Griechenland-Krise von

EU lässt Athen zappeln

Neue Finanzhilfe wird vorerst verweigert. Brüssel stellt Ultimatum bis Mittwoch

Griechenland-Krise - EU lässt Athen zappeln © Bild: Reuters

Die Euro-Gruppe wird erst nächsten Mittwoch über das zweite Rettungsprogramm für Griechenland entscheiden. Eurogruppen-Chef Juncker erklärte nach der Sitzung der Finanzminister am Donnerstagabend, es werde "keine Auszahlung" geben, bevor das im letzten Moment von Athen akzeptierte Sparpaket "nicht implementiert wird".

"Trotz des wichtigen Fortschritts, den wir in den vergangenen Tagen erreicht haben, hatten wir nicht die notwendigen Elemente auf dem Tisch, um heute Entscheidungen zu treffen", sagte Juncker nach einem Treffen der Eurogruppe. Der Luxemburger stellte der Regierung in Athen aber eine weitere Sitzung am Mittwoch in Aussicht, um dann ein zweites Hilfspaket in Höhe von 130 Milliarden Euro zu beschließen. Da Griechenland in den vergangenen Monaten allerdings vereinbarte Maßnahmen nicht umgesetzt hat, gibt es diesmal zusätzliche Bedingungen.

Neue Forderungen an Athen
Juncker nannte drei Bedingungen, die das hoch verschuldete Land erfüllen muss. Griechenland soll weitere Einsparungen in Höhe von 325 Millionen Euro für dieses Jahr benennen. Zudem müssten die Chefs der Koalitionsparteien schriftliche Verpflichtungen auf den vereinbarten Spar- und Reformkurs unterzeichnen, damit dieser auch nach den für April geplanten Wahlen fortgeführt wird. Schließlich muss das griechische Parlament dem Sparpaket zustimmen, auf das sich die Athener Koalition am Donnerstag nach langem Ringen verständigt hatte. Es sieht unter anderem die Senkung der Mindestlöhne um 22 Prozent und die Streichung von 15.000 Beamtenstellen vor. Die Abstimmung ist für Sonntag geplant.

Erfüllt die Regierung in Athen die Forderungen, wollen die Euro-Länder neben dem zweiten Hilfspaket auch einem Schuldenschnitt für Griechenland zustimmen. Dabei verzichten die privaten Gläubiger des Landes auf 100 Milliarden Euro. Ziel beider Schritte ist es, den griechischen Schuldenstand bis zum Jahr 2020 auf ein einigermaßen erträgliches Maß zu senken.

Die Eurozone will aber zudem die Umsetzung der Sparmaßnahmen strenger überwachen. Es gehe darum, Griechenland "institutionell in den Stand zu versetzen, seine Schulden zu bedienen", sagte Juncker. "Ernsthaft geprüft" wird dafür auch der deutsch-französische Vorschlag für ein Sonderkonto.

Kommentare

Rettung von Griechenland In Griechenland wird der Euro und die Banken gerettet, Das es dabei Menschen gibt die nicht einmal genug zu Essen bekommen ist völlig uninteressant, Wenn ich ein Grieche wäre würd ich auf die Eu sch... . Mehr als verhungern kann man nicht. Aber wenn schon, dann nicht für die Banken. Solidarität für Griechenland.

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Schamlos Skrupellos Haltlos Scheinbar hat die europäische Politik jegliche Moral, jegliches Verantwortungsgefühl und jegliche Vorbildwirkung verloren ... wie war das noch vor ein paar Monaten "Es wird keinen Bankrott geben" ... ja noch vor ein paar Tagen ... und was ist ein Schuldenschnitt? Ist das nicht ein Konkurs oder Ausgleich? Verlogenes Brüsseler Pack ... de facto sieht es am Ende so aus, das der IWF und die EZB es geschafft haben die Bürger anderer Staaten über die jeweiligen Regierungen zur Haftung zu zwingen ... das Geld fliesst nach Athen an den Bürgern vorbei direkt wieder in die Banken und EZB etc. und wir sollen dafür haften? Zum Schluss hat es der IWF und die EZB und die kapitalistischen Konsorten geschafft, Griechenland wird zwangsgefüttert mit neuen Milliarden, und wir via Haftung ausgeplündert.

