Griechenland von

Pleite und Ausschluss aus Eurozone?

Entscheidung über Insolvenz liegt bei Hellen. Gehälter reichen noch bis Oktober.

Griechenland - Pleite und Ausschluss aus Eurozone? © Bild: Reuters/Kolesidis

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle sieht die Entscheidung über eine mögliche Insolvenz allein bei Griechenland. Wenn die Troika von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) oder Internationalem Währungsfonds (IWF) feststelle, dass es keine Fortschritte Griechenlands bei den Reformen gebe, werde es keine weitere Tranche aus dem EU-Hilfspaket geben, sagte Brüderle in Berlin.

Die Griechen müssten dann selbst entscheiden, welchen Weg sie gehen wollten. "Die Frage, ob sie das mit einem Schnitt beantworten oder ob sie einen anderen Weg gehen, ist die Entscheidung des souveränen griechischen Staates", sagte der ehemalige Wirtschaftsminister. Für Deutschland sei aber klar: "Wenn die Zusagen erneut nicht eingehalten sind - irgendwo ist dann auch ein Endpunkt erreicht."

Detaillierter äußerte sich Brüderle zu einem Vorstoß von FDP-Chef Philipp Rösler nicht. Mit dem Vizekanzler hatte zuvor erstmals ein Mitglied der deutschen Regierung eine Staatspleite Griechenlands ins Gespräch gebracht. Der Wirtschaftsminister nannte in einem Beitrag für "Die Welt" eine geordnete Insolvenz denkbar, wenn dafür die Instrumente zur Verfügung stünden.

Ausschluss aus der Eurozone
Vor dem Hintergrund der verschärften Schulden-Lage in Griechenland haben Deutschland und Österreich einen Ausschluss aus der Eurozone ausgeschlossen. "Das Wort Ausschluss ist bei uns nicht auf der Tagesordnung", sagte der deutsche Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer am Montag in Brüssel. "Im Vertrag ist das nicht vorgesehen", sagte Außenminister Michael Spindelegger.

Ein Ausscheiden aus der Währungsunion "müsste eine Verhandlungslösung sein mit Griechenland", sagte Spindelegger. "So wie es aussieht, hat Griechenland nicht große Ambitionen, jetzt aus der Währungsunion auszutreten. Darum glaube ich, muss man mit kühlem Kopf den nächsten Schritt gut überlegen", sagte Spindelegger. Die Euroländer müssten anhand eines Faktenberichts der Troika entscheiden.

"Die Frage eines Rausmüssens oder Ausschlusses stellt sich im rechtlichen Rahmen der Eurozone ohnehin nicht", sagte Hoyer. "Wenn, dann ist es die Frage, wie die nächste Auszahlung geregelt werden kann und ob sie geregelt werden kann. Vor dieser kritischen Frage stehen unsere griechischen Kollegen jetzt." Hoyer mahnte zu Behutsamkeit in der Wortwahl. Wenn die EU ein Instrument für eine geordnete Insolvenz hätte, wäre dies ein Schritt weiter, doch dürfe man "mit dem Thema nicht herumspielen".

Geld für Gehälter reicht nur noch bis Oktober
Die griechische Regierung kann nach eigenen Angaben die Löhne der Staatsbediensteten und die Pensionen noch bis Ende Oktober bezahlen. Das sagte der stellvertretende griechische Finanzminister Sachinidis am Montag. In Athen werden am Mittwoch mit Spannung Kontrolleure der "Troika" aus EU, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank erwartet.

Sie wollen feststellen, ob die Regierung unter Ministerpräsident Papandreou bereit ist, alle nötigen Maßnahmen zu treffen, damit die Ziele des Spar- und Reformprogramms zur Rettung Griechenlands in die Tat umgesetzt werden. Geben sie kein grünes Licht für die Auszahlung der nächsten Tranche der Finanzhilfen in Höhe von acht Milliarden Euro, ist das Land pleite.

Kommentare

EU Politiker Höchste Zeit, dass EU Politiker für ihre Entscheidungen persönlich haften. Jeder kleine Arbeitnehmer muß für seine Fehlleistungen einstehen, warum nicht hochbezahlte Politiker ? Dann würden die sich vielleicht diese Geldvernichtung 3 mal überlegt haben und wir könnte damit unsere eigenen Problem in Angriff nehmen. Wo sind die Rechtsgelehrten die dem Souverän die rechtlichen Möglichkeiten von Regressforderungen bieten ??

Ausschluss aus dem Euro Die Option ist völlig theoretischer Natur. Und zwar deshalb weil die vollen Hosen in Brüssel zu feig sind, so einen Schritt zu wagen. Es hätte einen mehrseitigen Effekt. Vor der Einführung der Drachme würden die Griechen ihre \'Ersparnisse in Euro umtauschen was sicher den Zusammenbruch der Banken zur Folge hätte, die dann wieder gestützt werden müssten. Die Drachme würde massiv abgewertet werden was die Importe billiger und die Exporte teurer machen wird. Ganz nebenbei die Kosten dieser Währungsumstelloung.

Griechenland die Euro Krise Das die große Pleite kommt war absehbar. Was machen die Herrschaften in Brüssel sie "schnüren ein weiteres Hilfspaket". Ich habe damals schon gesagt, die Pleite ist nicht verhindert sondern nur verschoben worden Man hat schlechtem Geld gutes nachgeschmissen. Und jetzt wo es immer klarer wird wird wie gehabt herumgedoktert und geeiert anstatt um den Schaden begrenzen zu können, endlich mal eine Entscheidung getroffen wird. Allein schon wieder die Idee das der "Rettungsschirm" die "Kosten einer geordneten Insolvenz" auffagen soll, lässt mich eigentlich nur noch über die hirnlosen Vollkoffer in Brüssel staunen. Un im nächsten Schritt dürfen dann die Mitglieder nochmals blechen ach diesmal für die Pleite oder wie ?

simm1111
simm1111 melden

Austritt von Griechenland Die Griechen wären schön blöd wenn sie aus der EU und der Eurozone austreten, die machen ein paar Versprechen und bekommen Milliarden Euro in den A.... geschoben, machen aber gar nichts zum Abbau der Schulden!
"Das steht nicht auf der Tagesordnung und Im Vertrag ist das nicht vorgesehen" das sind Aussagen das einem die Luft wegbleibt. Das die Griechen den Einstieg in die Eurozone mit gefälschten Bilanzen erschlichen haben ist wohl egal, Haupstsache wir halten den Vertrag ein!!!

kirkfrank1 melden

Re: Austritt von Griechenland Lt dem Vertrag von Lissabon darf kein Mitgliedstaat der EU für die Schulden eines anderen Staates einstehen . Aber wenn kümmert das denn in Brüssel. Die Sache mit Griechenland muß jetzt geregelt werden. Das Konzept welches von den Brüssel "Spezialisten" diktiert wurde, funktioniert nicht und das zeigt wohl dass die EU gar nicht in der Lage ist einen Staat in welcher Form auch immer zu sanieren.l Ach ja die griechische Regierung ist schuld, so einfach ist das. Wir Steuerzahler blechen wieder wie immer . Wie ging das doch ach ja "Die Griechenland Hilfe ist alternativlos" Es gibt immer Alernativen wenn man darüber nachdenkt aber das tut man in Brüssel nicht . Das macht Mutti Merkel und Mini Napoleon Sakorzy. Die Ergebnisse haben wir ja gesehen.

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