Griechischer Generalstreik löst Krawalle aus: Polizei mit Tränengas gegen Demonstranten

Proteste richten sich gegen Regierungssparprogramm Alle Flüge, Bahn- und Fährverbindungen abgesagt

Griechischer Generalstreik löst Krawalle aus: Polizei mit Tränengas gegen Demonstranten © Bild: AP/Stavrakis

Der Generalstreik in Griechenland hat Krawalle ausgelöst. Die Polizei in Athen setzte Tränengas gegen Demonstranten ein, die Brandsätze auf Luxushotels im Zentrum der Hauptstadt geworfen hatten. Auch ein Auto ging in Flammen auf. Vor dem Parlament in Athen herrschte Chaos. Wütende Menge verprügelte den ehemaligen Verkehrsminister Kostis Hatzidakis mit Steinen und Stöcken. Immer wieder waren Explosionen zu hören. Zahlreiche Menschen flohen aus dem Zentrum.

Zu dem Streik hatten die größten Gewerkschaften des Landes aufgerufen. Sie protestieren gegen die von der Regierung beschlossenen Sparmaßnahmen. Alle Flüge, Bahn- und Fährverbindungen wurden abgesagt, der öffentliche Nahverkehr war unterbrochen, Krankenhäuser arbeiteten nur mit einem Notdienst. Auch Schulen sollten geschlossen bleiben. Angestellte des privaten und öffentlichen Sektors protestieren damit gegen das Sparprogramm der Regierung.

An den Arbeitsniederlegungen wollten sich ebenfalls die Journalisten beteiligen. Am Donnerstag sollten keine Zeitungen erscheinen. Ab Mitternacht traten die Fluglotsen für 24 Stunden in den Streik, es wurde mit dem Ausfall aller Flüge von und nach Griechenland gerechnet. Auch alle Fährverbindungen von Piräus zu den Inseln der Ägäis sollten bestreikt werden. Geschlossen bleiben auch alle staatlichen Behörden wie Ministerien, Museen und Steuerämter sowie Schulen und Universitäten.

Sparpaket der Regierung
Die Arbeitsmarktreformen der griechischen Regierung wurden vom Parlament erst am Dienstagabend mit 156 zu 130 Stimmen gebilligt. Die Reform sieht unter anderem weitere Lohnkürzungen vor.

In Athen waren zwei Kundgebungen geplant. Die Polizei war in Alarmbereitschaft, nachdem im Mai bei Protesten drei Menschen in einer Bank ums Leben gekommen waren, die Randalierer angezündet hatten. Es ist bereits der siebente Generalstreik in diesem Jahr. Grund sind die drastischen Sparmaßnahmen, zu denen sich die Regierung gezwungen sieht, nachdem das Land von der EU und vom Internationalen Währungsfonds mit Milliardenkrediten vor der Pleite gerettet worden war.

(apa/red)