Griechenland von

Athen und EU nähern sich an:
"Schnelle Hilfe" soll kommen

Tsipras und Hollande zeigen sich optimistisch - Konkreter Zeitplan fehlt allerdings

Hollande und Tsipras © Bild: ALAIN JOCARD/AFP/Getty Images

Nach schwerem Streit gehen das hoch verschuldete Griechenland und seine Geldgeber wieder aufeinander zu. Die Europartner einigten sich am Rande des EU-Gipfels in Brüssel mit dem griechischen Premier Alexis Tsipras darauf, bereits vereinbarte Schritte zur Rettung des Landes vor der drohenden Pleite zu beschleunigen. "Alles soll schnell gehen", sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Alexis Tsipras sicherte zu, in den nächsten Tagen eine vollständige Liste mit eigenen Reformvorschlägen vorzulegen. Dieser Plan ist Voraussetzung für die Geldgeber, noch verfügbare Milliardenhilfen aus dem verlängerten Hilfsprogramm freizugeben.

Ein konkreter Zeitplan für den beschleunigten Ablauf fehlt aber bisher. Bisher war davon die Rede gewesen, das Programm bis Ende April abzuschließen. Das könnte für das Krisenland aber zu spät sein.

Francois Hollande optimistisch

"Je schneller diese Reformen bekannt sind, je schneller diese Informationen bekannt sind, desto schneller wird die Eurogruppe eine Entscheidung treffen können", sagte der französische Staatspräsident Francois Hollande am frühen Freitagmorgen in Brüssel nach dem gut dreistündigen Krisengespräch in kleiner Runde.

Der linksgerichtete Tsipras zog eine positive Bilanz. "Wir sind optimistischer nach den Beratungen." Er fügte hinzu: "Alle Seiten haben versucht, das Beste zu tun und die Probleme der griechischen Wirtschaft zu lösen." Sein Land habe sich verpflichtet, Reformvorschläge zu machen und sie in die Tat umzusetzen. Er schränkte zugleich ein, sein Land sei nicht zu Schritten verpflichtet, die zu einem Schrumpfen der eigenen Wirtschaft führen könnten.

Hilfe um Monate verlängert

Basis bleibe die Vereinbarung der Euro-Finanzminister vom 20. Februar. Das teilten EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, EU-Gipfelchef Donald Tusk und Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem in einer gemeinsamen Erklärung mit. Im Vormonat war das Hilfsprogramm gegen Reformzusagen Athens um vier Monate verlängert worden. "Im Geiste des gegenseitigen Vertrauens sind wir alle bereit, die Arbeit zu beschleunigen und so schnell wie möglich abzuschließen."

"Wir wollen, dass Griechenland Mitglied der Eurozone ist und Mitglied der Eurozone bleibt", sagte Hollande. Merkel betonte: "Ich habe mitgenommen, (...) dass das Vertrauen wieder hergestellt wird und konzentriert gearbeitet wird. Insofern war es ein gutes und konstruktives Gespräch."

Spannungen im Vorfeld

In den vergangenen Wochen hatte es insbesondere zwischen Athen und Berlin erhebliche Spannungen gegeben. So hatte Griechenland Reparationsforderungen aus dem Zweiten Weltkrieg geltend gemacht.

In dem Hilfsprogramm stehen aus verschiedenen Quellen noch insgesamt 7,2 Milliarden Euro zur Verfügung, deren Auszahlung an den erfolgreichen Abschluss des Hilfsprogramms und griechische Reformschritte geknüpft ist. Tsipras drang insbesondere darauf, Zinsgewinne der Europäischen Zentralbank aus griechischen Staatsanleihen von 1,9 Milliarden Euro rasch auszuzahlen - damit konnte er sich dem Vernehmen nach aber nicht durchsetzen.

Griechen erwarten schnelle Auszahlung

Die griechische Regierung selbst rechnet mit der Auszahlung dringend benötigter Hilfsgelder, sobald sie den Euro-Partnern eine detaillierte Reformliste vorgelegt hat. Wenn die Aufstellung an die Eurogruppe übermittelt worden sei, würden die Mittel für die griechische Wirtschaft freigegeben, sagte Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis heute, Freitag, in Athen.

Das griechische Finanzministerium erklärte, man werde mit den Experten der Gläubiger in Athen konstruktiv zusammenarbeiten, um deren Anforderungen an die Reformliste zu erfüllen. Aus dem bis Juni verlängerten Programm kann Griechenland noch 1,8 Milliarden Euro an Krediten vom Euro-Rettungsschirm EFSF und 1,9 Milliarden Euro von der EZB erhalten.

Kommentare

christian95 melden

Wer erinnert sich noch? Bei einer Regierungsbeteiligung von FPÖ bettelte die SPÖ in Brüssel um Sanktionen gegen Österreich. In Griechenland ist eine extreme Rechte an der Regierung, die verhöhnen immer wieder ganz Europa und alle verneigen sich vor ihnen.

Eloy melden

Die SPÖ hat NICHT um Sanktionen gebeten, bitte schreiben sie keinen UNSINN! Die griechischen Rechten haben aber auch nie von der "ordentlichen Beschäftigungspoltik" im dritten Reich gesprochen".

Was Sie schreiben ist völliger Schwachsinn. Habe schon zig Urlaube auf den Griechischen Inseln verbracht, die Inhaber der Tavernen und Studios freuen sich sehr wenn Urlauber kommen, die Preise sind absolut in Ordnung, z.B. Souvlaki so um die 7 €, ein Kilo Wein so um die 5-6 €....
Die Politik in Athen wollen die Insulaner auch nicht, aber was bleibt Ihnen den über....also nicht pauschal urteilen!

Urlauber2620
Urlauber2620 melden

Jeder auch nur halbwegs normal denkende Mensch sollte nie wieder seinen Urlaub in Griechenland verbringen. Als Tourist bezahlt man meistens das doppelte als der Einheimische. Ist fast überall so aber in Griechenland wird es offensichtlich gemacht und als Tourist wird man noch verhöhnt, verarscht und betrogen. Nein Danke. und die jetzigen Politiker zeigen es uns täglich wie wenig sie von uns halten

Just-The-Truth melden

Blödsinn! Ich wurde in Griechenland weder verhöhnt, noch verarscht, noch betrogen. Ich hatte mit Freunden einen sehr schönen Urlaub und auch die Preise waren völlig in Ordnung. Auf den Märkten muss man natürlich handeln können aber ansonsten kann ich ihre Kritik nicht nachvollziehen.

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