Fakten von

Fünf Tipps für Griechenland-Urlauber

Welche Auswirkungen auf Reisende hätte ein möglicher Grexit?

Griechenland - Santorin © Bild: iStockphoto.com

Wie es in Griechenland in den kommenden Wochen weitergeht, ist völlig offen. So schlimm die Folgen eines Austritts des Landes aus der Eurozone für die griechische Bevölkerung sein könnten, für Urlauber aus dem Ausland hätte ein Grexit geringe Auswirkungen.

THEMEN:

Was würde ein Grexit für Urlauber bedeuten?

Käme es tatsächlich zu einem gefürchteten Ausstieg Griechenlands aus dem Euro, wären die Folgen für Urlauber wohl eher gering - vor allem für Pauschalreisende. "Der Reisepreis ist in Euro bezahlt, egal welche Währung in einem Land gilt. Die touristischen Leistungen wie Flüge, Hotelübernachtungen oder Bustransfers sind eingekauft und vertraglich abgesichert", beruhigt der Deutsche Reiseverband (DRV) Pauschalreisende.

Anders sieht es bei Individualtouristen aus. Sie müssen sich um alles selbst kümmern, da sie Hotels, Mietwagen etc. selbst gebucht und direkt bezahlt haben. Niemand weiß, ob, wann und wie ein Grexit kommt - doch auch wenn Griechenland eine Parallelwährung oder die Drachme einführt, ist es unwahrscheinlich, dass der Euro von heute auf morgen nicht mehr akzeptiert wird.

Private Unterkünfte könnten auch von der Versorgung (etwa mit Nahrungsmitteln) abgeschnitten werden, weil sie von Lieferanten keine Waren erhalten. Dieses Risiko ist bei großen Reiseveranstaltern geringer, da sie über eine größere Infrastruktur verfügen. Zudem ist man bei Pauschalreisen rechtlich abgesichert: Wenn Griechenland als nicht mehr sicheres Urlaubsziel gilt, kann man vom Urlaub zurücktreten oder Geld zurückverlangen.

Sollten Urlauber mehr Bargeld mitnehmen?

Normalerweise ist es nicht sinnvoll, in den Urlaub viel Bargeld mitzunehmen. Das gilt für Griechenland nicht mehr. Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria: "Die Bargeldversorgung über Bankomaten könnte in Griechenland schwierig werden. Daher ist die Mitnahme von Bargeld sicherlich vorteilhaft." Und zwar in Form von Euro. Die Rückkehr zur Drachme ist erstens unwahrscheinlich und wäre zweitens nicht so rasch umsetzbar.

Mittlerweile ist es möglich, dass bereits am Montag die Banken nicht mehr öffnen, weil die Griechen ihr verfügbares Geld abheben.

Auch Kerstin Altendorf vom Bundesverband deutscher Banken rät besorgetn Urlaubern, "etwas mehr Bargeld" als geplant mit auf die Griechenland-Reise zu nehmen. Dies könnte zum Beispiel dann sinnvoll sein, wenn Griechenland Kapitalverkehrskontrollen einführt, um zu verhindern, dass Verbraucher zu viel Bargeld abheben. Sollte dies eintreten, würden Abhebungen an den Automaten auf kleinere Beträge begrenzt werden. So wurde es beispielsweise in Zypern vor drei Jahren gemacht. Auch hier wären Pauschaltouristen weniger betroffen, da der Großteil ihrer Reisekosten schon bezahlt ist. Nach wie vor ließen sich Rechnungen aber auch mit Kredit- oder Girokarten bezahlen.

Müssen Urlauber Angst vor Kundgebungen und Demonstrationen haben?

Egal in welchem Land, Demonstrationen sollten generell von Reisenden gemieden werden, empfiehlt der DRV. In den Urlaubsgebieten auf den griechischen Inseln ist zudem kaum mit Kundgebungen zu rechnen. Sie konzentrieren sich auf die Städte. Pauschaltouristen müssen sich um die politische Lage weniger Gedanken machen als individuell Reisende: Der Reiseveranstalter beobachtet für die Touristen die politische Lage und reagiert gegebenenfalls. Urlauber, die auf eigene Faust reisen, sollten die Nachrichten zumindest mitverfolgen.

Was tun, wenn gestreikt wird?

Wenn Griechenland zahlungsunfähig wird, dann könnten Streiks folgen. Betroffen wären Flüge, Schiffsreisen und der Eisenbahnverkehr. Reisebüros und Reiseveranstalter reagieren auf solche Situationen rasch und bieten Ausweichmöglichkeiten an. Denn wenn sie das nicht tun, ist ein Rücktritt von der Reise möglich. Individualreisende sollten vor Reiseantritt noch Informationen (etwa bei ARBÖ oder ÖAMTC) einholen.

Wie beliebt ist Griechenland noch bei Urlaubern?

Kurz gesagt: sehr beliebt. Die Österreicher reisen heuer verstärkt nach Griechenland - ungeachtet der Spekulationen um eine bevorstehende Pleite des Urlaubslandes oder um dessen Austritt aus der Eurozone. "Gegenüber 2014 ist eine Steigerung von 22 Prozent zu sehen", sagte die Sprecherin der Restplatzbörse, Ines Culinovic, zur APA. Bei den Kunden der Kuoni-Tochter war Griechenland zuletzt sogar die beliebteste Destination.

Zahlreiche Hintergrundinformationen zur Griechenland-Krise finden Sie im aktuellen News in Ihrem Zeitschriftenhandel oder als E-Paper-Version.

Kommentare