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Griechenland:
Syriza gewinnt Wahl klar

Linkspolitiker Tsipras kann erneut griechische Regierung führen

Der überraschend deutliche Wahlsieg der linksgerichteten Syriza-Partei bei der Parlamentswahl in Griechenland hat sich nach Auszählung fast aller Stimmen bestätigt. Nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmzettel kam die Partei des im August zurückgetretenen Regierungschefs Alexis Tsipras am Sonntag auf 35,53 Prozent der Stimmen, wie am Montag mitgeteilt wurde.

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Die konservative Nea Dimokratia wurde demnach zweitstärkste Kraft, reichte mit 28,05 Prozent aber nicht an Syriza heran. Die Wahlbeteiligung lag bei der zweiten Parlamentswahl in diesem Jahr bei rund 56 Prozent.

Parlamentswahl in Griechenland
© APA/Margret Schmitt

Neuauflage der Koalition

Tsipras dürfte damit am Montag mit der Regierungsbildung beauftragt werden. Er und der bisherige Syriza-Koalitionspartner, die rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen (Anel), kündigten bereits eine Neuauflage ihrer Koalition an. Tsipras erwartet nach eigener Aussage nun einen "Weg von Arbeit und Kampf".

Nach seinem Wahlsieg telefonierte Tsipras mit Frankreichs Staatschef François Hollande, EU-Parlamentspräsident Martin Schulz und dem Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ). Hollande kündigte einen Besuch in Athen an, der "zweifellos in den kommenden Wochen" stattfinde.

Glückwünsche bekam Tsipras unter anderem vom Generalsekretär der linksgerichteten spanischen Partei Podemos, Pablo Iglesias. "Die Griechen haben sehr klar gesagt, wen sie als Ministerpräsidenten wollen", schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter. Auch in Portugal und Irland, wo wie in Spanien in den kommenden Monaten gewählt wird, wurde die Wahl in Griechenland mit Interesse verfolgt. Diese drei Länder sahen sich in den vergangenen Jahren ebenfalls zu harten Reformen zur Sanierung ihres Staatshaushalts gezwungen.

In Umfragen war bis zuletzt ein knappes Rennen zwischen Syriza und der ND von Evangelos Meimarakis vorausgesagt worden. Tsipras hatte im August mit seinem Rücktritt den Weg für die vorgezogenen Neuwahlen freigemacht, nachdem ihm im Streit um die Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern ein Teil seiner Partei die Gefolgschaft verweigert hatte. Der linke Flügel, der sich zur Partei Volkseinheit abspaltete, warf Tsipras vor, sich den Kreditgebern gebeugt zu haben. Die Volkseinheit scheiterte am Sonntag allerdings an der Dreiprozenthürde.

Syriza war im Jänner mit dem Versprechen stärkste Kraft geworden, die schmerzhafte Sparpolitik zu beenden. Im Juli schloss Tsipras dann aber trotz eines Nein-Votums der Bevölkerung ein Abkommen mit den Geldgebern, um neue Finanzhilfen in Höhe von 86 Milliarden Euro zu erhalten.

Kommentare

Wahlbeteiligung von 56%.. Davon 35%.. und der steht als Sieger da, unglaublich.. und jetzt? war das nicht genauso vor der Wahl?

Roy2010

Merkel, Hollande, Faymann,-das EU sinkt immer mehr tiefe und tiefe im Schlamm

giuseppeverdi melden

Das griechische Gesindel hat für die Wahlen in ihrem Land 111 (!) Millionen Euro ausgegeben und nagt aber finanziell am Hungertuch. Jagd die dumme Merkel, den Hollande, den Faymann und wie sie alle heißen, die immer wieder Geldmittel für dieses Gesindel locker machen, endlich zum Teufel!

Nudlsupp melden

Wieso bezeichnen Sie neuerdings jeden Andersdenkenden in Ihren Beiträgen als Gesindel? Haben Sie Oberon nicht zugehört? Sie wünscht derartige Verunglimpfungen nicht mehr, sondern erbittet mehr Sachlichkeit. Im übrigen, finde ich die Veränderungen Ihrer Beiträge sehr bedauerlich. Früher konnte man mit Ihnen sehr sachlich, und auch sehr kontrovers diskutieren, aktuell......

Nudlsupp melden

laufen Sie von der inhaltlichen Qualität Christian hier, teilweise mit großen Schritten entgegen. Auch wenn wir in vielen Punkten anderer Meinung waren und sind, das ist eigentlich nicht Ihr Niveau. Aber es bleibt Ihnen natürlich unbenommen, auf diese Weise zu versuchen, Gehör zu finden. Ich persönlich finds schad.

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