Griechenland-Krise von

Bahn frei für ein zweites Hilfspaket

Merkel und Sarkozy einigen sich vor dem Euro-Sondergipfel

Griechenland-Krise - Bahn frei für ein zweites Hilfspaket © Bild: APA/EPA/Carstensen

Kompromiss nach zähen Verhandlungen: Deutschlands Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Staatspräsident Sarkozy sind sich einig, wie das hoch verschuldete Griechenland gerettet werden soll. Damit steht beim heutigen Euro-Sondergipfel einem zweiten Hilfspaket für Athen nichts mehr im Weg.

Ergebnisse des mehr als sechsstündigen Gesprächs im Berliner Kanzleramt wurden nicht mitgeteilt. Überraschend war auch EZB-Chef Trichet nach Berlin gereist. Um Mitternacht ging die Dreierrunde auseinander. Merkel und Sarkozy hätten die Argumente des aus Frankfurt angereisten EZB-Präsidenten angehört und sich ausführlich telefonisch mit dem europäischen Ratspräsidenten Van Rompuy ausgetauscht, teilte ein Regierungssprecher mit. Die deutsch-französische Position werde nun van Rompuy übergeben, damit er sie in die Brüsseler Beratungen einfließen lasse.

Streit um Beteiligung der Banken
Aus deutscher Sicht wären Lösungsvorschläge ohne Einbindung Trichets wenig sinnvoll gewesen, da die EZB wie Frankreich der deutschen Forderung nach einer verbindlichen Beteiligung von Banken und Versicherungen skeptisch gegenübersteht. Sarkozy hatte Merkel noch vor wenigen Wochen in Berlin abgerungen, dass sich private Gläubiger nur auf freiwilliger Basis engagieren sollen. Merkel glaubt hingegen nicht an ein großes freiwilliges Engagement der Banken. Die EZB und französische Banken haben umfangreich griechische Staatsanleihen gezeichnet.

Auch in Brüssel ging es bei den Vorbereitungstreffen laut Diplomaten unter anderem um die Frage, wie Banken und Versicherungen an der Griechenland-Rettung beteiligt werden können. Banken und Versicherungen sollten einen Teil der Last des neuen Pakets tragen und rund 30 Milliarden Euro beisteuern, hieß es. Neben Deutschland pochten auch die Niederlande und Finnland darauf.

Euro-Sondergipfel in Brüssel
Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Staaten beratenheute in Brüssel auf einem Sondergipfel über ein neues Hilfspaket für Griechenland. Auf höchster Ebene soll unter anderem der seit Monaten schwelende Streit über einen Beitrag privater Gläubiger zur Rettung des Landes vor der Pleite beigelegt werden. Der Gipfel wurde einberufen, da die Schuldenkrise in den kleinen Ländern Griechenland, Portugal und Irland auf die wirtschaftlichen Schwergewichte Italien und Spanien überzugreifen droht.

Kommentare

Wir dürfen gespannt sein! Heute ist wohl ein wichtiger Tag der möglicherweise Geschichte schreibt. Bin schon sehr gespannt was beim Gipfel "rauskommt".

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