Griechenland-Krise von

Chaos auf Griechisch

Nach Rücktritt vom Rücktritt verliert Premier Papandreou Unterstützung in eigener Partei

Griechenland-Krise - Chaos auf Griechisch © Bild: Reuters

Zuerst der Rücktritt, dann der Rücktritt vom Rücktritt, nun verliert Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou auch noch die Zustimmung seiner eigenen Partei PASOK. Trotzdem strebt er nach seiner geplanten Kabinettsumbildung eine rasche Vertrauensabstimmung im Parlament an. Bis Dienstagabend will der Regierungschef sich dem Votum der Abgeordneten stellen.

Damit will sich Papandreou angesichts des politischen Streits um das jüngste Sparprogramm den Rückhalt seiner Partei sichern. Erschwert wird die Lage für die sozialistische Regierung jedoch durch den Rücktritt mehrerer Abgeordneter: So kündigte bereits der zweite Parlamentarier der regierenden PASOK-Partei allein am heutigen Donnerstag seinen Rückzug an.

"Unsere Kinder stehen vor einer freudlosen Zukunft, die politische Führung bleibt auf ihrem Kurs des Populismus und der Verantwortungslosigkeit", sagte der Abgeordnete Hector Nasiokas. "Das ist mein letzter Tag im Parlament." Papandreous Mehrheit ist durch die Rücktritte jedoch nicht gefährdet, weil PASOK-Politiker auf die offenen Sitze nachrücken.

Experten gehen davon aus, dass Papandreou die Vertrauensabstimmung im Parlament gewinnt. "Es wird die Partei dazu zwingen, sich zusammenzureißen", sagte Analyst Takis Zamanis von Beta Securities. Papandreous Partei verfügt über 155 der 300 Sitze im Parlament.

Krisensitzung einberufen
Allerdings berief der sozialistische Premierminister für den heutigen Nachmittag eine Krisensitzung seiner Abgeordneten im Athener Parlament ein. Der linke PASOK-Flügel sträubt sich dagegen, dass Papandreou den Sparkurs angesichts des drohenden Bankrotts des Landes noch weiter verschärfen will. Dieser sagte eine Reise zur EU nach Brüssel ab.

Kommentatoren wollten nicht ausschließen, dass Papandreou den Abgeordneten mit Neuwahlen drohen werde, um die Reihen zu schließen. Die PASOK dürfte angesichts ihres beim Volk unpopulären Sparkurses bei Wahlen Einbußen erleiden.

Mit der Vertrauensabstimmung will sich Papandreou die Zustimmung zu seinem neuen Kabinett verschaffen, nachdem die Bildung einer Einheitsregierung am Widerstand der Opposition gescheitert war. Noch heute soll nun eine neue sozialistische Regierung aufgestellt werden.

Bauernopfer Papakonstantinou?
Dabei könnte Finanzminister Giorgos Papakonstantinou abgelöst werden, der als Architekt der unpopulären Sparmaßnahmen gilt, die im Gegenzug für das 110 Milliarden Euro schwere Hilfspaket von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF) auf den Weg gebracht wurden. Als ein möglicher Kandidat für seine Nachfolge gilt Lucas Papademos. Der ehemalige EZB-Vizepräsident war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Griechenland steckt derzeit in einer politischen Krise, die sich an der jüngsten Sparrunde entzündet hat. EU und IWF fordern weitere Sparanstrengungen, damit die nächste Tranche des Hilfspakets im Volumen von zwölf Milliarden Euro ausgezahlt wird. Mit dem Geld will die Regierung in Athen Anleihen zurückzahlen, die im August fällig werden.

Kommentare

King_Salomon melden

Keinen Cent für diese Chaoten Der arme Staatschef bemüht sich, seinen Staat so recht und schlecht über die Runden zu bringen und dann sehe ich mir Chaosbilder in den Nachrichten an. Wenn man diesen Wilden den Geldhahn zudrehen würde, dann gibe es eben einen Staatsbankrot - na und? Auch andere Unternehmen gehen in Konkurs. Was wird sich ändern? Gar nichts. Die Griechen werden nach wie vor ins Cafehaus gehen und Tavli spielen, auf die Regierung schimpfen und den Zeus einen guten Mann sein lassen. Die Reichen werden nach wie vor Steuern hinterziehen, die Chaoten Steine werfen. Also bitte - wozu noch mehr Geld vernichten? Verwenden wir dieses Geld für die Ausbildung, für die Kinder, für die Pflege. 2 Mrd. €, da kann man schon etwas sinnvolles damit anfangen.

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Re: Keinen Cent für diese Chaoten Sie wissen aber schon, dass dieser "arme" Staatschef über die griechische Postbank Credit default swaps an eine ihm nahestehende Firma in der Schweiz verkauft hat, die damit mittlerweile die Kleinigkeit von 27 Milliarden Dollar eingeheimst hat. Und jeder denkende Mensch sollte hier langsam beginnen leichte Kopfschmerzen zu verspüren und sich fragen, warum ein Präsident auf die Zahlungsunfähigkeit des eigenen Landes spekuliert und haufenweise Kohle damit verdient, ein Mann, der für das Wohl des Staates verantwortlich ist, das Volk schändlich verrät und sich dadurch auch noch bereichert.
Und wenn Sie als denkender Mensch dann noch immer nicht die Wut der Griechen auf ihre korrupte Staatsführung verstehen, dann ist Ihnen leider auch nicht mehr zu helfen.

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Re: Keinen Cent für diese Chaoten Ach ja und nochetwas, apropos Konkurs: Ich hoffe, Sie haben Ihre Sparguthaben bereits zuhause unter dem Kopfpolster liegen, denn wenn Griechenland heute pleite geht und in einen ungeregelten Konkurs schlittert, dann schlittert Ihre Hausbank mit....und ob unsere Fekter-Mitzi diese dann nocheinmal retten kann wage ich zu bezweifeln, denn die amerikanischen Treasury-Papierln von 2008 waren ein lauwarmes Mailüfterl gegen das was uns dann erwartet....

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