Griechenland-Krise von

Griechen-Austritt kostet 500 Mrd.

IHS-Chef Felderer: Auch Österreich würde im schlimmsten Fall Milliarden verlieren

Griechenland-Krise - Griechen-Austritt kostet 500 Mrd. © Bild: REUTERS/Yorgos Karahalis

Der scheidende IHS-Chef Bernhard Felderer glaubt nicht an einen Euro-Austritt Griechenlands. Dass das Land die Währungsunion verlassen könnte, "halte ich für sehr unwahrscheinlich", sagte der Wirtschaftsforscher. Ein solcher Abgang würde die EU immerhin 500 Milliarden Euro kosten.

Für Europa wäre dies machbar, aber für Griechenland selbst sehr schwierig, so Felderer. In Europa würde ein Austritt zwar Schocks auslösen, aber man habe ein solches Szenario seit eineinhalb Jahren studiert, wäre also gut vorbereitet.

Auch Österreich verliert im Notfall Milliarden
Bei einem Austritt der Griechen "müsste man ihnen ein Geschenk von mehr als 500 Mrd. Euro machen", sagte Felderer, sonst könnte sich die griechische Wirtschaft nie erholen. Es wäre sehr unwahrscheinlich, dass Griechenland je in der Lage wäre, das Geld, das es bereits erhalten habe, zurückzuzahlen. Auch Österreich würde sicher mehr als die 1,5 Mrd. Euro verlieren, die Griechenland von Wien erhalten habe. Er gehe von rund 6 Milliarden Euro aus.

Unterdessen begrüßt Felderer die EU-Bankenhilfe für Spanien . Das Budgetdefizit des Landes sei durch die bereits erfolgten Staatshilfen für die Banken ohnehin schon höher ausgefallen als geplant, "aber das war nur ein Tropfen auf den heißen Stein", sagte Felder am Sonntag in der ORF-"Pressestunde".

Weitere Bankenhilfen wären für das Land selbst nicht tragbar gewesen, weil seine Verschuldung sonst sprunghafte angestiegen wäre. Wenn Spanien in die gleiche Situation käme wie Griechenland, "dann hätte die Krise eine ganz andere Dimension", so Felderer. Dass die spanischen Banken tatsächlich 100 Mrd. Euro brauchen werden, glaubt er nicht, aber das sei schwer zu sagen. "Man kann so viel in einer Bankbilanz verstecken, dass es schwierig ist zu wissen, was los ist."

Kommentare

Umkehrschluß Der durch Täuschung und stille Duldung durch die EU Politiker durchgeführte Beitritt Griechenlands war von vornherein ein Negativgeschäft für alle Nettozahler, und die jetzt bezifferten 500 Milliarden hätte wohl jeder hochrechnen können der über Griechenlands Finanzstatus wußte. Aber alle haben es vertuscht. Und der sogenannte Rettungsschirm ist lediglich eine Geldvernichtungsmaschinerie ungeahnten Ausmaßes der uns noch alle in den Abgrund führen wird.

Besser.... ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende...

Seite 1 von 1