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Athen steht kurz vor der Pleite

Das Land ringt um ein 11,5-Mrd.-Sparpaket und hat keine Bar-Reserven mehr

Griechenland - Athen steht kurz vor der Pleite © Bild: Getty/AFP/ARIS MESSINIS

Griechenland steht mit dem Rücken zur Wand. Das Land hat fast kein Geld mehr und bislang keine neue Tranche bekommen. Wenn nicht bald neues Geld fließt ist das Land demnächst pleite. Aber damit nicht genug: Auch ein neues Sparpaket muss baldigst beschlossen werden, sonst drohen die anderen EU-Länder mit der Einstellung ihrer Hilfszahlungen.

Beim Warten auf die nächste Hilfstranche droht Griechenland das Geld auszugehen. Der stellvertretende griechische Finanzminister Christos Staikouras schlug am Dienstag Alarm und sagte, die Mittel verringerten sich sehr rasch. "Die Barreserven sind fast bei null", sagte er dem staatlichen Fernsehsender NET. Es sei riskant zu sagen, bis wann die Mittel noch ausreichten, da dies von einigen Faktoren abhänge. "Wir befinden uns sicherlich am Abgrund. Wir haben die Tranche, die wir eigentlich bekommen sollten, nicht erhalten, und wir haben das Problem mit der Anleihe, die am 20. August fällig wird", sagte Staikouras.

Zusagen zur Hilfe
Die EU-Partner haben wiederholt zugesagt, das Land über den Monat August zu finanzieren. Dann ist eine Anleihe im Volumen von 3,2 Mrd. Euro zur Rückzahlung fällig. Details der Finanzierung sind aber noch offen. Griechenland ist bereits mehrfach knapp der endgültigen Pleite entgangen und ist voll von Hilfszahlungen abhängig. Sollte es kein Geld bekommen, könnte Griechenland weite Teile seiner öffentlichen Aufgaben nicht mehr erfüllen. Betroffen wären vor allem die Gehaltszahlungen für Beschäftigte im öffentlichen Dienst, Pensionen sowie Sozialleistungen.

Die offizielle Bewertung der Reformfortschritte des Landes durch Vertreter von EU und IWF liegt nicht vor September vor. Zuletzt war darüber spekuliert worden, dass Griechenland seine bisherigen Sparzusagen nicht einhalten wird, auch wegen der politischen Turbulenzen nach zwei Wahlen. Der deutsche Wirtschaftsminister Philipp Rösler hat dafür plädiert, Griechenland im Falle des Bruchs seiner Sparzusagen weitere Finanzhilfen zu verweigern, was eine Pleite des Landes und dessen Ausscheiden aus der Euro-Zone zur Folge haben könnte.

Im August das nächste Sparpaket
Im August wird Griecehnland Details des neuen harten Sparprogramms bekanntgeben. Die Koalitionsregierung suche nach Wegen, um das Land im Euroland zu erhalten und gleichzeitig keine Maßnahmen zu treffen, die die Schwächeren treffen, teilte der griechische Regierungssprecher Kedikoglou am Dienstag mit. Allein in den kommenden zwei Jahren müssen 11,5 Milliarden Euro gespart werden.

"Es ist der einzige Weg, damit wir nicht um Jahrzehnte zurückfallen", sagte Kedikoglou im griechischen Hörfunk. Die Verhandlungen darüber zwischen den Koalitionsparteien, den Konservativen, den Sozialisten und der Demokratischen Linken gestalteten sich weiter schwierig und waren Montagabend ohne Ergebnis vertagt worden. "Wichtig ist, dass unsere Entscheidungen nicht die Möglichkeiten zunichtemachen, dass das Land im Euroland bleibt", sagte der griechische Finanzminister Stournaras im Fernsehen. Von dem Sparprogramm und weiteren Reformen hängt ab, ob Griechenland weiter Geld bekommt.

Rekord-Arbeitslosigkeit
Die Arbeitslosigkeit in den 17 Euro-Ländern bleibt weiter auf Rekordniveau. Laut EU-Statistikamt Eurostat waren im Juni 17,8 Millionen Menschen im Euroraum ohne Job. Die Arbeitslosenrate lag bei 11,2 Prozent. Die höchsten Raten meldeten Spanien (24,8 Prozent) und Griechenland (22,5 Prozent). Die niedrigsten Raten verzeichneten Österreich (4,5 Prozent), die Niederlande (5,1 Prozent) sowie Deutschland und Luxemburg (je 5,4 Prozent. Die höchsten Anstiege in den vergangenen zwölf Monaten verzeichneten Griechenland, Spanien und Zypern. Die höchsten Rückgänge wurden in Estland, Lettland und Litauen registriert. In der Eurozone erreichte die Arbeitslosigkeit bereits im Mai 11,2 Prozent.

Kommentare

willswissen melden

Vergessen ! Was mir immer noch unerklärlich bleibt ist die Tatsache, wie die Griechen zum Eurobeitritt kamen.
Hat man das schon vergessen? Keiner spricht davon, es wurde einfach geduldet und jetzt kosten sie Milliarden. Meiner Meinung hätten sie wegen dieses Betruges gar keine Chance zum Beitritt gehabt.
Eigentlich gebührt ihnen von Anfang an kein Cent !!!

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Re: Vergessen ! goldman scahs hat geholfen und damit verdient...

danach mit den rettungspaketen als berater bank usw.

die frage ist eher wie viel geld nach brüssel fließt und für was?
mit dem könte man die gr auf einen schlag schuldenfrei kaufen und hätte noch grnügend für spanien

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Re: Vergessen ! http://derhonigmannsagt.wordpress.com/

und entschuldige meine rechtschreibung, grammatik (oder auch nicht).

willswissen melden

Re: Vergessen ! Re: durael

Natürlich - das hat alles einen bitteren Beigeschmack und man kommt zu dem Schluß, dass die "Brüsseler" dies alles vorgeplant hatten und im Voraus wußten. Deren Verdienst daran muß enorm sein. Geld scheffeln so lange es noch geht, bis die EU Staaten vollkommen ausgequetscht sind und dann nichts wie weg aus dem brennenden EU Raum.
Ich erwähnte schon - wir werden heftig in die Geschichte eingehen und in einigen hundert Jahren wird man über uns den Kopf schütteln.

Diese eu ist sowieso fürn arsch.

christian95 melden

Haben wir das schon vergessen? Am 16.6.2011 im Parlament:

HC sprach von "einem Faß ohne Boden" und erntete dafür lautsarkes Gelächter von SPÖ+ÖVP Abgeordneten.

Frau Fekter (ÖVP) stellte dazu fest: "Mrd. die wir nach Griechenland schicken sind für uns ein gutes Geschäft".

Wahltag ist Zahltag!

11.6.2012: Der Rechnungshof kritisiert die hohen Ausgaben der Bundesländer. Tirol, NÖ und Kärnten haben zwischen 2005 und 2010 deutlich mehr ausgegeben als eingenommen haben!
Die Schulden stiegen in Kärnten (BZÖ) von 680 Mio auf 1,4 Mrd.; in NÖ (ÖVP) von 1,7 Mrd. auf 4,1 Mrd., (+136%!) Tirol (ÖVP) + 120% . Die pro Kopf Verschuldung beträgt in Kärnten 2548, in NÖ 2458

12.6.2012: Sobotka (ÖVP) “Wir lassen uns vom Rechnungshof nicht irritieren. Sobotka denkt nicht daran sich an die Vorschläge des Rechnungshofes zu halten.

Bananenbiager melden

Re: Haben wir das schon vergessen? naja wenigstens fallen sie uns nicht als Berufsposter zur last.

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