Griechenland-Pleite von

Fass ohne Boden

Griechenland will Schuldenlösung ausweiten.

Griechenland-Pleite - Fass ohne Boden © Bild: apa/ana-mpa/konstantinidis

Die Situation der Griechen spitzt sich weiter zu: Die Regierung will den geplanten Anleihetausch ausweiten und all seine Schulden einbeziehen. "Wir schauen uns die gesamten Schulden mit Laufzeiten bis 2035 und nicht nur bis 2020 wie in dem früheren Plan an", sagte eine mit den Überlegungen vertraute Person am Montag. Währenddessen scheint eine Aufstockung des Rettungsschirms auf 2 Billionen Euro immer wahrscheinlicher. Bundeskanzler Faymann drängt auf eine Lösung der Krise.

Zwar sei wichtig, dass der Schritt freiwillig und unter Einbeziehung der EZB gemacht werde, verstärkte Maßnahmen sind allerdings notwendig um die Krise in den Griff zu kriegen.

Höherer Schuldenschnitt?
Am Mittwoch sollen auf einem erneuten EU- und Euro-Gipfel Entscheidungen über ein zweites Hilfspaket für Griechenland sowie einen effektiveren Euro-Rettungsschirm (EFSF) fallen. Im Gespräch ist auch ein größerer Schuldenschnitt für das hoch verschuldete Land vonseiten der Privatwirtschaft als die im Juli vereinbarten 21 Prozent. Im Gespräch ist eine Quote von bis zu 60 Prozent.

Bundeskanzler mahnt zur Lösung
Auch für Österreichs Regierung ist eine Lösung der Griechenland-Krise "unverzichtbar". "Die negativen Auswirkungen" könnten andernfalls "in einer Kettenreaktionen auch zu uns kommen", warnte Bundeskanzler Faymann nach dem Ministerrat am Dienstag. Es gebe kein EU-Land , dessen Staatsanleihen "im Blutkreislauf" der Finanzmärkte keine Rolle spielen. Eine Lösung des Problems betreffe daher alle Staaten.

Triple-A-Ländern sind bedient
Für Österreichs Finanzministerin Fekter darf die Griechenland-Rettung nicht "wesentlich mehr" kosten als bisher. Die europäischen Triple-A-Länder hätten signalisiert, dass sie nicht wesentlich mehr frisches Geld - "fresh money" - in die Hand nehmen, so Fekter.

Die Griechenland-Hilfe habe ein Volumen von 109 Milliarden Euro, und Österreich habe entsprechend seinen Anteil an den Haftungen erhöht. Sie könne sich nicht vorstellen, dass man wesentlich mehr Geld in die Hand nehme. Denn Österreich müsse auf sein Triple A achten und darauf "was wir verkraften können". Das Gerücht, dass Österreichs Bonität durch die Ratingagenturen herabgestuft werden könnte, wies Fekter zurück. Österreichs Finanzen stünden auf stabilen Beinen. Man werde trotz Konjunkturabschwung alle Ziele erreichen.

Ausweg Rettungsschirm?
Die in Diskussion stehenden Varianten für eine Ausweitung des Euro-Rettungsschirms EFSF - Versicherungsmodell oder die Bindung mehrerer Zweckgesellschaften (SPIV) - bezeichnete Fekter beide als "geeignet", die Probleme zu bewältigen. Das werde beim EU-Gipfel diskutiert, ebenso wie eine bessere Koordinierung der Fiskalpolitik.

Auch Vizekanzler Spindelegger erklärte, dass beide "Hebelungs"-Modelle für den EFSF eine Möglichkeit seien. Die Beschlüsse sollten so gefasst werden, dass beides möglich wird.