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GRID 2: Arcade pur

Renommierte Rennsimulation vollzieht endgültigen Wandel zum Arcade-Boliden

GRID 2 Packshot PC © Bild: Codemasters

Nach etlichen Dirt- und F1-Abhandlungen bedenkt Rennspiel-Spezialist Codemasters die Spielerschaft endlich wieder mit GRID. Genauer gesagt mit GRID 2, das ursprünglich aus dem exotischen Subgenre der Touring Car Simulationen stammt. Aber mittlerweile nicht mehr so viel mit Touring Cars und noch weniger mit Simulation zu tun hat. Das birgt Vor- jedoch auch Nachteile.

Eine wesentliche Eigenheit der Serie wurde beibehalten: Der rund 15-20 Stunden dauernde Karriere-Modus für Solisten ist in einer unterhaltsamen Story verpackt und lässt den Spieler - anders als etwa bei einem Gran Turismo oder vielen anderen Rennspielen - nicht stur ein Rennen nach dem anderen abspulen. Konkret erhält man den Auftrag, einem Investor beim Aufbau der neuen Rennserie WSR zu helfen, indem man in einer Vielzahl dazugehöriger Bewerbe als Bleifuß-Testimonial brilliert.

Mehreren Saisonen und Promo-Touren später erinnert man sich so an eine Vielzahl von Events, die unterm Strich als gelungene Mischung altbewährter und neuer Renn-Modi bezeichnet werden kann. Platzierungsbewerbe, Time Trials, Fahrerduelle, Ausdauer- und Abschnittrennen zählen in dieser Hinsicht zu den Klassikern. Neuere Kategorien sind Aufhol- oder Überholjagden, am interessantesten aber sind die LiveRoute-Rennen, wo man - ohne nennenswerte Hinweise oder Hilfen - dem sich dynamisch ändernden Streckenverlauf folgen muss. Als wirklich nervend entpuppen sich lediglich die Driftrennen, die zur erfolgreichen Absolvierung möglichst hohe Punkte-Kombos erfordern. Hier kommt der GRID-Motor ins Stottern und definitiv kein Bleifuß-Feeling auf.

Offizieller Gameplay-Trailer zu GRID 2

Simulation adé

Schon bei GRID sah man seinen Abschied kommen, nach GRID 2 ist er nun endgültig gewichen: Der Simulations-Charakter. Fehlanzeige beim ausgiebigen Herumwerkeln am Fahrzeug-Setup, beim bedachten Upgraden der Boliden oder einer Cockpit-Perspektive, unkomplizierter Fahrspaß ist angesagt. Die sehr direkte Steuerung der meisten Fahrzeuge ist nicht realistisch, aber ideal auf die Herausforderungen abgestimmt. Simulations-Fanatiker werden (zurecht) die Nase rümpfen, der überwiegenden Masse dürfte die pure Arcade-Ausrichtung sicherlich gefallen. Immerhin wurde die Idee eines realistischen Schadensmodells beibehalten, das sich wahlweise auf das Fahrverhalten auswirken kann oder eben nur rein optische Konsequenzen hat.

Nicht ganz in den Griff bekommen hat Codemasters das Verhältnis zwischen Spieler und der künstlichen Intelligenz der virtuellen Gegner. Mal treibt einen die sture Ideallinienfahrt der Kontrahenten auf die Palme bzw. in den Streckenauslauf, mal wundert man sich, dass Rivalen fast schon ohne jeglicher Gegenwehr das Feld räumen. So offensichtlich sollte der sogenannte Gummiband-Effekt im Jahr 2013 nicht mehr aussehen.

Die totale Dröhnung

Vorbei der reine Fokus auf Touring Cars: So abwechselnd wie die unterschiedlichen Renn-Modi gestaltet sich auch die Auswahl an Fahrzeugen. Amerikanische Muscle Cars, japanische Drift-Schüsseln und dicke italienische PS-Monster warten genauso darauf, über die Pisten gescheucht zu werden wie die nach wie vor auswählbaren Tourenwagen. Ein Mix aus originalen Rennstrecken und fiktiven Stadtkursen kann als Grundlage ebenso überzeugen.

Die Präsentation von GRID 2 hätte selbst am PC ein wenig mehr Liebe zum Detail vertragen: Zwar erstrahlen Strecken und Fahrzeuge von ihrer schönsten Seite, der Rest ist trotz netter Lichteffekte recht spärlich und durchschnittlich ausgefallen. Die Weitsicht wird von einem Grauschleier in Grenzen gehalten und auch das Leben abseits der Strecke fällt recht trist aus.

NEWS.AT-Fazit

Wenn es um Vielfalt der Renn-Modi und rudimentären Spaß am Gaspedal geht, macht GRID 2 alles richtig. Was der breiten Masse ein hervorragendes Bleifuß-Feeling verschafft, könnte aber anspruchsvolleren Gamepad-Artisten und treuen Fans der Serie zu wenig sein. Der endgültige Abschied von der Simulation, eine etwas eigenartige K.I. und die Einöde abseits der Strecke verhindern nämlich eine uneingeschränkte Empfehlung.

GRID 2 ist ab sofort für PC, Xbox360 und Playstation 3 im Handel erhältlich und kostet rund 60 Euro.

Bewertung: 4 / 6 4 / 6 4 / 6 4 / 6 4 / 6 4 / 6

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