Griechenland von

Polizei räumte Sitz des ehemaligen Staatsrundfunks

Nach fünfmonatiger Besetzung wurden die rund 200 Protestanten hinausgeworfen

Gebäude des staatlichen Rundfunks in Athen. © Bild: APA/EPA/Simela Pantzartzi

Nach fünfmonatiger Besetzung durch ehemalige Mitarbeiter hat die griechische Polizei den Sitz des früheren Staatsrundfunks ERT geräumt. Ein Vertreter der Mitarbeitergewerkschaft Pospert sagte der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstagmorgen, er sei festgenommen worden, während Sicherheitskräfte sämtliche Büros geräumt und 200 Demonstranten aus dem Gebäude geführt hätten. Die staatliche Nachrichtenagentur ANA berichtete von drei weiteren festgenommenen früheren ERT-Mitarbeitern.

Die Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Antonis Samaras hatte den hoch defizitären ERT aus finanziellen Gründen am 11. Juni in einer Nacht-und-Nebel-Aktion geschlossen und auf einen Schlag fast 2700 Mitarbeiter arbeitslos gemacht. Die Entscheidung löste wochenlange Proteste und Solidaritätsstreiks aus. Ehemalige ERT-Beschäftigte hielten den Sender seither besetzt und strahlten ein Notprogramm über das Internet aus.

Im Streit um die Schließung war die Partei Demokratische Linke (Dimar) aus der Regierung ausgeschieden. Diese besteht heute aus Samaras' Nea Dimokratia (ND) und der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung (Pasok).

Kommentare

Wie bei uns.
Bei den eigenen Bürgern sind die Behörden relativ schnell. Hätten sie eine andere Staatsbürgerschaft und würden laut "Flüchtlinge" rufen, könnten sie, so wie bei uns, monatelang demonstrieren.

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