Griechenland von

Neuwahlen und Joghurt-Attacke

Rechtsruck befürchtet: Moderator wird nach Neonazi-Interview beschossen

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Griechenland stehen am 6. Mai Neuwahlen ins Haus. Umfragen zufolge werden die beiden Großparteien PASOK und Neue Demokratie große Verluste einfahren. Rechte Gruppierungen hingegen könnten gestärkt aus der Abstimmung hervorgehen. Von dieser Entwicklung sind allerdings nicht alle Griechen begeistert, wie ein Moderator am eigenen Leib feststellen musste: Er lud einen Neonazi-Parteisprecher in Studio und wurde dafür mit Eiern und - was sonst - griechischem Joghurt beschossen.

Da staunten die Zuseher nicht schlecht: Der griechische Privatsender "Epiros TV1" hatte einige Tage zuvor einen Sprecher der Neonazi-Partei "Goldene Morgendämmerung" zum Interview geladen. Eine Gruppe Aktivisten entschied sich für Protest: Während der aktuelle Interviewpartner von Moderator Panagiotis Vourhas schnell das Weite sucht, bleibt der Anchorman selbst erstaunlich gelassen. Er zog nach der Joghurt-Attacke sein Sakko aus und erklärte den Zusehen noch, was gerade warum passiert ist.

Insgesamt stürmten 17 vermummte linksgerichtete Demonstraten gegen 9 Uhr morgens den Sender, um ihrem Unmut Luft zu machen. Die auslösende Partei gilt als offen rechtsradikal und könnte bei den Parlamentswahlen etwa 5 Prozent der Stimmen erhalten. Insgesamt dürften die Neuwahlen eine Mehrheit für Parteien bringen, die sich gegen das Rettungspaket der Euro-Staaten und weitere Sparstellen.

Grund für Neuwahlen
Als Grund für den vorgezogenen Urnengang nannte Papademos neue Stabilisierungs- und Reformmaßnahmen , die das Land in den Jahren 2013 bis 2016 ergreifen müsse. Die Regierung benötige ein frisches Mandat vom Volk, um die notwendigen Schritte umzusetzen, damit die griechische Wirtschaft wieder wachsen könne.