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Enges Rennen in Griechenland

Heute starten die Parlamentswahlen: Syriza und Nea Dimokratia praktisch gleichauf

Premier Alexis Tsipras © Bild: REUTERS/Christian Hartmann

Nach dem Abschluss des Wahlkampfs hat sich Griechenland auf ein enges Rennen zwischen der linken Syriza-Partei und der konservativen Nea Dimokratia (ND) bei der Parlamentswahl am Sonntag eingestellt. Letzte Umfragen sahen die beiden Parteien praktisch gleichauf.

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"Wollen wir ein Europa der Sparpolitik oder eines der Solidarität und Demokratie?", fragte der Syriza-Vorsitzende Alexis Tsipras bei seinem letzten Wahlkampfauftritt am Freitagabend. Ein Sieg für Syriza wäre eine "wichtige Botschaft für Europa", sagte Tsipras vor tausenden zumeist jungen Anhängern auf dem Syntagma-Platz vor dem Parlament in Athen. Er rief die Wähler auf, "nein zu diesem alten System der Korruption, nein zur Aufrechterhaltung des Oligarchen-Establishments" zu sagen. Der Syriza-Chef trat mit mehreren Anführern der radikalen Linken in Europa, darunter dem spanischen Podemos-Führer Pablo Iglesias, auf.

Vorgezogene Neuwahlen

Tsipras hatte mit seinem Rücktritt als Ministerpräsident im August den Weg für die vorgezogenen Neuwahlen freigemacht, nachdem ihm im Streit um die Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern ein Teil seiner Partei die Gefolgschaft verweigert hatte. Der linke Flügel, der nach der Abspaltung von Syriza die Partei Volkseinheit gründete, wirft Tsipras vor, sich entgegen seinen Wahlversprechen den Spar- und Reformforderungen der Kreditgeber gebeugt zu haben.