Greenpeace-Bilanz nach zwei Monaten Tempo 160: Bis zu 15 % mehr Schadstoffe

Akzeptanz der Bevölkerung sei zurückgegangen Aktivisten schenkten Gorbach Spielzeugautobahn

Greenpeace-Bilanz nach zwei Monaten Tempo 160: Bis zu 15 % mehr Schadstoffe

Greenpeace hat eine Bilanz zu zwei Monaten Tempo 160 auf der Kärntner Tauernautobahn gezogen. Die Schadstoffemissionen auf der Teststrecke seien nach Schätzungen der Umweltschutzorganisation um zehn bis 15 Prozent gestiegen - die Akzeptanz in der Bevölkerung während des Versuchs sei zurückgegangen, sagte Jurrien Westerhof, Verkehrssprecher von Greenpeace, bei einer Pressekonferenz in Wien.

Die meisten Autofahrer seien auf dem zwölf Kilometer langen Abschnitt zwischen Spittal/Drau und Paternion mit 130 bis 140 Stundenkilometern unterwegs gewesen. Das hat laut Greenpeace-Schätzungen die CO2-Emissionen (plus zehn Prozent) und den Feinstaub- (plus 14 Prozent) und Stickoxid-Ausstoß (plus zwölf Prozent) steigen lassen. Hätte der gesamte Verkehr Tempo 160 ausgenützt, wären zwischen 30 und 40 Prozent mehr Schadstoffe in die Luft gelangt, so die Umweltschutzorganisation.

"Die Akzeptanz ist im Laufe der Testphase zurückgegangen", sagte Westerhof. Im Oktober 2005 sprachen sich laut einer OGM-Umfrage 58 Prozent gegen Tempo 160 aus. Eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie habe im Mai ergeben, dass 63 Prozent die Anhebung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen ablehnen. Von Verkehrsminister Hubert Gorbach zitierte SMS- und Internet-Umfragen mit bis zu 80 Prozent Befürwortern seien für die Organisation nicht repräsentativ. "Wir rechnen damit, dass es keine weiteren Teststrecken geben wird", so das Fazit des Verkehrssprechers.

Greenpeace kritisierte, dass vom Verkehrsministerium im Vorfeld keine Kriterien für den Tempo 160-Test festgelegt worden seien. Positiv bewertete die Umweltschutzorganisation automatische Tempobeeinflussungsanlagen in Kombination mit der Section Control, wie sie auf der Teststrecke installiert waren.

Als "Abschiedsgeschenk aus der Politik" wollten Greenpeace-Aktivisten Ressortchef Gorbach eine Spielzeug-Rennbahn (Bild oben) überreichen, die er als "Privatteststrecke" nützen könne, um weitere Tests durchzuführen, so der Verkehrssprecher.
(APA)