Griechenlandkrise von

Hoffen auf Schuldenerlass

Verhandlungen mit Banken vorerst beendet - Athen wehrt sich gegen Überwachung

Griechenlandkrise - Hoffen auf Schuldenerlass © Bild: Reuters/Behrakis

Griechenland muss noch länger auf den heiß ersehnten teilweisen Schuldenerlass warten: Die Verhandlungen mit den Banken sind am Samstag zunächst beendet worden. Eine Einigung gab es nicht. Die Gespräche sollten fortgesetzt werden, hieß es aus Kreisen des Finanzministeriums. Am Vorabend hatten sowohl Athen als auch der Bankenverband erklärt, es seien "große Fortschritte in technischen, juristischen und anderen Themen erzielt" worden. Athen wehrt sich unterdessen gegen eine stärkere Überwachung seiner Finanzpolitik.

Eine Einigung über einen Schuldenschnitt wird frühestens kommende Woche erwartet. Diese Einschätzung äußerten am Samstag übereinstimmend sowohl der verhandelnde Internationale Bankenverband (IIF) wie der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos.

Die IIF-Verhandlungsführer Charles Dallara und Jean Lemierre sollen am Sonntag das hoch verschuldete Land verlassen, weiterhin aber in Kontakt mit den griechischen Behörden bleiben. In den Verhandlungen am Samstag seien weitere Fortschritte erzielt worden, erklärte der Verband. Die Gespräche über einen Forderungsverzicht privater Hellas-Gläubiger standen mehrmals vor dem Aus. Eine Beteiligung der privaten Gläubiger ist Voraussetzung für ein zweites Hilfspaket für Griechenland über derzeit geplante 130 Milliarden Euro. Aufgrund der verschlechterten Wirtschaftslage gibt es aber immer mehr Stimmen, die einen höheren Finanzbedarf sehen.

Günstigerer Zins angeboten
Dallara soll als Vertreter der Banken einen etwas günstigeren Zins für die neuen Anleihen vorgeschlagen haben, die die alten griechischen Staatsanleihen ersetzen sollen. Nach Informationen aus griechischen Bankquellen sei nun ein Zinssatz von 3,8 Prozent im Gespräch. Noch vor wenigen Tagen habe Dallara 4,0 Prozent im Durchschnitt vorgeschlagen. Die Zinsen sollten aber steigen, wenn die griechische Wirtschaft wieder wachse. Der Zinssatz für die neuen Papiere ist ein zentraler Streitpunkt.

Diskussion um Kontrolle der griechischen Finanzpolitik
Unterdessen bahnt sich zwischen Griechenland und anderen Euro-Staaten ein Streit um eine stärkere Überwachung Athens durch die EU an. Auf eine solche Kontrolle der griechischen Finanzpolitik durch die EU dringen Deutschland und andere Staaten, wie am Samstag aus europäischen Kreisen verlautete. In griechischen Regierungskreisen wurde bestätigt, dass der Eurogruppe ein inoffizielles Arbeitsdokument vorgelegt wurde, das die Übernahme der Kontrolle über die griechische Finanzpolitik durch die EU vorsieht. Für Griechenland komme eine solche Möglichkeit aber nicht in Betracht.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" wird in der Troika inzwischen damit gerechnet, dass das Rettungspaket größer ausfallen muss als Ende Oktober auf einem EU-Gipfel beschlossen. Statt der 130 Milliarden Euro benötige Athen vermutlich 145 Milliarden Euro. Grund sei eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Griechenland.

Kommentare

Schuldenerlass Frau Fekter hat einmal gesagt wir gewinnen bei der Aktion?Wenn wir jetzt 50% nachlassen "müssen" (das bestimmt Merkel) sin das für Fekter wahrscheinlich 50% Gewinn! (denn es hätten ja 100% sein können).Sehr glaubwürdig Frau Minister

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