Gregor Schlierenzauer setzt Duftmarke:
Garmisch-Quali klar für sich entschieden

Brisantes K.O.-Duell mit Gesamtführendem Ammann Insgesamt 6 Österreicher bei Neujahrsspringen dabei

Gregor Schlierenzauer setzt Duftmarke:
Garmisch-Quali klar für sich entschieden © Bild: Reuters

Vorjahressieger Gregor Schlierenzauer hat in der Qualifikation für das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen klare Höchstweite erzielt. Der Tiroler landete beim 135,0 m und distanzierte die Konkurrenz um 15 Punkte und mehr. Hinter Schlierenzauer (134,5 Punkte) klassierten sich der Finne Harri Olli (119,2 Punkte/129 m) und der Steirer Wolfgang Loitzl (117,7/126,5). Tournee- und Weltcup-Leader Simon Ammann aus der Schweiz verzichtete und trifft damit heute im letzten K.o.-Duell auf Schlierenzauer.

"Das passt gut, ich habe super hineingefunden. Die Schanze liegt mir", meinte Schlierenzauer, der in Oberstdorf noch einige kleine Fehler bemängelt hatte. "Es hat beim Absprung heute sehr gut gepasst, dann sieht die ganze Sache schon anders aus." Auf das Duell mit dem fünffachen Saisonsieger Ammann freue er sich sehr. "Ich muss aber auf mich und nicht auf die Gegner schauen", so der 18-Jährige weiter. Zuvor im Training war Schlierenzauer bei längerem Anlauf bis auf einen halben Meter an seinen im Vorjahr aufgestellten Schanzenrekord von 141 m herangekommen.

"Sieg führt über Gregor"
"Der Sprung war nicht schlecht, aber es war ein bisserl turbulent über den Vorbau", erklärte Loitzl. Er habe sich mit den Eigenheiten der Olympia-Schanze angefreundet und das gezeigt, was er momentan von sich erwarte. "Es ist alles offen und ich bin guter Dinge, obwohl der Gregor den einen oder anderen Meter vorne ist, der Sieg wird über ihn führen", so der Zweite von Oberstdorf.

Morgenstern etwas ratlos
Von den drei nicht vorqualifizierten Österreichern schafften Andreas Kofler (122,5) m als 16. und Tournee-Neuling Daniel Lackner (118,5) als 42. den Einzug in das Feld der 50 Teilnehmer. Einmal mehr nicht nach Wunsch lief es für Weltcup-Titelverteidiger Thomas Morgenstern, der Kärntner sprang 121,5 m und wurde damit 17. "Steigerungsfähig", kommentierte der etwas ratlos wirkende Doppel-Olympiasieger seinen Versuch. Nach dem elften Platz in Oberstdorf, hab er noch ein gutes Gefühl gehabt. "Ich hätte mir einen schöneren Abschluss für das Jahr gewünscht, ich bin einfach nicht richtig in Schuss gekommen. Aber die Quali sollte man nicht überbewerten", so der Kärntner.

Kein Deutscher in den Top Ten
Stark präsentierte sich Martin Koch, der mit einem Sprung auf 125,5 m Rang sechs belegte. "Es hat sehr gut funktioniert, ich bin sehr zufrieden", meinte der Skiflug-Vizeweltmeister, der in Oberstdorf nur 23. gewesen war. Im Hauptbewerb nicht mit dabei ist der Salzburger Markus Eggenhofer, der den Einzug in das 50er-Feld um einen Platz verpasste. Als Vierter überraschte der ehemalige Tournee-Sieger Jakub Janda, der Tscheche kam auf 125,5 m und platzierte sich einen Platz vor Anders Jacobsen (NOR/125 m), einem weiteren ehemaligen Gesamtsieger. Das zum Auftakt mannschaftlich starke deutsche Team um Martin Schmitt war nicht in den Top Ten vertreten. Bester DSV-Springer war Pascal Bodmer als Zwölfter, Schmitt wurde 15.

Garmisch-Qualifikation:
1. Gregor Schlierenzauer AUT 134,5 Punkte (135,0 m)
2. Harri Olli FIN 119,2 (129,0)
3. Wolfgang Loitzl AUT 117,7 (126,5)
4. Jakub Janda CZE 114,9 (125,5)
5. Anders Jacobsen NOR 113,5 (125,0)
6. Martin Koch AUT 113,4 (125,5)
7. Andreas Küttel SUI 112,2 (126,5)
8. Adam Malysz POL 112,1 (124,5)
9. Dimitri Wassiljew RUS 112,0 (125,0)
10. Yuta Watase JPN 111,7 (124,0)
Weiter:
16. Andreas Kofler AUT 108,0 (122,5)
17. Thomas Morgenstern AUT 107,7 (121,5)
42. Daniel Lackner AUT 97,8 (118,5)


Nicht qualifiziert: 50. Markus Eggenhofer (AUT) 93,7 (116,5)
Nicht am Start: Simon Ammann (SUI)

(apa/red)