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Giftige Marken-Kleidung

Tests durchgeführt: Umweltschutzorganisation warnt vor Chemikalien in Bekleidung

Greenpeace warnt vor giftigen Chemikalien in der Kleidung. © Bild: Thinkstock.de

Greenpeace warnt nun vor giftigen Chemikalien in unserer Kleidung. Untersucht wurden laut Umweltschutzorganisation führende Modemarken. Die gefährlichen Stoffe gelangen bei der Herstellung in die Bekleidung. Unabhängige Labore hätten in allen 141 untersuchten Kleidungsstücken aus 29 Ländern Nonylphenolethoxylate (NPE) gefunden, die zu giftigem Nonylphenol abgebaut würden, erklärte Greenpeace am Dienstag. Fortpflanzungsschädigende Weichmacher seien in hoher Konzentration in bedruckten T-Shirts von namhaften Marken festgestellt worden. NEWS.AT berichtete bereits Anfang Oktober über gefährliche Schadstoffe in Textilien, Schuhen, Nahrungsmittel und Möbel, die in Containern zu uns kommen. Unter anderem wurde bei Messungen in Hamburg ein Container mit verseuchtem Spielzeug entdeckt.

Laut der aktuellen Untersuchung von Greenpeace fanden sich in den Produkten sowohl hormonell wirksame, als auch krebserregende Chemikalien. Greenpeace hatte Jeans, Hosen, Kleider, T-Shirts und Unterwäsche auf NPE, Weichmacher, krebserregende Amine und andere Schadstoffe untersuchen lassen. Dabei wurden Textilien zahlreicher führender Modemarken in die Labore geschickt, darunter Armani, Benetton, C&A, Calvin Klein, Diesel, Esprit, Gap, H&M, Tommy Hilfiger, Vero Moda und Zara.

Billige Produktionsländer

"Modemarken missbrauchen weltweit Flüsse als private Abwasserkanäle und verschmutzen so das Trinkwasser von Millionen Menschen", erklärte die Chemie-Expertin von Greenpeace, Christiane Huxdorff. "Von der Produktion bis zur Entsorgung schaden gefährliche Textilchemikalien Umwelt und Gesundheit." Auch wenn Textilien in China, Mexiko oder Pakistan produziert worden seien, "sind die eingesetzten Schadstoffe in unserem Blut nachweisbar".

Gefährliche "Fast Fashion"

Greenpeace kritisierte vor allem die Fertigung sogenannter Fast Fashion - schnelllebiger Massenware, die nicht lange getragen und dann weggeworfen wird. 2011 kauften deutsche Verbraucher der Umweltschutzorganisation zufolge knapp sechs Milliarden Kleidungsstücke. Auf dem Müll landeten jährlich eine Million Tonnen der schnelllebigen Massenware. Greenpeace forderte die Textilhersteller auf, Risiko-Chemikalien durch umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen.

Greenpeace-Untersuchungen hatten bereits 2011 belegt, dass Textilchemikalien durch Fabrikabwässer im Herstellungsland und die Haushaltswäsche im Absatzland freigesetzt werden können. Einige Marktführer, darunter mehrere Sportartikelhersteller kündigten daraufhin die baldige Umstellung auf eine giftfreie Produktion an. Im Oktober veröffentlichte Greenpeace einen Test zum Einsatz von umweltschädlichen Chemikalien in wetterfesten Textilien.

Kommentare

Apfel18273

@freud0815: Ich bin Student (habe folglich nicht viel Geld) und schaffe es trotzdem, nur am Bauernmarkt, direkt vom Bauern oder regionale bzw. BioLebensmittel zu kaufen. Zum Thema Auto fahre ich halt mit'n Rad oder den Öffis, dann brauch ich auch kein Hybridauto.
Gesunde Lebensweise hat nicht immer mit viel Geld zu tun, sondern oft auch nur mit dem Talent sich Geld richtig einzuteilen.

ganz ehrlich-ich verdiene nicht schlecht, aber die ganzen bio essen, kleider usw kann ich mir net leisten-auch kein hybrid oder stromauto
die bonzen können gesund essen, sich kleiden und fahren-der normalbürger schaut dass ers von zahltag zu zahltag schafft

