Griechenland-Hilfe ist unter Dach und Fach:
EU-Staaten einigen sich über Milliardenpaket

110 Milliarden Euro fließen ins marode Mittelmeerland Nächster Schock: Euro befindet sich in "Notsituation"

Griechenland-Hilfe ist unter Dach und Fach:
EU-Staaten einigen sich über Milliardenpaket © Bild: APA/EPA/Hoslet

Dem griechischen Premier George Papandreou ist damit wohl ein großer Stein vom Herzen gefallen: Das internationale Rettungspaket für das am finanziellen Abgrund stehende Griechenland ist nämlich endgültig unter Dach und Fach. Nachdem schon der deutsche Bundestag und Bundesrat die Notkredite von bis zu 22,4 Milliarden Euro gebilligt hatten, haben die Staats- und Regierungschefs der Eurozone bei einem Krisengipfel in Brüssel die Milliardenhilfe für das marode Mittelmeerland nun endgültig beschlossen. Die Euro-Länder beteiligen sich mit 80 Milliarden Euro an der Hilfe von insgesamt 110 Milliarden Euro für Griechenland, meldet ORF.at unter Berufung auf EU-Diplomatenkreise.

Der Euro-Krisengipfel hat in der Nacht allerdings noch eine dramatische Wende genommen. Die Staats- und Regierungschefs der 16 Euro-Länder beriefen eilig einen Sondergipfel der EU-Finanzminister für Sonntag ein. Der Gipfel will die EU-Finanzchefs beauftragen, noch vor der Öffnung der asiatischen Märkte am Montag ein klares Signal für die Eurozone zu setzen.

Hintergrund ist offenbar ein befürchteter massiver Verkauf europäischer Staatsanleihen auf den internationalen Märkten. EZB-Chef Trichet hatte noch am Donnerstag erklärt, die Europäische Zentralbank EZB erwäge nicht den Ankauf von Staatsanleihen der Euro-Länder.

Berlusconi war der Auslöser
Abgezeichnet hatte sich die schwierige Situation, als der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi wenige Minuten vor Mitternacht die Teilnehmer des Euro-Gipfels zu einem verantwortungsvollen Handeln aufrief. Er sprach von einer "Notsituation", daher müssten Entscheidungen getroffen werden. Kurz darauf folgte in einer Art Paukenschlag die weitere Einberufung eines Krisengipfels - diesmal der 27 EU-Finanzminister für Sonntag in Brüssel.

Die EU wird nach Worten des ständigen EU-Ratspräsidenten einen permanenten Krisen-Mechanismus für die Eurozone schaffen. Van Rompuy sagte nach dem Euro-Sondergipfel, die Kommission werde für das Sondertreffen der EU-Finanzminister am Sonntag einen Vorschlag für einen "europäischen Stabilisierungsmechanismus" unterbreiten.

110 Mrd. Euro bereitgestellt
Auch Portugal, Spanien, Frankreich, Belgien, die Niederlande und Luxemburg hatten zuvor ihre Hilfsbeiträge beschlossen. Insgesamt stellen die Euro-Länder zur Rettung ihres Partners in diesem Zeitraum 80 Milliarden Euro bereit, der Internationale Währungsfonds (IWF) 30 Milliarden Euro. Deutschland trägt - entsprechend seiner Bevölkerungszahl - den größten Teil der Not-Kredite der Euro-Gruppe.

Die Kredite von 110 Milliarden Euro werden das Land für mindestens eineinhalb Jahre vom Druck befreien, sich am Kapitalmarkt neues Geld zu besorgen, so der Plan der 16 Mitglieder und des Internationalen Währungsfonds IWF.

(apa/red)

Kommentare

Griechenland - und wer kommt als nächstes Land... Danke liebe Herren Pröll, Faymann und Vorgänger, welche uns die EU an den Hals gehängt haben.
Jetzt ist es Griechenland, dann Spanien.... und wer "sponsert" dann ÖSTERREICH ?????
Die Budgetkassen sind leer (Pensions-NULL-Runde usw.) aber die Politiker sind großzügig mit dem Geld aus dem Volk, von dem Volk über das man IMMER WIEDER brutal und undemokratisch drüberfährt....

Die EU ist der Untergang Europas! Ich muss ja schon lachen, wenn ich lese, dass ein Herr
Berlusconi zu "verantwortungsvollem" Handeln aufruft;)
Ein "Politiker" der selbst unverantwortlich gehandelt hat
und seine Funktion ausnutzt um sich junge Mädchen zu
"organisieren" ist ein Entscheidungsträger bei solchen
Verhandlungen? Da darf es keinen wundern, dass wir
alle in so einer Krise sind!!

Wie soll Griechenland das Geld je zurückzahlen? Durch
Demos? Gewalt? Die gleichen Politiker wie bisher? Das
wird so nicht möglich sein und im Endeffekt werden die
europäischen Länder, in nicht allzu ferner Zeit, diesen
Schaden selbst ausgleichen müssen. Das ist eine Spirale
die sich abwärts dreht.

Ich sehe das so, dass die EU Politiker unter dem Vorwand
eines gemeinsamen Europas zu ihren eigenen Vorteilen
handeln.

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Wieder einmal ein Versprechen gebrochen Die Ederer hat uns den Tausender für die Brieftasche versprochen. Was daraus geworden ist, weiß jeder. Dafür ist sie jetzt zur Chefin von 400.000 Siemensarbeiter weltweit geworden. Dann wurde uns von der Politik versprochen, dass mit dem Beitritt zum Euro endlich eine stabile Währung vorhanden sei, gegen die man nur schwer spekulieren könne. Nun ist der Euro in Gefahr, weil Spekulanten ihn angreifen. Was muss man also als Politiker - damit man ein hohes Gehalt und kaum Risken hat BESONDERs GUT UND AUSGEPRTÄGT KÖNNEN? Richtig geraten -LÜGEN DASS SICH DIE BALKEN BIEGEN!!!!!

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Re: Wieder einmal ein Versprechen gebrochen Wieso, wir haben doch mehr als den Tausender. Euro 1600 laut Nachrichten. Sie hat sich lediglich in der Flußrichtung geirrt.

das lagerfeuer wurde angezunden!!!! und was bringts? der brand ist entzündet wie damals in frankreich und er wird sich ausbreiten egal was wir helfen!!!

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