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Grünes Licht für Athen

Eurogruppe einigt sich über 2. Hilfspaket - Gläubiger müssen auf mehr Geld verzichten

Griechenland - Grünes Licht für Athen © Bild: Reuters

Seit Wochen schon wartet Europa bang auf ein Ergebnis, nun sind die Verhandlungen erfolgreich beendet worden: Die Eurogruppe hat in der Nacht das zweite Griechenland-Rettungspaket im Ausmaß von 130 Milliarden Euro beschlossen. Nach einer zwölfstündigen Marathonsitzung wurde in letzter Minute der Forderungsverzicht der privaten Gläubiger erhöht, aber auch eine Beteiligung des öffentlichen Sektors ist vorgesehen.

Private Gläubiger kommt das Rettungspaket teurer zu stehen als bisher gedacht. Die Banken müssten de facto Abschreibungen auf ihre griechischen Staatsanleihen von 73 bis 74 Prozent schultern, sagten mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Damit kann der Schuldenstand des Landes von derzeit mehr als 160 Prozent des BIP bis 2020 auf 120,5 Prozent gedrückt werden.

Teil des zweiten Hilfspakets ist auch die Einigung auf ein Sonderkonto für Griechenland. Mit diesem Sperrkonto, das von der EU überwacht wird, soll Griechenland seine Schulden laufend bezahlen, damit das Geld nicht für andere Konsumzwecke ausgegeben werden kann.

Premier Papademos: "Bin sehr glücklich"
Eurogruppen-Chef Juncker bezeichnete das zweite Rettungspaket als beispiellos. Damit könne Griechenland auf einen glaubwürdigen Weg zurück zur Nachhaltigkeit kommen und Wachstum und Beschäftigung sichern. Juncker sagte, die Hilfe für Griechenland garantiere auch den Verbleib des Landes in der Eurozone. Das Hilfspaket nütze nicht nur Griechenland, sondern der gesamten Eurozone. Es werde erfolgreich sein.

Der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos hat sich "sehr glücklich" über das zweite Hilfspaket für sein Land gezeigt. Athen werde alle dafür nötigen Bedingungen rechtzeitig erfüllen, versicherte Papademos vor Journalisten in Brüssel. Auch nach den Wahlen im April werde das Programm wie vereinbart umgesetzt.

Das zweite Rettungspaket für Athen ist wichtig, da Griechenland am 20. März seine nächsten Verbindlichkeiten von 14,5 Milliarden Euro begleichen muss. Ohne Hilfe wäre das südliche Euroland pleite gewesen.

IWF stellt Bedingungen für Auszahlung
Das vor dem Bankrott stehende Griechenland wurde bisher bereits mit einem ersten Hilfspaket im Gesamtausmaß von 110 Milliarden Euro versorgt. Davon sind nach Auszahlung von 73 Milliarden noch 34,3 Milliarden Euro übrig, die in das zweite Rettungspaket einfließen sollen. Wie genau dies passiert, war zunächst nicht definiert.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) lässt seinen Anteil am zweiten Hilfspaket für Griechenland noch offen und stellt dafür Bedingungen. Entscheiden möchte man sich erst im März. IWF-Chefin Lagarde wiederholte ihre Forderung, dass die Europäer den Euro-Krisenfonds aufstocken müssen. Aus Sicht der Amerikaner reicht das Volumen nicht aus, um die Schuldenkrise nachhaltig zu lösen.

Kommentare

Und wieder is die kohle im lokus runtergespült,und kommt nie wieder.

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