S/A/R melden

Na klar....alles böse kommt immer aus China und Pakistan...das Indien und Bangladesh hier nicht erwähnt werden ist wohl reiner Zufall...Greenpeace ist genau so sold out wie der Rest der Peace Making Organisations of the World!

wintersun melden

Ja da muss ich Ihnen recht geben - sold out!
Zum Thema selbst kann ich nur sagen der Bürger sollte selbst Verantwortung tragen.
Wer heute noch an die Ethik eines Konzerns glaubt der lebt im Märchenland. Dass ein Konzern vom Gewinn und nicht von gesunden Menschen lebt sollte jedem klar sein, also sollte man beim kaufen seiner Sachen das Hirn einschalten und nicht alles bedenkenlos mitnehmen. So sehe ich das zumindest.

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Sag das bitte einmal den vielen Modepüppchen! Aber wie auch immer, davon lebt ja die Kleidungsbranche schnell und immer wieder neue Modetrends auf den Markt zu schmeissen. Die Konsumenten, egal ob bei Bekleidung, Nahrungsmitteln, Kosmetik usw. werden von der vorausgegangenen Werbung manipuliert.

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@ wintersun
Das mit den Konzernen seh ich auch so, nur steht für mich ohnehin fest, dass Wirtschaft per se moralfrei ist.

Und solche Sauerein passieren ja nicht nur bei Kleidung oder iphones oder Sachen von denen man gerade zufällig hört, sondern bei vielen anderen Dingen ( Nahrungsmittel, Möbel, usw.) auch. Das Problem liegt halt darin, dass ich nunmal nicht jedem Trumm Holz, jedem T-Shirt und jeder Banane ansehe wie sie zustande kam und es eine unerfüllbare Lebensaufgabe wäre,wirklich bei jedem Ding ins Detail zu gehen.
Und da ich weiß, dass Appelle nichts fruchten können, weil der Verantwortliche, der Profite deswegen schmälert von den Shareholdern sofort in die Wüste geschickt würde, halte ich es für eine staatliche Aufgabe und bin für rigorose Importsperren durch die westlichen Staaten, wenn sowas auffliegt. Denn wenn einem Konzern mit einem Schlag der halbe Markt wegfallen kann, haben die echte wirtschaftliche Motive saubere Griffel zu behalten.

Nur bis sowas vorhanden ist, wenn es überhaupt je kommt,muss ich halt dort meiden,wo ich es weiß und kann. Aber wie gesagt, das ist halt äußerst schwierig.

Totentrompete melden

Laut einer parlamentarischen Anfragebeantwortung ist der Politik in Österreich seit 2003 bekannt, dass mit den Importcontainern aus Fernost Schadstoffe, welche bei der Produktion verwendet und bei der Begasung von Containern in die Importwaren gelangen in den freien Verkehr der EU kommen. Da aber unsere Politik sehr wirtschaftsfreundlich (=gewinnoptimierend) agiert, versucht sie alles herunterzuspielen. Es ist nur zu hoffen, dass diese "verantwortungslosen Politiker" bei der nächsten Wahl "zum Teufel" gejagt werden. Ich kann einfach nicht verstehen, dass man diesem "Treiben" kein Ende setzt. Geht es doch letztendlich um die Gesundheit unserer Bevölkerung im Speziellen um die Gesundheit unserer Kinder. Wie wir wissen sind nicht nur die Bekleidung mit Schadstoffen belastet, sondern auch Lebensmittel (Reis, Getreide etc.) und Spielzeug. Wenn nun bereits Leute erkrankt um im Krankenhaus behandelt werden mussten, welche mit begastem Reis in Kontakt gekommen sind, so kann kaum ein/e PolitikerIn ausschließen, dass er/sie nicht solchen Reis vorgesetzt bekommt. Sollte ihm/ihr einmal Reis nicht sehr bekommen, vielleicht denkt er/sie dann an diese bekannten Umstände.

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