Hilfsgelder von

Ein Drittel der Griechen
ist armutsgefährdet

Prekäre Arbeitslage: Drei Millionen betroffen, darunter auch zahlreiche Kinder

Griechenland: Zahlreiche Menschen protestieren gegen die Regierung. © Bild: REUTERS/Yorgos Karahalis

Während das Tauziehen um eingefrorene Hilfsgelder der Gläubiger-Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) weitergeht, ist die Lage für weite Teile der Bevölkerung in Griechenland durchaus besorgniserregend. Laut einer Umfrage der griechischen Statistik-Behörde gilt rund ein Drittel der Bevölkerung als armutsgefährdet.

Rund drei Millionen Menschen in Griechenland fallen unter Berücksichtigung der Zunahme von prekären Arbeitsverhältnissen in diese Kategorie. Jeder zweite davon musste etwa bereits 2012 mit knapp über 300 Euro monatlich das Auslangen finden. Seither hat sich die Lage noch verschlechtert. Ab ungefähr 470 Euro wird ein Singlehaushalt in Hellas als von Armut bedroht angesehen.

Einkommen deutlich geschrumpft

Große Sorge macht den Statistikern auch der Umstand, dass sich bereits seit Jahren ein deutliches Schrumpfen der Einkommen der Mittelschicht bemerkbar macht. Hatte noch im Jahr 2010 ein Angehöriger der Mittelschicht in Griechenland im Schnitt knapp über 900 Euro zur Verfügung, sank dieses Durchschnittsgehalt der Mittelklasse mittlerweile auf deutlich unter 800 Euro.

Alarmierend ist demnach auch die Situation der Kinder. Nach Angaben des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF, das in Zusammenarbeit mit der Athener Universität vor kurzem eine Studie mit dem Titel “Die Situation der Kinder in Griechenland 2013“ an die Öffentlichkeit gebracht hat, belief sich die Anzahl der armen oder sozial ausgegrenzten Kinder in Griechenland auf fast 600.000, wobei sich mehr als die Hälfte davon "im Zustand ernsthafter materieller Entbehrung" befinden sollen.

Auch jeder dritte Italiener ist armutsgefährdet

Auch in Italien sieht die Lage nicht rosiger aus: Fast jeder dritte Italiener ist von Armut bedroht. Seit Beginn der Wirtschaftskrise 2008 ist die Zahl der Italiener, die laut dem Statistikamt Eurostat durch soziale Ausgrenzung, oder Armut gefährdet sind, von 25,3 Prozent auf 29,9 Prozent gestiegen. Dies entspricht über 18 Millionen Menschen.

Armutsgefährdet sind Familien, die ihre Wohnung nicht heizen können, kein Auto besitzen, nicht regelmäßig Fleisch oder ähnlich proteinhaltige Lebensmittel konsumieren können oder nicht in der Lage, unvorhersehbare Ausgaben zu decken. Auch Familien, deren Mitglieder arbeitslos oder unterbeschäftigt sind, gehören zu dieser Gruppe.

Hinzu kommt die steigende Arbeitslosigkeit: Wegen der zunehmenden Jugendarbeitslosigkeit, die in diesem Herbst ein Rekordhoch von 40 Prozent erreicht hat, nimmt die Auswanderung in Italien immer mehr zu. Im letzten Jahrzehnt hat sich die Zahl der Italiener, die ihren Wohnsitz ins Ausland verlegt haben, auf 106.000 verdoppelt, geht aus einer Studie des italienischen Statistikamt Censis hervor.

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