Griechenland-Krise von

Skeptische EU-Finanzminister

Euro-Finanzminister beraten über neues Griechenland-Paket

Griechenland-Krise - Skeptische EU-Finanzminister © Bild: Reuters/Kolesidis

Die Euro-Finanzminister suchen bei einer Krisensitzung in Luxemburg einen Ausweg aus der zuletzt herrschenden Ratlosigkeit über die desaströse Schuldenlage Griechenlands, und wie die weitere Hilfe für Athen aussehen könnte. Der Vorsitzende der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, meinte vor dem Treffen, es werde noch "keine Entscheidungen" geben.

Diskutiert wurde über eine Privatgläubiger-Beteiligung an einem allfälligen zweiten Rettungspaket. Deutschlands Finanzminister Schäuble ließ sogar die Auszahlung der nächsten Hilfstranche an Griechenland aus dem ersten Rettungspaket offen und verwies darauf, dass die Entscheidung in Athen fallen werde. Österreichs Finanzministerin Fekter bezeichnete die Lage als "schon sehr ernst".

Fekter: "Peite wäre noch größerer Schaden"
Fekter erklärte, eine Lösung sei notwendig, denn "eine Pleite wäre ein noch größerer Schaden". Wenn der IWF (Internationale Währungsfonds) seinen Teil der fünften Tranche auszahle, "werden wir das auch auszahlen. Wenn der IWF sagt, er steigt angesichts der Unsicherheiten Griechenlands aus, werden wir auch nicht auszahlen". Zu einem zweiten Rettungsprogramm für Athen meinte Fekter, bis Athen wieder wirtschaftlich auf die Füße komme, werde es "wesentlich länger dauern als ursprünglich angenommen". Die Euro-Finanzminister würden "im Detail beraten, welche Möglichkeiten es ganz konkret gibt und welche der vorgeschlagenen Varianten die geringste Risikodichte aufzeigt. "Es ist alles ein bißchen risikobehaftet". Beschlüsse könnten jedenfalls am Montag fallen, wobei Fekter im Hinblick auf eine allfällige Privatgläubiger-Beteiligung auf die Vienna-Initiative aus 2009 für den Bankensektor verwies. "Ein ähnliches Modell soll auch hier funktionieren."

Abstimmung über Sparmaßnahmen
Die neue griechische Regierung wird kommenden Dienstag über die Sparmaßnahmen abstimmen. Schäuble betonte, Athen müsse die notwendigen Voraussetzungen erfüllen, dass die nächste - die fünfte - Tranche in Höhe von zwölf Milliarden Euro rechtzeitig ausgezahlt werden könne. Europa werde seinen Teil dazu besteuern. Ohne diese Zahlung wäre Griechenland bereits Mitte Juli pleite.

Ansteckungsgefahr auf Belgien und Italien?
Wie unsicher die Situation innerhalb der Eurozone ist, zeigten jüngste Aussagen Junckers. Der Luxemburg-Premier hatte vor einer Ansteckungsgefahr auf Belgien und Italien gewarnt, was ihm einige Kritik eingebracht hatte.