Schuldenkrise von

Griechenland hat keine
Drachmen-Notenpressen mehr

Keine Möglichkeit mehr, alte Währung herzustellen - Varoufakis droht mit Rücktritt

Griechische Drachmen © Bild: imago/Wassilis Aswestopoulos

Eine Rückkehr vom Euro zur Drachme würde Griechenland nach Angaben von Finanzminister Giannis Varoufakis neben den rechtlichen auch vor äußerst praktische Probleme stellen. "Wir haben die Notenpressen zerstört", sagte Varoufakis am Donnerstag im australischen Radiosender ABC.

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Im Jahr 2000, ein Jahr vor der Einführung des Euro, war nach seinen Worten "eines der ersten Dinge, die wir tun mussten, alle unsere Notenpressen loszuwerden" - als Teil einer Beteuerung, dass "diese Währungsunion unumkehrbar ist". Zum Drucken der Drachme habe Griechenland somit "keine Kapazitäten" mehr.

Angesichts der festgefahrenen Lage im Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen internationalen Gläubigern wird über ein Ausscheiden des Landes aus der Eurozone spekuliert. Am Sonntag will die griechische Regierung die Bevölkerung in einem Referendum über die Forderungen der Gläubiger abstimmen lassen. Sie wirbt dabei massiv für ein Nein zu den Vorschlägen.

Votum über Eurozonen-Verbleib

Vertreter von Regierungen mehrerer Euroländer - darunter Deutschland, Frankreich und Italien - erklärten das Referendum bereits zum Votum über einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone. Laut einer aktuellen Umfrage liegen die Gegner des Gläubigerangebots derzeit mit 46 Prozent vor den Befürwortern mit 37 Prozent. Viele Griechen sind aber noch unentschlossen.

Bei einer "Nein"-Stimme gebe es nicht nur keine Basis für ein neues Hilfsprogramm, "sondern dann ist es sehr fraglich, ob es überhaupt eine Basis für Griechenland in der Eurozone gibt", sagte etwa Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem am Donnerstag im Parlament in Den Haag. "Das ist die fundamentale Frage, um die es tatsächlich geht." Ein Ausstieg eines Landes aus dem Euro ("Grexit") ist rechtlich allerdings nicht vorgesehen. Dijsselbloem sprach von einer "äußerst ernsten" Lage.

Varoufakis will im Fall eines "Ja" zu den Gläubiger-Forderungen in jedem Fall zurücktreten, wie er dem Fernsehsender Bloomberg TV sagte. Auf die Frage, ob er einer Vereinbarung ohne Schuldenrestrukturierung zustimmen würde, sagte der griechische Finanzminister im Interview mit Bloomberg: "Ich würde mir eher den Arm abschneiden, als einen solchen Deal zu unterschreiben."

Abgeordneter ausgeschlossen

Der Juniorpartner der griechischen Regierungskoalition, die rechtspopulistische Partei Unabhängige Griechen (Anel), hat am Donnerstag einen Abgeordneten aus der Parlamentsfraktion ausgeschlossen. Der Volksvertreter Konstantin Damavolitis hatte sich zuvor für ein "Ja" beim Referendum am Sonntag ausgesprochen.

Er wurde von der Anel-Fraktion nur wenige Stunden nach seinem Plädoyer ausgeschlossen, bei der Volksabstimmung für die Annahme der Forderungen der internationalen Gläubiger zu stimmen. Der Ausschluss sei vom Parteivorsitzenden, Verteidigungsminister Panos Kammenos, beschlossen worden, teilte die Anel-Pressestelle mit.

"Wir befinden uns im Krieg"

Der Verteidigungsminister setzte sich mit martialischen Worten dafür ein, die Auflagen der internationalen Kreditgeber zur Sanierung der öffentlichen Finanzen Griechenlands zurückzuweisen. "Wir befinden uns im Krieg - und da wird keine Nachsicht geübt", nachdem Ministerpräsident Alexis Tsipras ihn im Ministerium aufgesucht hatte. "Wer den Krieg nicht unterstützt, fliegt raus."

Neben Damavolitis gibt es drei weitere Anel-Abgeordnete, die zuletzt Zweifel daran laut werden ließen, ob das Referendum abgehalten werden sollte und ob die Bevölkerung mit Nein stimmen sollte. Damit könnte die Regierungsmehrheit weiter bröckeln. Bisher hatten 149 Abgeordnete der dominierenden Syriza-Partei und 13 Anel-Abgeordnete zur Regierungsmehrheit gezählt. Die absolute Mehrheit im Parlament von Athen liegt bei 151 Sitzen.

Kommentare

lol ... na SO a schmarren ... na dannmachts halt eine neue presse.. wo ist das problem ????

strizzi1949
strizzi1949 melden

Und was wäre so schlimm daran, wenn der Varoufakis zurücktritt? Es kann doch nur besser werden! Die entwickeln sich schön langsam zur Parteiendiktatur! Anders denken ist in der Partei verboten! Griechenland, eine Demokratie? Der war gut! Schmeißt sie raus, aus der EU!

strizzi1949
strizzi1949 melden

Der Rücktritt ist keine Drohung, das ist ein Versprechen!

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