Griechen-Hilfe für Banken von

Griechen-Hilfe für Banken

Attac recherchierte Verbleib der Hilfsgelder – 75 Prozent landete im Finanzsektor

Griechen-Hilfe für Banken - Griechen-Hilfe für Banken © Bild: REUTERS/John Kolesidis

Schwere Vorwürfe erheben die Globalisierungskritiker von Attac: Der Löwenanteil der Finanzhilfen für Griechenland sei letztlich bei den Banken gelandet. Die Hilfsmilliarden der Euro-Partner sind nach demnach zu mehr als drei Vierteln in den Kassen von Banken und reichen Kapitalanlegern gelandet. In aufwendiger Kleinarbeit hat Attac alle Daten der diversen Hilfspakete nachrecherchiert und erstaunliches gefunden. Demnach sind 160 der insgesamt 207 Milliarden Euro an Banken und Kapitalanleger gegangen, die Griechen selbst haben trotz massiver Sparprogramme, kaum etwas von den finanziellen Unterstützungen.


Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete sei "Das Ziel der politischen Eliten ist nicht die Rettung der griechischen Bevölkerung, sondern die des Finanzsektors", sagte Lisa Mittendrein von Attac Österreich.
Dem Bericht zufolge steckte die Regierung in Athen allein 58 Milliarden Euro in die Aufstockung des Eigenkapitals griechischer Banken. 55 Milliarden seien für die Rückzahlung auslaufender Staatsanleihen und elf Milliarden für den Rückkauf alter Schulden ausgeben worden. Mit weiteren 35 Milliarden Euro habe man internationalen Banken, Versicherungen und Investmentfonds die Teilnahme am Schuldenschnitt des Jahres 2012 schmackhaft gemacht

. Selbst von den knapp 47 Milliarden Euro, die tatsächlich im griechischen Staatshaushalt angekommen seien, habe Griechenland 35 Milliarden umgehend als Zinszahlungen an die Besitzer von Staatsanleihen weiterleiten müssen.

Rettungspakete für Banken

"Die weitverbreitete und von europäischen Politikern öffentlich vertretene Position, dass das Geld der sogenannten 'Rettungspakete' den Menschen in Griechenland zugutekommen würde, ist damit widerlegt!", sagte Aktivistin Mittendrein. Vielmehr zahlten die einfachen Bürger die Zeche - in Form "einer brutalen Kürzungspolitik, die die bekannten katastrophalen sozialen Folgen hat". Die deutsche Bundesregierung wies dem Blatt zufolge die Vorwürfe zurück: Die Menschen in Griechenland hätten davon profitiert, dass man der Regierung in Athen Zeit für Reformen verschafft und die Banken vor dem Kollaps bewahrt habe, hieß es im Finanzministerium.

77 Prozent der Finanzhilfen lassen sich demnach dem Finanzsektor zuordnen. Unter den Profiteuren seien beispielsweise die Milliardärsfamilie Latsis, welche die vom Staat gerettete „Eurobank Ergasis“ besitzt.

Kommentare

Oliver-Berg

Anstatt Geld in die Wirtschaft, in Forschung & Entwicklung, Bildung und Innovationen zu stecken, wird seit gut 20 Jahren hauptsächlich Geld in schlecht wirtschaftende Branchen und Unternehmen gesteckt:
Banken, Landwirtschaft, Baubranche, etc. In Irland, Spanien und Portugal passiert genau das Gleiche wie in Griechenland. Zypern war nur ein kleiner Testballon, der als Warnung an Alle gedacht war.

Oliver-Berg

Wenn die Politiker gleich gesagt haben, wir retten die griechischen Banken und damit den unfähigen Bankmanagern ihren gut dotierten Posten hätten alle in Europa aufgeschrieben und dagegen gestimmt.
So wurde halt das EU-Parlament, die Wähler und Steuerzahler von Anfang an belogen.

Oliver-Berg

Wen wundert das. Die Banken sitzen auf wertlosen Staatsanleihen, die sie wertberichtigen mussten, und plötzlich war nur mehr wenig bis gar kein Eigenkapital übrig. Also mussten die politischen Eliten den Steuerzahlern sagen, wir retten jetzt den Euro und die griechische Wirtschaft. Das haben am Anfang auch viele geglaubt.

christian95 melden

Das war ja so geplant!
Die Bürger von Griechenland sehen von unseren Steuermrd. keinen Cent!
("Mrd. die wir nach Griechenland schicken sind für uns ein gutes Geschäft" meinte Frau Fekter im Parlament) HC Strache wurde von SPÖ+ÖVP lautstark ausgelacht als er von einem Fass ohne Boden sprach.

wintersun melden

Was ich mich erinnern kann, stimmt ihre Aussage absolut.
Bin ja kein HC-Freund, aber da war er es, der scheinbar gewusst hat dass hier unsere Milliarden zum Teufel geworfen werden.
Und komm mir jetzt ja keiner mit dem Scheinargument "systemrelevante Banken". Die sollen absaufen und fertig. Treffender als "Fässer ohne Boden" könnte man es eh nicht mehr bezeichnen!

Da werden unsere Milliarden den Banken in den Rachen geschmissen und behauptet wir müssen die "faulen Griechen" retten - FÜR WIE BLÖD WIRD MAN IN DIESEM LAND EIGENTLICH VERKAUFT???

Alles wird teurer, aber unser Geld welches wir kleinen Steuerzahler Tag für Tag hart erwirtschaften wird diesen Verbrechern nachgeschmissen, dass kanns doch verdammt noch mal nicht sein!!!

kritika melden

das selbe passiert in ganz südeuropa - wir werfen den unfähigen bankern das geld in den rachen - und ich frage mich wielange werden wir uns das gefallen lassen? bis der schwachsinn zu uns rüberschwappt? ich glaube selbst dann werden wir lieber kuschen und uns ins schneckenhaus verkriechen....

christian95 melden

Wahltag ist Zahltag!
So lange wir SPÖ+ÖVP wieder wählen wird sich nichts ändern.

christian95 melden

Hinweis
In YouTube "ESM" eingeben, da findet man ausreichende Hintergrundinfo.

wintersun melden

@kritika:
"und ich frage mich wielange werden wir uns das gefallen lassen?"
Bis es kracht natürlich. Sieht man ja schon anhand der "zahlreichen" Postings für wie wichtig das Thema genommen wird. Aber wenn der Strache an Sch*s lässt diskutiert ganz Österreich und die Kommentare überschlagen sich.

Uns wurde eingeredet wir retten hier das griechische Volk.
Nun stellt sich heraus wir retteten den Finanzsektor.
Wie nennt man das? Betrug!!!

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