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Angst vor Bankensturm

Griechen retten ihre Euros. Präsident Papoulias spricht von Gefahr einer Panik

Griechenland - Angst vor Bankensturm © Bild: Reuters

Die zerfahrene politische Lage könnte Griechenland in die nächste Tragödie stürzen: Die Bürger hoben zuletzt verstärkt Geld von den Banken ab, um ihre Euro-Ersparnisse zu retten. Präsident Karolos Papoulias äußerte die Sorge, dass es zu einem Ansturm auf die Bankschalter kommen könnte. "Herr Provopoulos (Griechischer Notenbank-Chef, Anm.) sagte mir, es gebe keine Panik, aber es gebe eine große Angst, die sich zu einer Panik entwickeln könne", wurde Papoulias zitiert.

In Griechenland wird nach Angaben aus Parteikreisen am 17. Juni ein neues Parlament gewählt. Bis dahin soll eine Übergangsregierung unter Vorsitz von Panagiotis Pikrammenos, einem der höchsten Verwaltungsrichter, die Amtsgeschäfte führen. Die Wahlen werden laut EU-Kommissionspräsident Barroso über den Verbleib des Landes in der Eurozone entscheiden. Letztendlich müsse die Entscheidung über den Verbleib in der Eurozone von den Griechen selbst gefällt werden, sagte Barroso am Mittwoch in Brüssel.

Unter den europäischen Partnern und an den Finanzmärkten wachsen dennoch die Befürchtungen, dass die Kritiker des Sparkurses die Oberhand gewinnen und Griechenland in die Staatspleite und zum Euro-Austritt führen könnten. Diese Gefahr drückte auch am Mittwoch die Aktien in Europa und Asien sowie den Euro. Die Kurse der Staatsanleihen Spaniens und Italiens gerieten weiter unter Druck.

"Euro-Austritt zu bewältigen"
Börsianern zufolge könnte nur eine rasche und machtvolle Reaktion der europäischen Regierungen die Angst vor einem Übergreifen der griechischen Krise auf andere Länder stoppen. "Das ist eine Frage des politischen Willens", sagte Michala Marcussen von Societe Generale. "Die direkten Kosten eines Euro-Austritts wären hoch für Griechenland, aber zu bewältigen für den Rest der Euro-Zone. Unsere Sorge sind die Ansteckungsgefahren."

Papoulias sagte dem Gesprächsprotokoll der Regierungsverhandlungen zufolge, allein am Montag seien aus den Geldhäusern nach Schätzung der Notenbank bis zu 800 Mio. Euro abgezogen worden. Aus zwei griechischen Banken verlautete, die Abflüsse am Dienstag hätten in etwa dasselbe Niveau erreicht. Sollte die künftige Regierung etwa die Drachme wieder einführen, würde ein rapider Wertverlust der Bankeinlagen drohen. Die Griechen ziehen seit Jahren zwar kontinuierlich Geld aus den Kreditinstituten ab. Schlangen vor den Bankschaltern in Athen waren bisher aber nicht zu sehen.

Folge der Wirtschaftsschwäche
Doch Abflüsse in der genannten Höhe binnen zwei Tagen sind ungewöhnlich hoch. Ein hochrangiger Bankmanager betonte, es gebe bisher keine Anzeichen einer Panik wie im April 2010 vor dem ersten Rettungspaket für Griechenland. Nach Notenbank-Daten summierten sich die Bankeinlagen von Firmen und Verbrauchern Ende März auf 165 Mrd. Euro. Das sind 72 Mrd. Euro weniger als im Jänner 2010. Experten zufolge kommen zur Kapitalflucht die Folgen der Wirtschaftsschwäche hinzu, die zahlreiche Griechen zum Aufzehren ihrer Ersparnisse zwingt.

Ein Sprecher der Europäischen Zentralbank (EZB) stellte den griechischen Banken weiter Unterstützung in Aussicht. Er widersprach damit einem Bericht der niederländischen Zeitung "Het Financieele Dagblad". Darin hieß es, die EZB sei zu der Überzeugung gekommen, dass die Institute in einem zu schlechten Zustand seien, um weiterhin Geld aus Frankfurt zu bekommen.

Schäuble: Entscheidung liegt bei Griechen
Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble nannte Spekulationen über einen Abschied des Schuldensünders aus dem Euro wenig hilfreich. Die Entscheidung liege ganz und gar beim griechischen Volk, sagte er im Deutschlandfunk. Neuverhandlungen über die Sparzusagen schloss Schäuble erneut aus.

Dagegen gehen viele Griechen weiter davon aus, dass das Land seine Vereinbarungen aufkündigen und trotzdem im Währungsraum bleiben kann. Das verspricht insbesondere das radikale Linksbündnis Syriza, das nach seinem Überraschungserfolg bei den Wahlen Anfang des Monats in Meinungsumfragen vorne liegt.

