Gregor Schlierenzauer bester Skiflieger:
Gewinnt in Planica die kleine Kristalkugel

Stoch gewinnt Weltcup-Finale in nur einem Durchgang PLUS: "Schlieri" über abgebrochenes Skifliegen froh

Gregor Schlierenzauer bester Skiflieger:
Gewinnt in Planica die kleine Kristalkugel © Bild: GEPA

Die wohl erfolgreichste Skisprung- und Skiflug-Saison für Österreichs "Adler" ist Geschichte: Sie endete allerdings mit einem vom Wind stark beeinträchtigten Abschluss-Fliegen in Planica, das in nur einem Durchgang beendet wurde. Der Sieg ging an den Polen Kamil Stoch, der sozusagen das Zepter des scheidenden Landsmanns Adam Malysz übernahm. Malysz beendete seine großartige Karriere als Dritter, dazwischen schob sich der Slowene Robert Kranjec.

Für Österreich blieb zwar diesmal kein Stockerlplatz übrig, doch Gregor Schlierenzauer machte mit Rang vier seinen Sieg im Skiflug-Weltcup perfekt. "Es war irrsinnig schwer zu springen, auch der Wind war schwer einzuschätzen", meinte der Freitag-Sieger in Planica. Es sei turbulent gewesen. "Ich bin froh, dass es nur ein Durchgang war. Es war einfach nicht fair, das muss man klar sagen. Es gab Windböen, die es erlaubten sehr weit zu springen, da hilft auch kein Windreglement mehr."

Doch der 35-fache Weltcupsieger hatte letztlich keinen Grund, Trübsal zu blasen. "Das größte Geschenk heuer war, dass ich nicht mehr von der Verletzung davongetragen habe. Jetzt die Kristallkugel im Skifliegen zu holen, macht mich sehr stolz." Er zähle in der Luft nach wie vor zu den Stärksten.

Zufriedene Gesichter
Der Tiroler, dessen Saison durch eine Verletzung zunächst schlecht begonnen hatte, konnte letztlich noch sehr zufrieden bilanzieren. Auch menschlich, gab der Großschanzen-Weltmeister von Oslo zu, habe er in seiner "wertvollsten Saison" viel mitnehmen können. "Ich habe gelernt, dass man Dinge schätzen muss und nichts selbstverständlich ist, dass es immer läuft. Ich bin froh, dass ich die Kurve gekratzt habe."

Auch Gesamt-Weltcupsieger Thomas Morgenstern war letztlich glücklich, dass die Saison in nur einem Durchgang beendet wurde. "Es war ganz schwierig. Es war ein relativ ungutes Gefühl oben, weil der Wind aus allen Ecken dahergekommen ist. Ich freue mich, dass der Tag gekommen ist für die Weltcup-Kugel", frohlockte er schon in Richtung Siegerehrung.

Morgenstern hat neben der großen Weltcup-Kugel erstmals die Vierschanzen-Tournee sowie bei den Weltmeisterschaften insgesamt dreimal Gold (Weltmeister von der Normalschanze und zweimal Team) sowie einmal Silber hinter Schlierenzauer (Großschanze) geholt. "Es war eine sensationelle, unglaubliche Saison. Ich bin sehr dankbar, was heuer alles passiert ist." Schon freut er sich auf die Vorbereitung im Sommer und hofft, "noch einen Schritt weiterzukommen".

Österreichs Skisprung-Team hat auch überlegen den Nationencup, alle fünf Team-Bewerbe im Weltcup und die FIS-Team-Tour gewonnen. 15 Einzel-Weltcupsieger durch vier Athleten (7 x Morgenstern, 3 x Kofler und Schlierenzauer, 2 x Koch) zeugen ebenfalls von der ungeheuren Dichte der stärksten Skisprung-Mannschaft der Welt.

(apa/red)