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Re: Schamlos Skrupellos Haltlos Unterm Strich hat so die EUdSSR ihre Maske fallen gelassen ... es geht nicht darum irgendwas zu "retten" oder für den Bürger zu arbeiten. Ein Großteil der Griechen wollte keine Finanzhilfe der EU - man hat sie ihnen regelrecht und menschenverachtend aufgezwungen. Anstatt die Griechen von Anfang an in eine geordnete Insolvenz gehen zu lassen mit Schuldenschnitt und Neustart ... hat man ihnen Milliarden und Abermilliarden aufgezwungen, uns weiss gemacht es gäbe keine Alternativen, in den Medien stellt man die Griechen als arbeitsscheues Volk dar, und die griechische Regierung als Wohlfahrtsstaat - Fakt ist - vor der EU hatten die Griechen keine Probleme. Nun hat man etliche Milliarden hineingepumpt und es kommt nix anderes als ein Schuldenschnitt raus - nur diesmal hängen wir auch mit drin..

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Re: Schamlos Skrupellos Haltlos Es geht darum alle EU Länder in die Knechtschaft zu zwingen, alle Bürger zu versklaven unter dem Vorwand von Finanzkrise und "keine Alternativen" ... es geht darum den Bürgern alle Rechte zu nehmen, die Regierungen zu entmachten, die Bürger zu enteignen und als zentralistische Diktatur die sich auf Verträge und Vereinbarungen beruft alle Macht an sich zu reissen. Wie groß und gemeinsam war doch der medial verkaufte Anfangsgedanke der EU "Alle Europäer sind Brüder" ... und wie schamlos wurden die gutgläubigen Bürger der EU verkauft ... schämt euch ihr vermeintlichen Retter und empört euch ihr mündigen Bürger. Mein Herz ist bei den Griechen - viel Kraft, viel Mut, viel Rückgrat wünsch ich euch, ihr seid das Testobjekt der Hochfinanz und politischen Willkür. Haltet dagegen, für euch, für uns.

simm1111
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Re: Schamlos Skrupellos Haltlos Ganz stimmt es nicht, die Griechen hätten wahrscheinlich auch ohne Euro Probleme bekommen, denn wenn man so wirtschaftet wie die dann müssen Probleme auftauchen, nur wir hätten das nicht mitfinanzieren müssen!!

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Re: Schamlos Skrupellos Haltlos Nun, ob sie Probleme bekommen HÄTTEN oder nicht, ist reine Spekulation denke ich ... erst mit den Euro Kriterien gings bergab ... davor war Griechenland ein blühendes Touristenland mit eben anderer Mentalität, und solange sie eigenständig entscheiden konnten, trafen sie die Entscheidungen nach ihrer Mentalität. Ich glaube nicht das man ein Volk für seinen andersartigen Umgang mit den Dingen verantwortlich machen kann. Jedes Volk ist eben anders - erst diese Gleichmachungsmaschinerie aus Brüssel mitsamt der damaligen griechischen Regierung hat dem Volk quasi eine neue europäische Mentalität aufgezwungen, das der Anfang vom Ende war. Zur Errinerung: Der Großteil der Griechen wollte keine Finanzhilfe - auch diese wurde ihnen aufgezwungen.

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Re: Schamlos Skrupellos Haltlos Genauso seh ich das auch. Dass die Griechen schon seit eh und je wirtschaftlich dahinwurschtelten war ja kein Geheimnis. Das Hauptproblem lag daran, dass sich keiner der Genies in diesem EU-Haufen überlegt hatte,was Länder mit Abwertungstradition tun werden,wenn sie es nicht mehr können - jetzt wissen wir es: Schulden machen bis zum Plafond und die Banken mit hohen Zinsen fett füttern. Das betrifft ja nicht nur die Griechen. Und jetzt werden wir für das mangelnde Nachdenken der allseitig Verantwortlichen zahlen.

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Re: Schamlos Skrupellos Haltlos Hätten die Banken bei vernünftiger Risikobewertung kein Geld gegeben hätten die Griechen viel früher selbst reagieren müssen und eine Wende wäre sanfter gewesen.
So hat man sie sehenden Auges mit Vollgas an die Wand fahren lassen.
Das wurde im Bewusstsein gemacht,dass Kredite entweder gegen Ausfall versichert sind oder die Bürger der Kreditgeberländer am Ende für die Fehler der Banken geradestehen müssen.

Nur wenn wir die Mühlsteine dann alle um den Hals haben und man sich zu der Erkenntnis durchringt,wie gut es uns vorher ging,wünsche ich verdammt nochmal eine Diskussion über die Ursachen dieser Katastrophe,die über ein Griechenbashing hinausgeht,insbesondere über die Rolle der Banken dabei.Denn Geld aus meinem Taschl ziehen und dann kommentarlos weiterwursteln wie bisher is nicht.

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