Hoffen auf Hollande
Die Hoffnungen ruhen auch auf dem neuen französischen Präsidenten Francois Hollande, der sich für neue Konjunkturimpulse starkmacht. "Ich hoffe, dass wir den Griechen sagen können, dass Europa zu zusätzlichen Maßnahmen zur Ankurbelung des Wachstums und Unterstützung der Wirtschaftsaktivität bereit ist, so dass es in Griechenland eine Rückkehr des Wachstums gibt", sagte Hollande am Dienstagabend nach seinem ersten Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dagegen bekräftigte Schäuble, kurzfristig angelegte "Strohfeuerprogramme" seien abzulehnen.

Kommentare

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also ehrlich, wenn man liest: Der noch bestehende 13. und 14. Lohn in Griechenland soll wegfallen.
Nach griechischen Medienberichten wäre es das erste Mal seit Beginn der Krise, dass beide Punkte auf den Verhandlungstischen kommen. Der Präsident des Gewerkschaftsverbandes des privaten Sektors lehnt Lohnkürzungen aber weiter ab.Noch fragen?

Tornado75 melden

FAKT ist dass ihr alle unser Zinseszinssystem nicht begriffen habt, das Banken Geld aus dem Nichts schöpfen, als Buchungssatz, auch Fiatmoney genannt. Schulden werden bei der Gelderzeugung nicht geschaffen und können somit auch nicht zurückgezahlt werden!

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Re: FAKT ist Wenn wir uns daran erinnern was eigentlich der ursprüngliche Zweck einer Bank war, dann sollte uns nicht verwundern dass durch die Entartung des Finanzsystems reale Leistung durch fiktive zerstört wird. Das Ende sind Chaos, soziale Unruhen, Elend. Und alle buttern fröhlich das hart verdiente Geld in den gierigen Schlund einer Vernichtungsmaschinerie auf Nimmerwiedersehen.

Den... Griechen droht eine Tragödie und die kriminellen Migranten und Asylbewerber plündern nach wie vor die GR-Sozialsysteme... schön blöd!

Besser aus eigenen Kraft als unter der Knute der EU Wahnsinnigen Schon 1998 gab es Warner vor einem EURO für Griechenland. Aber wie in der Politik üblich, unangenehme Warner werden kalt gestellt und ignoriert.

Das Verhältnis 1946 USA Deutschland war wesentlich besser als EU Griechenland 2012. Die USA hat mit den Marshallplan Deutschland eine Zukunftsperspektive gegeben, 1948 war schon das deutsche Wirtschaftswunder.

Und was macht die EU? Kaputt sparen ohne jegliche Zukunftshoffnung. Die brachiale Macht der Verfehlungen der sogenannten "Wirtschaftswissenschaften".

Oliver-Berg
Oliver-Berg melden

Griechische Tragödie... Fakt ist, dass Griechenland seit dem EU-Beitritt deutlich über Ihre Verhältnisse gelebt hat.
Fakt ist, dass Griechenland mit Hilfe der US-amerikanischen Investmentbank Goldmann Sachs den Beitritt zur EURO-Zone herbeigeschwindelt hat.
Fakt ist, dass die EU-Politiker sich die Entwicklung von Griechenland bis Ausbruch der Krise nie
angesehen haben.
Fakt ist, das Griechenland bisher rund 340 Mrd. EURO an Darlehen und Haftungen aus dem Rettungsschirm erhalten hat.
Fakt ist, dass Griechenland 53,% seiner Schulden erlassen bekommen hat.

Mittlerweile ist jedem Steuerzahler in der EU klar, dass dieser Wahnsinn die Griechen vor etwas zu retten was sie selbst verschuldet haben einfach in keiner Relation mehr steht. Die griechische Tragödie endet im 5. Akt meist mit dem Tode des Helden (Wirtschaft).

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Re: Griechische Tragödie... Völlig richtig! Dieses traurige Schauspiel und die irrige Meinung der Politiker, man müsse Griechenland UNBEDINGT retten, muss ein Ende gemacht werden, auch wenn uns das nocheinmal drei Miliarden kosten wird. Wenn wir diesem Schauspiel kein Ende machen, dann werden aus den drei Milliarden plötzlich 30 Milliarden werden. Das ist zu befürchten. Und dass wir diese drei Milliarden zahlen werden müssen, das ist die Schuld unserer Politiker die davon sprachen, dass die finanzielle Hilfe für Griechenland ein GESCHÄFT (!) für Österreich werden würde (Fekter). Wenn wir solchen Leuten die Geschicke unseres Landes überlassen, dann werden wir über kurz oder lang enden wie die Griechen. Daher weg mit Leuten wie einer Fekter, die von ihrem Amt soviel zu verstehen scheinen, wie der berühmte Esel vom Eislaufen!

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@Oliver Berg Fakt ist dass zombie69 ein hirnlose Spast ist!!
Fakt ist dass die Greichen schon seit 100 Jahren pleite sind!!
Fakt ist dass die Deutschen bald Sommerurlaub im Mittelmeer im eigenen Land machen können!!
Fakt ist dass DU seit langem einen sehr guten Kommentar abgegeben hast!!

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