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Waldbrand in Athen
derzeit unter Kontrolle

Rauchwolken stiegen bei der Hauptstadt auf - Gefahr für Wiederaufflammen bleibt groß

Waldbrände bedrohen Griechenlands Hauptstadt Athen. © Bild: REUTERS/Alkis Konstantinidis

Die Waldbrände in Griechenland sind weitgehend unter Kontrolle. Das teilte die Feuerwehr am Sonntagmorgen mit. Bewohnte Gebiete seien nicht mehr bedroht. Bei den Feuern war ein Mann ums Leben gekommen. Die Gefahr für ein Wiederaufflammen bleibe aber groß, hieß es. Am Sonntag und Montag wurden erneut starke Winde im Süden des Landes erwartet.

In Athen wurde am Sonntag die verkohlte Leiche eines Mannes identifiziert, die am Vortag auf dem Berg Immitos im Osten der Stadt entdeckt worden war. Wie der griechische Staatsrundfunk (ERA1) unter Berufung auf Gerichtsmediziner berichtete, handelt es sich um einen seit Freitag vermissten 47-Jährigen Polizisten. Er habe an den Löscharbeiten auf dem Berg Imittos im Osten der griechischen Hauptstadt teilgenommen.

Landesweit waren seien in den vergangenen 48 Stunden mehr als 100 Waldbrände ausgebrochen. Die Feuerwehr konnte in der Nacht drei neue Brände auf den Inseln Zakynthos und Skyros sowie in der Nähe der mittelgriechischen Ortschaft Distomo unter Kontrolle bringen. Die größten Feuer waren am Freitag im Osten der Hauptstadt Athen und auf dem Süden der Halbinsel Peloponnes ausgebrochen.

Waldbrände bedrohen Griechenlands Hauptstadt Athen.
© REUTERS/Alkis Konstantinidis Ein Waldbrand bedroht Athen.

Regierungschef Alexis Tsipras eilte zur Krisenzentrale des Zivilschutzes in Athen. Er riet den Menschen, die Nerven zu behalten, und befahl den Einsatz des Militärs bei den Löscharbeiten. Zudem sei der europäische Zivilschutz informiert worden. Griechenland habe um vier Löschflugzeuge aus anderen EU-Staaten gebeten, teilte die Feuerwehr am Freitag mit.

Veraltete Löschflugzeuge

Ein griechisches Löschflugzeug musste nach einem technischen Problem notlanden. Wegen der schweren Finanzkrise seien die Maschinen veraltet und schlecht gewartet, berichteten griechische Medien. "Die griechische Feuerwehr versucht in Athen mit allen Mitteln, die Flammen einzudämmen. Ein Kloster und ein Waisenhaus wurden in Athen evakuiert", sagte ein Feuerwehrsprecher.

In Athen begann der Brand am Vormittag in einen kleinen Pinienwald am Rand der Vorstadt Ilioupolis. Wegen der starken Winde breiteten sich die Flammen rasch aus und bedrohten die ersten Häuser der Stadtteile Kareas und Ilioupolis, berichteten Reporter vom Brandort. Einwohner warfen Wasser aus Eimern auf die Flammen, um sie einzudämmen, wie das griechische Fernsehen zeigte. Der Rauch war kilometerweit zu sehen.

Hier liegt die Vorstadt Ilioupolis:

Auch über dem griechischen Parlament sind die Rauchschwaden deutlich zu erkennen:

Waldbrände bedrohen Griechenlands Hauptstadt Athen.
© REUTERS/Alkis Konstantinidis

Ein weiterer Waldbrand brach auf der östlichen Landzunge der Halbinsel Peloponnes nahe der Ortschaft Neapolis aus. Zwei Dörfer mit 200 Bewohnern wurden evakuiert, berichteten Bürgermeister der Region. Fünf abgelegene Häuser seien beschädigt worden, hieß es. Die Feuerwehr setzte in beiden Fällen starke Einheiten, Löschhubschrauber und Flugzeuge gegen die Flammen ein. Die Rauchschwaden dieser Brände waren auf Satellitenbildern zu sehen. Weitere kleinere Feuer brachen auf der Insel Euböa und rund 40 Kilometer nördlich von Athen aus. In Griechenland wehte am Freitag Wind der Stärke acht. Meteorologen warnten, dass die Wetterlage weiter sehr ungünstig mit starken Winden blieben werde.

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