35-jährige Stohl hat in dieser Saison keinen Stockerlplatz erreicht (2006 waren es vier und der vierte WM-Gesamtrang), in Wales will er dies im Citroen Xsara nachholen: "Wir werden vom ersten Kilometer an voll angreifen. Diese Rallye liegt mir bekanntlich ganz besonders. Im Vorjahr konnten wir sogar Sieger Marcus Grönholm zeitweise gehörig unter Druck setzen. Außerdem habe ich in diesem Jahr nichts mehr zu verlieren", sagte Stohl, der nur auf dem neunten Gesamtrang liegt.

Anders als bei den meisten Rallyes darf damit gerechnet werden, dass auch am letzten Tag noch Entscheidendes passiert, vier Sonderprüfungen mit der Länge von 114,26 Kilometern (insgesamt 17 Prüfungen zu 359,54) stehen auf dem Programm. "Ich denke, dies ist die längste Schlussetappe in der gesamten WM. Da kann sich das Ergebnis nochmals komplett umdrehen. Du musst bis zum letzten Kilometer voll konzentriert sein. Wenn es trocken ist, dann ist sicher auch noch die enorm hohe Geschwindigkeit ein Kriterium", weiß Stohl.

Aigner fährt drauflos
"Freie Fahrt" für Wales bekommt PWRC-Pilot Andreas Aigner von Teamchef Raimund Baumschlager. Für den jungen Steirer im Mitsubishi EVO IX geht es nicht mehr um die Meisterschaft, sondern um ein gutes WM-Ergebnis. Bis zum Überschlag lag Aigner zuletzt bei der Irland-Rallye in Führung, das Selbstbewusstsein ob seiner guten Teil-Leistung hat er mit nach Wales genommen. "Den Ausfall habe ich schon aus meinem Gedächtnis gestrichen. Wenn du am Limit fährst, kann so etwas schon einmal passieren. Viel wichtiger ist, dass ich gesehen habe, dass meine Form stimmt. Und im Gegensatz zu Irland kenne ich in Wales alle Prüfungen aus dem Vorjahr. Ich will von Beginn an konstant und hellwach sein."
(apa/red)