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Griechenland-Referendum:
Mögliche Szenarien

Neue Hilfsgelder? Ausstieg aus der Eurozone? Weitere Verhandlungen? Ein Überblick.

Zerrissene EU-Fahne © Bild: imago/ZUMA Press

Am Sonntag müssen die Griechen in einem Referendum entscheiden, ob sie die Spar- und Reformvorschläge der Gläubiger im Gegenzug für weitere Finanzhilfen akzeptieren wollen oder nicht. Bei der jüngsten Umfrage, die am Freitagabend im Fernsehsender Antenna veröffentlicht wurde führte das "Ja" mit 41,7. Die Bürger, die mit "Nein" zu stimmen planen wurden bei 41,1 Prozent gemessen. Befragt wurden für die repräsentative Umfrage landesweit 1.400 Menschen. Es geht also knapp her. Aber was könnte nach der Abstimmung passieren?

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Szenario "Ja"

Das Angebot der Geldgeber gilt ja eigentlich gar nicht mehr. Denn das Hilfsprogramm ist ausgelaufen. Sollten die Griechen "Ja" zu einem Kompromiss mit den Geldgebern sagen, hieße das nicht, dass die Vereinbarungen gelten und das Land die Gelder bekommt. Allerdings wäre es ein wichtiges Signal für neue Verhandlungen.

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer geht davon aus, dass Tsipras die Reformliste nach einem positiven Votum der Wähler wohl "zähneknirschend" unterschreiben würde: "Mit Tsipras' Unterschrift wäre die Überprüfung des zweiten Hilfsprogramms nachträglich abgeschlossen, die Finanzminister der Geberländer würden Griechenland wohl die damals versprochene Zwischenfinanzierung zur Verfügung stellen", schreibt er in einer Analyse. Wichtige Akteure, wie der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble haben allerdings klar gesagt, dass die Verhandlungen quasi wieder bei Null beginnen.

Und was ist mit Tsipras? Er hat seine politische Zukunft - wie auch Finanzminister Yanis Varoufakis - mit dem Ausgang des Referendums verbunden. Hält er Wort, ist das wohl das Ende der Regierung aus linker Syriza und rechtspopulistischer Anel.

Szenario "Nein"

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hat klar gemacht, dass ein "Nein" die Verhandlungsposition des Landes sehr schwächen würde. Er brachte auch die Möglichkeit eines "Grexit" ins Spiel. Bei einer Ablehnung der Sparvorschläge gebe es nicht nur keine Basis für ein neues Hilfsprogramm, "sondern dann ist es sehr fraglich, ob es überhaupt eine Basis für Griechenland in der Eurozone gibt", sagte er. Ein Ausscheiden eines Landes aus der Eurozone ist allerdings rechtlich gar nicht vorgesehen.

Stimmen die Griechen gegen den Kompromiss, fehle dem Land das Geld um am 20. Juli die von der EZB gehaltenen Staatsanleihen von 3,5 Mrd. Euro zurückzuzahlen, meint Commerzbank-Chefvolkswirt Krämer. "Dann käme die EZB wohl kaum umhin, eine Zahlungsunfähigkeit des Staates und damit seiner Banken festzustellen."

Szenario "Varoufakis"

Der griechische Finanzminister hat in den vergangenen Tagen wiederholt betont, dass er auch im Falle einer Ablehnung eine Einigung mit den Gläubigern erwarte. Wie das funktionieren soll, ist allerdings völlig unklar.

Auch laut Tsipras wäre ein "Nein" bei dem Referendum keine Entscheidung über einen Abschied aus der Eurozone. Bei der Volksabstimmung am Sonntag gehe es vielmehr um die Frage, ob sein Volk weiter verarme und verelende, sagte der Regierungschef in einer Fernsehansprache am Freitag. Die Griechen würden am Sonntag ihre Zukunft in die "eigene Hand nehmen" und gegen die Sparprogramme der Gläubiger stimmen. "Ein Nein bedeutet nicht den Abbruch, sondern die Fortsetzung der Verhandlungen", versicherte Tsipras seinen Landsleuten.

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