Griechenland von

Athen lahmgelegt

Neues Sparpaket erzürnt Gewerkschaften - Verkehrsbetriebe streiken

Griechenland - Athen lahmgelegt © Bild: APA/EPA/Panagiotou

Griechenland kann mit der baldigen Auszahlung neuer Milliardenhilfen rechnen. Nach neuen Sparbeschlüssen der Regierung in Athen bescheinigte zumindest die EU-Taskforce dem hoch verschuldeten Land am Donnerstag eine "große Bereitschaft" für Reformen. Auf den Straßen der griechischen Hauptstadt herrscht indes wieder großes Chaos.

Der Leiter der EU-Taskforce, Horst Reichenbach, sagte im ZDF, die Beschlüsse der Regierung seien Ausdruck für deren Bereitschaft zu Reformen. Griechenland braucht weitere Hilfen in Höhe von acht Milliarden Euro, um im Oktober Löhne und Gehälter auszahlen zu können. Das Geld ist die letzte Tranche des ersten Griechenland-Pakets mit einem Volumen von 110 Milliarden Euro. Bedingung für eine Auszahlung ist, dass die Troika der griechischen Regierung bescheinigt, die Auflagen der Kreditgeber zu erfüllen. Liegt eine positive Bewertung vor, wollen die Finanzminister der Eurozone Anfang Oktober über eine Freigabe der Mittel entscheiden.

Drastischer Stellenabbau und Rentenkürzungen
"Die Maßnahmen, die wir heute beschlossen haben, werden es uns erlauben, die Bedingungen des Rettungsplans bis 2014 zu erfüllen", sagte der griechische Regierungssprecher Ilias Mossialos am Mittwochabend in Athen. Zuvor hatte das Kabinett einen drastischen Stellenabbau im öffentlichen Dienst, Rentenkürzungen und eine Senkung des Steuerfreibetrags auf den Weg gebracht. Die Sparmaßnahmen müssen vom Parlament noch verabschiedet werden.

Straßen- und Luftverkehr beeinträchtigt
Die Gewerkschaften machten ihrem Unmut gegen den Sparkurs am Donnerstag mit einem Streik Luft. Taxi- und Busfahrer, Bahn- und S-Bahnführer legten die Arbeit nieder und damit den öffentlichen Nahverkehr vor allem in Athen weitgehend lahm. Auch die Fluglotsen streikten, was den Luftverkehr erheblich beeinträchtigte. Im Laufe des Tages sollten Zehntausende Demonstranten zum Parlamentsgebäude in Athen ziehen.

Staatspleite unvermeidbar?
"Wir tolerieren diese Politik nicht, wir wollen sie nicht", sagte der Präsident der Gewerkschaft GSEE, Yannis Panagopoulos, im griechischen Fernsehen. Auch Demonstranten zeigten sich entschlossen. "Sie haben unsere Löhne und Renten gekürzt, und wir haben es hingenommen", sagte ein 32-jähriger Mitarbeiter des Staatstheaters. "Aber ich glaube nicht mehr, dass irgendwas davon zum Wohle des Landes geschieht. Wir werden sinnlos geopfert. Wir können eine Staatspleite nicht vermeiden."

Für die EU gilt ein solcher Schritt indes weiter als ausgeschlossen: Ratspräsident Herman Van Rompuy sagte in New York, eine Staatspleite Griechenlands werde mit allen Mitteln verhindert. Dazu gebe es keine Alternative. "Die Gefahren einer Ansteckung, eines Zahlungsausfalls, einer Umschuldung, eines Austritts aus der Eurozone sind so groß, dass man dieses Risiko nicht eingehen kann", betonte Van Rompuy.

Kommentare

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Griechenland Das griechische Volk zieht mit seiner Regierung nicht mit. Daher sind alle Maßnahmen zum Scheitern verurteilt. Wann werden die Idioten in der EU das endlich kapieren und aufhören unser Steuergeld zu verbrennen ?

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Re: Griechenland es zeigt sich das gegen den Willen des Volkes gearbeitet wird, im Glauben das was zu retten ist.
Nun wer will das alles( glauben) ?
Nur Politiker die den Karren schon an die Wand gefahren haben.
Die Wirtschaft kann man nur retten wenn man ihr hilft, indem man die Daumenschrauben der Steuern senkt. Unser Kleinbetrieb ächzt nur noch unter den Steuerlasten und wer einen Buckel vom hackeln hat, ist sowieso heute der Dumme.

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Re: Griechenland ...
Das Problem der Griechen ist nur, das über viele Jahre viele keine Steuern bezahlt haben. Tausende haben für längst verstorbene Pensionen kassiert, usw.
Ich habe selbst erlebt, wie Steuereintreiber verjagt wurden. Dieses Problem ist schon hausgemacht und geht von ganz oben bis nach ganz unten.

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