Griechische Schuldenkrise von

Raus aus Euro-Zone?

Referendum soll über Währung entscheiden - Hilfen werden vorerst auf Eis gelegt

Griechische Schuldenkrise - Raus aus Euro-Zone? © Bild: Reuters/Karahalis

Im Euro-Drama geht es nun offen um den Verbleib Griechenlands in der Währungszone. Die Griechen würden mit ihrem Referendum auch entscheiden, ob sie den Euro behalten wollten, erklärten der französische Präsident Sarkozy und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel nach einem Krisentreffen mit dem griechischen Regierungschef Papandreou in der Nacht im südfranzösischen Cannes. Dieser reagierte mit einer Blitz-Einberufung seines Ministerrats. Indes hält EZB-Präsident Draghi einen Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone für unmöglich.

Auch Papandreou sagte zu der von ihm überraschend angekündigten Volksabstimmung zum neuen EU-Hilfspaket für sein Land: "Es ist eine Frage des Verbleibs in der Euro-Zone." Unter dem Druck der Euro-Staaten kündigte er an, dass das Referendum so bald wie möglich abgehalten werden solle, "vermutlich am 4. Dezember". Damit fände die Abstimmung einige Tage vor dem Datum statt, an dem die nächste Kreditauszahlung aus dem alten Hilfsprogramm benötigt würde, um die Löhne und Pensionen in Griechenland noch bezahlen zu können.

Ausstieg unmöglich?
EZB-Präsident Mario Draghi hält einen Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone für nicht vorstellbar. Eine solche Möglichkeit sähen die EU-Verträge überhaupt nicht vor, sagte der neue Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Frankfurt. "Das steht nicht im Vertrag. Wir sind an den Vertrag gebunden. Wir können uns nicht Situationen vorstellen, die im Vertrag nicht vorgesehen sind."

Die EZB blicke aber mit Argusaugen auf die Lage in Griechenland. "Wir beobachten die Situation genau", betonte Draghi. Er sei absolut zuversichtlich, dass viele Sorgen verstummten, wenn das Reformprogramm umgesetzt werde und das Bankensystem gestärkt werde. Es sei aber sehr schwierig, sich derzeit über die aktuelle Lage in Griechenland zu äußern. Der griechische Regierungschef Giorgos Papandreou steht nach der umstrittenen Ankündigung einer Volksabstimmung über das Rettungspaket vor dem Sturz.

Hilfen auf Eis gelegt
Nach den Worten Merkels und Sarkozys kann die nächste Tranche für das hochverschuldete Griechenland erst ausgezahlt werden, wenn Klarheit über die griechische Haltung zum Krisenplan besteht. Vorher könne "nicht ein Cent" überwiesen werden, sagte Sarkozy. Auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Lagarde, die an dem Krisentreffen teilgenommen hatte, sagte, der IWF werde seinen Anteil an den Hilfen erst freigeben, wenn "alle Unsicherheiten beseitigt" seien.

Merkel: "Euro muss stabil gehalten werden"
"Wir wollen Griechenland helfen", sagte Merkel. "Der Euro als Ganzes muss stabil gehalten werden, und wir möchten dies lieber mit als ohne Griechenland erreichen." Wenn das griechische Volk sich aber dagegen entscheide, "dann werden wir das respektieren", fügte sie hinzu. Der Euro werde aber nicht aufgegeben. Bisher war die Möglichkeit eines Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone ein Tabu für die EU-Partner.

Papandreou versicherte, dass er mit der Zustimmung der Griechen zum Euro-Hilfspaket rechne. "Wir brauchen einen breiten Konsens, weil das Programm schwierig ist", sagte er zur Verteidigung des Referendums. Im Gegenzug für die Gelder muss sich das Land harten Sparauflagen und Überprüfungen durch die internationalen Partner unterwerfen.

Mitte Dezember ist das Geld aus
Das hoch verschuldete Griechenland verfügt Regierungskreisen zufolge bis Mitte Dezember über genügend Geld. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Am Mittwochabend war Griechenland der Geldhahn zugedreht worden. Eine Tranche über 8 Mrd. Euro aus dem Rettungspaket wurde auf Eis gelegt. Die nächste Überweisung soll erst erfolgen, wenn die zugesagten Reformen auf den Weg gebracht wurden und sich die Bevölkerung in einem Referendum mehrheitlich für ein neues Hilfspaket entscheidet. Die neuen Kredite sind wieder an Reformen gebunden, die viele Griechen ablehnen.

