Griechenland-Pleite von

IWF widerspricht Troika

Der internationale Währungsfonds blockiert die Auszahlung des erweiteren Rettungsschirms

Griechenland-Pleite - IWF widerspricht Troika © Bild: apa/dpa/hildenbrand

Jetzt könnte es richtig bitter für die Griechen werden. Nachdem die Troika den erweiterten Rettungsschirm in Höhe von 8 Milliarden Euro bereits freigegeben hat, will der Internationale Währungsfonds die Auszahlung nun blockieren. Ohne weitere Hilfsgelder wäre eine Staatspleite wohl unvermeidbar.

"Der IMF glaubt, dass die Annahmen der Troika-Partner zu optimistisch sind", sagte ein EU-Vertreter am Donnerstag. Der IWF halte demnach die Defizitprognosen von EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) für das hochverschuldete Land für zu positiv, so der Vertreter.

Es gibt noch Hoffnung
"Der IWF will erst einmal sehen, was die Eurogruppe und der Europäische Rat beschließen", sagte ein zweiter EU-Offizieller unter Hinweis auf das wegweisende Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs an diesem Wochenende. Werde dabei eine stärkere Beteiligung des privaten Sektors vereinbart und damit die Schuldenlast Griechenlands reduziert, werde der IWF der Auszahlung der Hilfsgelder wohl zustimmen.

Troika stimmt zu
Griechenland kann auf die nächste Hilfszahlung von acht Mrd. Euro hoffen. Die Finanzkontrolleure der Europäischen Zentralbank (EZB), des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der EU-Kommission stellen in einem Bericht fest, dass die vorgeschriebenen Bedingungen erfüllt worden seien. Die Auszahlung der sechsten Tranche könne empfohlen werden.

EZB-Chefvolkswirt gegen Pleite
Indes hat der scheidende EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark seine Ablehnung einer Staatspleite Griechenlands bekräftigt und erneut vor den Folgen eines solchen Schritts gewarnt. "Sowohl ein Schuldenschnitt als auch eine Insolvenz Griechenlands würden für den europäischen Steuerzahler noch teurer werden, als der bisher eingeschlagene Weg", sagte Stark in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit den "VDI-Nachrichten". "Wir als EZB haben vor einem Schuldenschnitt gewarnt. Wir warnen vor einer Pleite und auch vor einer zwangsweisen Einbeziehung des Privatsektors."

Im Juli wurde ein neues Rettungspaket für das von der Staatspleite bedrohte Land geschnürt, das auch eine Beteiligung privater Gläubiger in Form eines teilweisen Forderungsverzichts vorsieht.

Kommentare

wintersun melden

IMF oder IWF ...das ist "news" egal...

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Re: IMF oder IWF naja, es wurde halt der EU-Vertreter wörtlich zitiert und der verwendet halt das englische Wort. Bei den Anglizismen, die wir sonst noch so verwenden, ists ja wirklich wurscht oder?

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