Griechenland-Wahl von

Griechen stimmen für Euro

Konservativer Wahlsieg in Athen - Parteichef Samaras beginnt Koalitionsverhandlungen

Griechenland-Wahl - Griechen stimmen für Euro © Bild: APA/EPA/PANAGIOTOU

Ja zum Euro, Ja zu zur EU und Jein zum Sparpakt: Die Parlamentswahl in Griechenland hat einen Sieg der Euro-Befürworter gebracht. Die konservative Partei Nea Dimokratia (ND) um Parteichef Antonis Samaras ist mit knapp 30 Prozent stärkste politische Kraft. Samaras erhielt am Montag von Staatspräsident Karolos Papoulis das Mandat zur Sondierung von Koalitionsmöglichkeiten.

Samaras sagte, er strebe die Bildung einer Regierung der Nationalen Rettung "mit langem Atem" an. An dieser können alle Parteien teilnehmen, "die an die europäische Orientierung des Landes und an den Euro glauben", sagte Samaras zu Papoulias.

Samaras stellt Forderungen
Samaras will allerdings auch mit den internationalen Kreditgebern über eine Lockerung der Sparauflagen verhandeln. Er werde versuchen, Änderungen an den Auflagen zu erreichen, um weitere Härten vom griechischen Volk abzuhalten, sagte er am Montag. Die europäischen Partner haben wiederholt deutlich gemacht, dass auch die künftige Regierung in Athen grundsätzlich nicht mit einer Lockerung der Sparauflagen rechnen kann.

Falls die ebenfalls pro-europäischen Sozialisten (PASOK) eine Regierungskoalition eingehen, würden beide Parteien über 162 der 300 Sitze verfügen. ND und PASOK wollen zwar den Reform- und Sparkurs fortsetzen, aber mit den Geldgebern über Erleichterungen nachverhandeln. Das Bündnis der radikalen Linken (SYRIZA), das den Sparpakt aufkündigen will, wurde mit knapp 27 Prozent zweitstärkste Kraft.

EU-Spitze erleichtert
Bei der Europäischen Union zeigte man sich erleichtert über den Wahlausgang. "Wir begrüßen heute den Mut und die Ausdauer der griechischen Bürger", erklärten EU-Ratspräsident Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident Barroso. "Wir hoffen, das die Wahlergebnisse rasch die Bildung einer Regierung erlauben."

Die Euro-Finanzminister erwarten von einer neuen Regierung in Griechenland die Fortführung des vereinbarten Spar- und Reformprogramms. Das teilte Eurogruppenchef Juncker mit. Dem Vernehmen nach gab es intensive Kontakte zwischen den obersten Kassenhütern. Sparkurs und Strukturreformen seien "Griechenlands beste Garantie, die gegenwärtigen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen zu überwinden und eine erfolgreichere Zukunft in der Eurozone (...) zu haben", hieß es in der Erklärung.

Euro-Kurs steigt
Der Euro stieg unterdessen auf ein Vier-Wochen-Hoch. Für den Fall eines Wahlsiegs der Reformgegner waren schwere Verwerfungen auf den Finanzmärkten befürchtet worden. Von Tokio bis London hielten sich die Zentralbanken angeblich bereit, um bei Bedarf Geld in den Markt zu pumpen und Turbulenzen abzufedern.

Die zweite Wahl in Griechenland binnen sechs Wochen war notwendig geworden, weil weder Gegner noch Befürworter des Sparprogramms nach der Parlamentswahl vom 6. Mai keine Mehrheit für eine Regierungsbildung finden konnten. In letzter Konsequenz ging es um die Frage, ob Athen in der Eurozone bleibt oder zur Drachme zurückkehrt - mit unabsehbaren Folgen. Deshalb schauten sowohl die EU als auch die internationalen Finanzmärkte mit bangem Blick auf den Ausgang der Schicksalswahl. Die Nervosität an den Finanzmärkten ist nicht nur wegen Griechenland, sondern auch angesichts der Probleme in Spanien und Italien extrem hoch.

Kommentare

Im Grunde... ...wars für die Griechen eine Wahl zwischen Pest und Cholera. Ein nochmaliges schweres Absacken des Lebensstandards bei einem Euro-Austritt und Hoffnung auf Erholung in kürzerer Zeit oder das Halten des jetzigen Zustands mit jahrelanger Zinsknechtschaft. Und ich bin ehrlich gesagt froh, dass ich mich hier nicht entscheiden musste. Und egal wer von den beiden Parteien jetzt gewonnen hat, sie wird in absehbarer Zeit höchst unbeliebt sein.

Aber nachdem die Wahlentscheidung für die Griechen ( und wohl auch für Europa) jetzt gefallen ist, sollte man endlich aufhören auf sie hinzutreten, die sind schon am Boden.

Leider gibt es keinen NEWS-Artikel zum gestrigen \"Im Zentrum\" Vielleicht auch aus gutem Grund, da NEWS ja schon immer sozialistenfreundlich geschrieben hat.
Was Herr Svoboda da von sich gegeben hat ist an Inkompetenz, Uninformiertheit oder einfach gesagt - an grenzenloser Dummheit - nicht mehr zu überbieten.
Man mag zu den Thesen eines Sarazin stehen wie man will, auf alle Fälle spielt er intellektuell in einer anderen Liga als dieser Herr Svoboda, der in so einer Runde wirklich nichts verloren hat. Den schlägt ja sogar eine Thurnher und das will was heissen!

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na das war doch klar ...so billig kommen die griechen sonst eh zu keinem geld ohne den a...zu bewegen. die werden faul bleiben und wir werden weiter blechen. eina hat immer das bummerl......aber wir österreicher haben immer das bummerl......das land der ewigen verlieren.....

vardka013@hotmail.com melden

Re: na das war doch klar ewige verlierer?...warst du schon mal außerhalb von österreich?

Beste Arbeitslosenquote in der EU, Wien hat die höchste Lebensqulatität der Welt (lt Mercer), höhere Wachstumsraten als die Schweiz seit beitritt der EU

aber, wenn du meinst, dass es in anderen Ländern schöner und leichter ist, dann eröffnen dir die Freiheiten der EU in diese Länder auszuwandern und dann gehörst da auch zu den "gewinnern" (in deinen augen)

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