Kommentare

Ignaz-Kutschnberger

Korrektur obigen Textes *Sollte natürlich vorhin Tote heißen!! ;-)

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Überschreiten wir den Rubikon Der Euro und damit die EU sind tot. Große Männer der Geschichte haben sich immer dadurch ausgezeichnet, dass sie eine Situation schnell erfassten und dann rasche mutige Schritte ergriffen haben. (z.b. Cäsars Überschreitung des Rubikon) Eine solche Lösung wäre, die Auflösung des Euros und Gründung eines Kerneuropas mit Deutschland, Frankreich, die Benelux Staaten, Skandinavien und Österreich. Diese Länder könnten problemlos sogar eine gemeinsame Währung haben. Damit wären wir die tickenden Zeitbomben in Süd und Osteuropa los. Es geht um unser aller Geld. Während wir nicht einmal genug Geld für unserer Ausbildungseinrichtungen haben, müssen wir Länder wie Griechenland die einfach schlecht gewirtschaftet haben erhalten.

Ignaz-Kutschnberger
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@drache68 .... wie war das...die haben schlecht gewirtschaftet?? Ich korrigiere Sie...die griechische Regierung hat nicht schlecht gewirtschaftet, sondern Geld beim Fenster hinausgeworfen oder veruntreut !! Und der EU jahrelang gefälschte Bilanzen vorgelegt!!! So schaut s nämlich aus, mein Freund - das ist die traurige Wahrheit!!

Ignaz-Kutschnberger
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Was hat Griechenland und die Ktn-Hypo gemeinsam??... Im Endeffekt nur Verluste! Aha, interessant...mal ne Frage: Die Griechen warten jetzt brav 1 Jahr bis sie alles Geld von der EU geschickt bekommen haben und danach, sagen sie "Wir zahlen euch nix mehr!" ...Und?? Wie geht es dann weiter??? ...Dann haben sie 12 Monate lang schön abkassiert bis Ende 2012 und wir sehen wieder nix, oder wie??... Nur dass wir dann noch mehr Milliarden in Griechenland investiert haben bis Ende 2012!! Das erinnert mich an diese Bank in Ktn...da zahlt der Steuerzahlen die nächsten 3-4 Jahre über 5 Mrd. Euro...das sind für jeden Österreicher über 600,- mehr Steuern.... und nach 4 Jahren wenn die Bank saniert ist, wird sie wie die BUWOG verkauft um vermutlich rund 3 Mrd. Also haben wir 5 Mrd. reingesteckt die nächsten 4 Jahre, damit wir dann 3 Mrd bei der Privatisierung bekommen...

Ignaz-Kutschnberger
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Ist das Volk in Europa schon komplett verblödet?? Es gibt hier keinen Alternativen für Griechenland!! Nur eine einzige Lösung: Sofortiger Zahlungsstop!! Keinen einzigen Cent mehr nach Griechenland...weil jeden Cent den wir dorthin zahlen, sehen wir NIE NIE wieder!! Ist das den Leuten noch immer nicht klar??... Die Griechen hätten schon seit 6 Monaten eine Hungersnot wenn Europa nicht gespendet hätte... und der liebe Papa uns seine Kollegen im Parlament wären schon lange arbeitslos...wer glaubt ihr hat die letzten Monate das Politiker-Gehalt von denen Gezahlt...ja genau,..die dummen Europäer. Ich habe vor kurzem mit einer gebürtigen Griechen gesprochen...die hat gesagt schon zu Zeiten wie noch der liebe Vater vom Papa in der Regierung war, sind Milliarden verschwunden... es gibt dort zu viele "Zigeuner" hat sie gemeint!! Also bitte!!

Ignaz-Kutschnberger
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Nur mal zum Nachdenken... Alleine schon die Sache mit für Tode bezogene Pensionen über Jahre hinweg, sollte uns zu denken geben!! 8 Mrd in 10 Jahren an Verstorbene ausbezahlt!! ... Da sind für jeden Österreicher/Österreicherin vom Kleinkind bis zum 95jährigen Pensionisten einmalig fast 1.000 Euro!! Bei einer österr. Familie (Mann+Frau+2 Kinder) wären das demnach einmalig an die 5.000 Euro!! Wo bitte ist die Pension für meinen toten Opa...wo ist diese Einmalzahlung für jeden Österreicher in Höhe von 1.000 Euro??...Europ hat Griechenland Geld geschenkt und die haben paar Tage später gleich 400 Panzer von den Amerikanern gekauft, weil vermutlich bei dem Geschäft wieder jemand paar Mille in die Tasche gesteckt hat...und wozu brauchen die bitte jetzt 400 Panzer von den Amerikanern??

Euro-Drama Ich verstehe das ganze überhaupt nicht.Ist nur die Fr.Merkel die EU oder haben andere auch was zu reden.Die basst vielleicht besser zu den 3 K.K.K.

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